So könnten man militärisch kurz und knapp und fast respektlos den Satz
Cervesam commilitones non habunt quam rogo iubeas mitti.
aus einem Brief eines Standortschefs an die Verpflegungszentrale im Dekumatsland übersetzen.
Die Bedeutung und Übersetzung, liebe Lateiner, ist also nicht das Problem, sondern eine ebenso griffige und schmissige Formulierung wie sie das Lateinische bietet.
Bier ham die Jungs keins mehr, das zu schicken, bitte ich, zu befehlen.
Ich bin nicht mehr ganz so firm in dem Wissen, inwieweit es legitim ist, den Satz im Deutschen umzustellen. Sollte dies erlaubt sein, würd ich´s so ausdrücken:
Bier, welches ich schicken zu befehlen bitte, haben die (Kriegs-)Kameraden keines/nicht.
Herrjee, ich bin nicht ganz glücklich mit dem „schicken zu befehlen“. Ich mein, man könnt´s so sagen, hört sich aber seltsam an, als ob was fehlt. Aber „zu schicken zu befehlen“ ist ja noch schlimmer…
Naja, war n Versuch…
Gruß, Dine
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Vertippt? Nee Habeunt sic!
Nee, Dine, steht so im Text!
Und auch an Hannes!
Cervesam commilitones non habunt quam rogo iubeas mitti.
ich erlaube mir darauf hinzuweisen, dass das Lateinische, auch
wenn man es im Dekumatsland schreibt, keine Verbform „habunt“
bietet.
He, Alder! Was du wolle, Channes? Isch disch gebb korrrrekt Antwort!
Danke für den Hinweis, aber ich entnahm dieses Zitat buchstabengetreu aus der Ausstellung „Imperium Romanum“ in Stuttgart; so auch nachzulesen im Ausstellungskatalog.
Auch „cervesam“ ist ja nicht „Hochlateinisch“! Das müsste „cer(e)visiam“ heißen. In den römischen Grenztruppen muss man mit vielen „nichtrömischen, nichtitalischen“ Beuterömern rechnen, die wohl auch eine Art „legionale Kanaksprack“ sprachen und - wenn sie im Büro arbeiteten - schrieben.
So heißt in der Legion „ludus“ nicht „Spiel“, sondern „Exerzierübung“.
Hallo Fritz,
wie nun: habunt oder habeunt?
(Kanacksch ist beides, das stimmt.)
…im Ausstellungskatalog.
Danke für den interessanten Hinweis!
(Ich war schon am Grübeln, ob DU das geschrieben hast, als das Bier alle war… )
So heißt in der Legion „ludus“ nicht „Spiel“, sondern
„Exerzierübung“.
Das war - hergeleitet von der Bedeutung „Schule/Ausbildung“
üblicher Sprachgebrauch. Auch die Fechterschule für die
Gladiatoren hieß ludus (gladiatorius).
(„Ludus“ ist in der klassischen Archäologie heute noch die übliche Bezeichnung für Derartiges.)
Handelte es sich hier um eine lateinische Compositio, so hätte ich vielleicht genauer aufgepasst. Ich hoffe, die Ausrede klingt überzeugend. Habent sua fata libelli!
Im Ausstellungskatalog
steht es aber genauso, wie ich es geschrieben habe. Wobei ich jetzt nicht mehr sagen kann, ob es in Stuttgart - ich hoffe, du hast den Hinweis inzwischen erhalten - in der Ausstellung auch so geschrieben wurde.
Aber es geht mir ja um eine deutsche Formulierung dieses Satzes. Und die müsste sich so schnoddrig-lässig-schmissig-fetzig anhören wie Schröders Auffoderung: „Homma nochne Flasche Bia!“
Das übrigens, liebe Dine, ist der Grund, warum ich deinen Versuch als zu „grammatisch“ empfinde. Aber ich danke für deine Mitarbeit.
(Ich war schon am Grübeln, ob DU das geschrieben hast, als das
Bier alle war… )
Zuviel der Ehre!
Das war - hergeleitet von der Bedeutung „Schule/Ausbildung“
üblicher Sprachgebrauch. Auch die Fechterschule für die
Gladiatoren hieß ludus (gladiatorius).
(„Ludus“ ist in der klassischen Archäologie heute noch die
übliche Bezeichnung für Derartiges.)
Noja, der „Magister ludi“ ist uns Hesse-Lesern ja wohl bekannt.
So könnten man militärisch kurz und knapp und fast respektlos
den Satz
Cervesam commilitones non habunt quam rogo iubeas
mitti.
aus einem Brief eines Standortschefs an die
Verpflegungszentrale im Dekumatsland übersetzen.
Lieber Fritz,
nach Lektüre der verschiedenen Grammatik-Erwägungen habe ich folgenden Vorschlag:
„Die Kameraden haben kein Bier mehr; also laß das (bitte oder gefälligst - das hängt vom Rang des Standortkommandanten und des Versorgungs- oder Nachschuboffiziers ab) heranschaffen!“