Hi,
wie sind denn allg. ihre Lebensumstände?
Arbeitet sie, hatte sie Hobbies, was treibt sie so den Tag
über?
ja, sie arbeitet, ganztags. hobbies hm…also sie zeichnet gern häuser, näht, harkt im garten rum…sowas in der art.
freut sich eigentlich über nichts richtig, hat - in meinen
augen - ein total gestörtes verhältnis zu jeglichen menschen.
ich kenne niemanden den sie wirklich richtig mag, in extremen
momenten meint sie sogar, dass nicht mal mein vater und ich
ihr was bedeuten würden.
Z. B. wenn sie von euch enttäuscht wurde, bzw. ihr ihre
(hemlichen und hohen?) Erwartungen nicht erfüllt?
ich weiß nicht, womit wir sie eventuell enttäuschen. mit heimlichen und hohen erwartungen hast du recht. ihre anforderungen (an sich, an qualität von irgendetwas, an andere) sind wahnsinnig hoch, deswegen ist und war sie auch fast noch nie zufrieden. heimlich sind sie wohl auch, denn sie kommt nicht und sagt „ich erwarte das und das von dir“.
und steigert sich in ihr bild vom bösen menschen rein.
Fühlt sie sich vielleicht unausgelastet, unnütz, ausgenutzt?
vielleicht auf arbeit.
außerdem grübelt sie 3 tage an jedem problem rum, selbst wenns
geklärt ist und ist auch genausolang beleidigt wegen
irgendwelchen äußerungen, selbst wenn man sich dafür
entschuldigt und/oder die von anfang an nicht so gemeint hat.
Klingt, als würde sie durch ihr Verhalten unbewusst Reaktionen
heraufbeschwören, die ihr Bild von den anderen bestätigen.
nee, das problem is, sie interpretiert irgendwelches verhalten von anderen sofort über. der zuckt mit der wimper und für sie ist das eine abwertende geste in ihre richtung. wenn ich mir jetzt mal objektiv vorstell sie auf der straße zu treffen oder im büro oder im laden, dann wäre sie bestimmt kein mensch, den man sofort anspricht, weil er ausstrahlung hat. sie wirkt draußenrum immer reserviert und gekünstelt. andererseits würde sie aber gar niemanden ranlassen, wenn sie einfach jemand ansprechen würde.
ich stecke jetzt in der zwickmühle. einerseits würd ich ihr
gern zu ein bisschen mehr lebensfreude und einer entspannteren
sicht verhelfen (sie ist oft auch richtig hasserfüllt und
agressiv wegen ihrer negativen einstellung), andererseits
macht mich ihre anwesenheit fast selber krank. oft ist es wie
ein freudloser raum und mich erdrückt ihre „graue“ denkweise
regelrecht,
Das kann ich gut verstehen und ist für so einen jungen
Menschen wie dich auch schwer.
ich bin wohl auch ziemlich emotional, also das gegenteil von meiner mutter. aber im gegensatz zu ihr hab ich meine zufluchtsorte (und seien sie auch nur mental).
zumal ich mich über viele (vor allem kleine) dinge
freue und freuen kann und die aber nicht ausleben darf, weil
sie dann noch wütender wird (sie hasst z.b. eine freundin von
mir, die kurz über 30 ist. ich kann inzwischen gar nicht mehr
von der erzählen, weil sie sich mit ihr vergleicht und sich
dann als versager sieht, den ich produziere).
Die Frau ist wohl total unglücklich und kann positive Gefühle
nicht mehr zulassen. Vielleicht bedeutet es für sie Schwäche
und glaubt, dann „angreifbar“ zu sein. Vielleicht will sie
sich so vor ihren eigenen tiefen, starken Gefühlen schützen
und hat Angst davor.
Veilleicht fühlt sie sich ja wie in einer Zwangsjacke und
ärgert sich, dass sie nichts positives mehr rauslassen kann.
Dann reagiert sie mit Abwehr und Selbsterniedrigung.
zum thema „die freundin, welche“: ich glaub, sie hasst sie, weil sie sich fragt: „warum hat mein kind die so lieb und warum mich nicht?“ dafür kann ich doch aber eigentlich nichts, sympathie kann man doch nich lernen oder steuern. nich, das ich meine mutter nicht mögen würde, aber die tatsache, dass sie meine mutter ist, macht sie doch nicht automatisch und für immer zu einer heiligen, die ich verehren muss! was mir vor allem an ihr fehlt, warum sie nicht meine bezugsperson ist, ist, dass ich bei ihr nie das gefühl habe „sicher“ zu sein wenn mich ein problem wirklich fertig macht. also schulter zum anlehnen is nich.
wie gesagt, ich
bin ab und zu richtig erleichtert, nicht zu hause zu sein,
weil ich draußen rum auch mal ein natürliches und kein
gequältes lächeln ernte.
ist sie einfach nur sehr verschlossen oder steckt da schon
mehr dahinter? ich hab nämlich das gefühl, diese
„anti-einstellung“ ist in den letzten jahren stärker geworden.
wie kann man oder wir ihr denn helfen?
Ich bin kein Psychologe und kann mir nur Gedanken machen, was
da dahinter stecken könnte. Das Einzige was mir einfällt ist,
dass ihr eine psychol. Beratungsstelle aufsucht und dies
Situation in eurer Familie grob analysieren lasst.
Oder gibt es gute Bekannte/Verwandte und Freunde, mit denen
ihr reden könntet?
Was sagt denn dein Vater dazu?
verwandte: nunja, ihre eltern, aber: nein. und der rest ist eher nicht unser fall.
bekannte: hat sie so gut wie keine, und wenn überhaupt, dann nur oberflächlich bekannte, also niemanden, der sie schon lange kennt oder so.
mein vater meint wohl in etwa das gleiche wie ich. er sitzt wohl noch etwas näher dran, weil er immer wieder mit ihr versucht zu reden, aber auch erfolglos.
bye Marion
gruß
yvi