Hallo iGENEA,
wie Du ganz richtig schriebst:
„…Fängt man mit der Nummerierung von oben her an, wie das hier mit Johann der Fall ist (der hier keine Nummer hat oder eben „0“), dann bringt das das Problem mit sich, dass man Schwierigkeiten hat, die älteren Vorfahren dieser Person zu nummerieren.“ Und: „und in 100 Jahren hat das nächste Mitglied Deiner Familie das gleiche Problem wieder.“
Allerdings war meine Familie bereits 1912, also vor 100 Jahren, „auserforscht“, so dass ich keine Angst davor haben muss, dass in weiteren 100 Jahren weitere Generationen in der Vergangenheit auftauchen könnten. Es war eben nur Faulheit meines Onkels, dass er den alten Johann mit Null bezeichnete, anstatt den ihm schon gut bekannten Wilhelm, Johanns Großvater. Mein Onkel ersparte sich so die Arbeit, weitere 88 Familienmitglieder zu nummerieren, die ihm nicht ganz so nahe verwandt waren.
Bitte erlaube mir deshalb, weiter meiner Idee anzuhängen, die bisherige Nummerierung ergänzend beizubehalten -wenn immer möglich! Das hat für uns den Vorteil, dass die Vorfahren unveränderte Nummern behielten, während alle Nachkommen der Zukunft ohne Weiteres fortlaufend in das Nummernsystem aufgenommen werden könnten.
Bezug nehmend auf Deinen Halbsatz: „Man kann da natürlich kreativ sein und sich etwas ausdenken, …“ möchte ich nun nochmals nachfragen, ob Dir nicht vielleicht wirklich etwas Kreatives einfällt?
Im übrigen vielen Dank für die ausführliche Antwort!
malus
grundsätzlich hat sich bei der Nummerierung der Vorfahren das
System nach Kekule durchgesetzt. Dabei geht man immer vom
Probanden aus und gibt diesem die Nummer 1, dem Vater die 2,
der Mutter die 3 usw… Hier das System ausführlich:
http://wiki-de.genealogy.net/Kekule-Nummer
Dieses umfasst nur Vorfahren, keine Verwandten, dazu müssen
auch die Nachfahren nummeriert werden, wozu es verschiedene
Systeme gibt:
http://wiki-de.genealogy.net/Nummerierung_von_Nachfa…
Diese Systeme bauen aber immer auf der „0“ für den Probanden
auf. Je nachdem, ob man nun eine Ahnentafel für sich selbst,
einen Elternteil oder bspw. einen Cousin oder Onkel erstellt
sind diese Nummer also immer unterschiedlich.
Es macht deshalb auch keinen Sinn, einer Person eine feste
Nummer zuteilen zu wollen, die dann für „alle Zeiten“ und für
jeden Genealogen der in dieser Familie forscht Gültigkeit hat.
Fängt man mit der Nummerierung von oben her an, wie das hier
mit Johann der Fall ist (der hier keine Nummer hat oder eben
„0“), dann bringt das das Problem mit sich, dass man
Schwierigkeiten hat, die älteren Vorfahren dieser Person zu
nummerieren. Man kann da natürlich kreativ sein und sich etwas
ausdenken, aber es wird dadurch nicht unbedingt
verständlicher.
Will man einfach ein geschlossenes Werk „Nachkommen des XY“
erstellen, dann kann man dem einfach immer die Nummer 0 geben
und die Nachkommen gleich nummerieren. Dann hat man eben
mehrere nebeneinander stehende Werke - bspw. für alle
Geschwister von Johann und dann noch alle Geschwister von
Friedrich, nicht ein einzelnes für alle.
Wenn Du Dir jetzt ein Nummerierungs-System ausdenkst, was für
Johanns Vater Friedrich sowie dessen Vater Wilhelm auch noch
passt, und zusätzlich die Nummerierung Deines Onkels bestehen
lässt, dann wird das kompliziert und in 100 Jahren hat das
nächste Mitglied Deiner Familie das gleiche Problem wieder.
Früher oder später wird es also dazu kommen, dass die
Nummerierung Deines Onkels nicht mehr verwendet wird, weil sie
eben sehr auf den spezifischen Fall „Nachkommen von Johann“
zugeschnitten war.
Erfasst man genealogische Daten mit einer aktuellen Software
teilt man in der Regel sowieso keine festen Nummern mehr zu.
Als man noch alles rein handschriftlich erfassen musste war
das natürlich zwingend nötig. Nach einigen Jahren der
Forschung hatte man meist viele „Johanns“ und „Friedrichs“
derselben Familie und musste deren Einzelblätter auf den
ersten Blick voneinander unterscheiden können. Da die
Verknüpfungen der Personen mit einer Software einfach erfasst
und gespeichert werden können ist dieses zusätzlich
Ordnungssystem nur noch beim Ausdruck von Daten möglich, und
dabei kommt es eben darauf an, auf welchen Probanden das
schriftliche Werk zugeschnitten sein soll.
Wählt man in der Software einen Probanden aus und lässt für
den eine Ahnen- oder Nachfahrenliste erstellen, dann berechnet
die Software in der Regel die (Kekule)-Nummer automatisch und
die ist eben je nach Proband anders.