Hallo
Meine Oma ist 85 Jahre alt und war heute beim Augenarzt. Eigentlich sollte sie eine neue Brille bekommen, doch der Augenarzt hat grauer Star festgestellt. Meine Oma sieht schon noch etwas aber verschwommen. Operieren will sie es nicht, weil sie meint schon zu alt zu sein ( wobei ich es in diesem Alter auch nicht mehr machen würde).
Wie lange wird es dauern bis sie ganz blind ist bzw nichts mehr erkennt?
Kann man das auch ohne OP erfolgreich behandeln?
das ist unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig. Am besten kann dir der Augenarzt helfen zu überlegen, welche Behandlung eine Hilfe wäre, ausser natürlich einer OP, wenn sie das nicht will.
Außer der Operation gibt es keine Behandlungsmöglichkeit. Allerdings ist die Operation sehr risikoarm und sicher, wenn es auch natürlich keine 100%ige Garantie geben kann.
Wie schnell die Trübung voranschreitet, ist sehr verschieden. Man kann zwar auch dann noch erfolgreich operieren, wenn durch den Grauen Star praktisch Blindheit vorliegt. Aber warum sollte man so lange warten und unzufrieden sein?
Der Eingriff dauert nicht lange und erfolgt meist in örtlicher Betäubung, ist also nicht sehr belastend für den Körper. Daher sollte das Alter KEIN Kriterium sein. Wir selbst haben auch schon viele noch ältere Patienten operiert, der Älteste war 104!
Entscheidend ist, ob sich Ihre Oma durch die Sehminderung beeinträchtigt fühlt.
Liebe Anne,
Mir ist keine Behandlung bekannt, welche die Operation ersetzen könnte. Ist allerdings nicht meine Spezialität
Selber wurde ich vor einer Woche am zweiten Auge operiert. Bin 86.
Die eigentliche Operation dauert nur etwa 10 Minuten. Die Anaesthesie erfolgt lokal mit Tropfen. Ueber die Einzelheiten wird man natürlich informiert. Mit allem Drumm und Dran braucht es allerdings etwas Geduld. Hier in Bellinzona wird man für einen halben Tag ins Spitalbett gelegt. Ich musste um halb eins eintreten und kam um 5 Uhr wieder raus.
Wenn keine schweren gesundheitlichen Belastungenn vorliegen, kann ich die Operation für Patienten „unseres“ Alters empfehledn.
Freumndliche Grüsse Tamaro
Hallo Anna, dies ist eine Frage, die wohl niemand bei wer-weiss-was verbindlich und seriös beantworten kann. Auch die Frage nach nicht operativen Behandlungsmethoden kann man angesichts des hohen Alters und deshalb möglicherweise fortgeschrittenen Grauen Stars nicht diskutieren. Ich empfehle, den Haus- und Augenarzt zu konsultieren. Die können die Situation am besten beurteilen und auch eine gewisse Vorhersage bezüglich einer möglichen Erblindung treffen.
Hallo Anna,
beim Grauen Star hilft ausschließlich die „Staroperation“, bei der die getrübte Augenlinse entfernt und eine klare künstliche Linse eingeplanzt wird. Der Eingriff wird in Deutschland etwa 600 000 x im Jahr durchgeführt, ist also absolute Routine. Noch eins: Jede noch so kleine Verbesserung wird beim älter werdenden Menschen mit größter Dankbarkeit vermerkt. Das Gedächtnis wird schlechter, die Beweglichkeit und die Körperkräfte lassen nach u.s.w. , daran kann man wenig ändern. Das Sehvermögen wird jedoch durch die Op in aller Regel spürbar verbessert. Deswegen möchte ich Ihnen von ganzem Herzen empfehlen, bei Ihrer Oma die Staroperation machen zu lassen!
Ihr Dr. Engel