Meinem Freund helfen seine Höhenangst zu besiegen?

Hi ihr wissenden,

Mein Lebensgefährte sucht grade nach einem Job und sein größter Traum ist es Veranstaltungstechniker zu werden. Nur hier ist das Problem das er auch mal Scheinwerfer auf 40m oder höher aufstellen und anschrauben muss. Doch er hat extreme Höhenangst. Gibt es irgendwelche Möglichkeiten wie man ihm, oder vielleicht sogar ich, ihm helfen kann diese Angst zu überwinden, damit er seinen Traumberuf doch ausüben kann?

Mit freundlichem Gruß
Tobi

Ängste besiegt man am besten, indem man sich ihnen konfrontriert.
Das Ding dahinter ist, dass der Körper nicht ewig aushalten kann, dh die Angst lässt nach einer Weile nach.

Wenn man sich also dosiert (!) mit der Angst konfrontriert und die Angst aushält und es schafft, wird man irgendwann (10-15 minuten) merken, dass die Angst nachlässt.
Wenn man sich immer öfter konfrontriert mit immer größeren Reizfaktoren lässt die Angst immer schneller nach.

Hi,

es gibt unterschiedliche „Panikgraden“ von Höhenangst, einige haben Angst auf einen Stuhl zu steigen und die Lampe zu wechseln, andere haben auf Podesten Angst, andere eher auf einem Berg.

Die beste Möglichkeit, meiner Meinung nach, ist die direkte Konfrontation.

Nun sollte dein Lebensgefährte nicht gleich auf den nächsten Turm klettern und einen Scheinwerfer richten, sondern erstmal kleiner anfangen, z.B. in einem Hochseilgarten, denn der ist sicher und unproblematisch.

Wichtige Vorraussetzung ist aber auch, der Wille dazu, diese Angst zu besiegen. Dein Lebensgefährte wird wahrscheinlich erstmal sehr viel Angst haben und Stress aufbauen, nur er darf nicht weg gehen, sondern muss solange ausharren, bis der Stress weg ist. Denn der Stress wird durch Hormone aufgebaut und wenn man lange genug wartet, ist der „Hormonspeicher“ aufgebraucht und er entspannt sich.

Dann könnt ihr immer höhere Etappen klettern und seine Angst wird besiegt oder zum. schonmal gemindert.

Was es auch gibt, wäre z.B. sich von höheren Brück abseilen. Dann hat man eine etwas höhere Distanz, anstatt im Hochseilgarten. Wäre auch eine Überlegung wert.

mfg,

hanzo

Hallo Tobi,

Konfrontationstherapien sind das Mittel der Wahl - aber: Ich warne davor, eine solche in Eigenregie zu versuchen. Wäre das Ganze so einfach zu managen, hätte dein Freund kein Problem. Eine sinnvolle Konfrontationstherapie bedarf einer guten Vorbereitung und einer professionellen Begleitung.

Der Partner oder Freund ist hier nicht unbedingt der passende Begleiter. Die Angst des Betroffenen ist für diesen unter Umständen so massiv, dass sie nicht auszuhalten ist, und der Betroffene ein Ventil braucht, um mit der Situation umzugehen. Dabei kann es durchaus passieren, dass der Begleiter persönlich angegriffen wird, um der eigenen Panik zu entgehen. Dies führt in der Regel zur Eröffnung von Nebenkriegsschauplätzen, die unterm Strich die Problematik eher verschlimmern als verbessern.

Es gibt ganz verschiedene Stufen von Konfrontationstherapien. Von einer Therapie „in sensu“ bis hin zum „flooding“ ist Vieles möglich und letzten Endes nur in Zusammenarbeit mit einem Therapeuten zu entscheiden, was davon im konkreten Fall Sinn macht.

Nicht zu vergessen ist dabei, dass Konfrontation schließlich genau das ist, wovor der Betroffene die allergrößte Angst hat.

Schöne Grüße,
Jule

Nun sollte dein Lebensgefährte erstmal
kleiner anfangen, z.B. in einem Hochseilgarten, denn der ist
sicher und unproblematisch.

Davon würde ich definitiv abraten, ich war mein Lebtag schwindelfrei, bis ich im Hochseilgarten war und seitdem mit Höhenangst zu kämpfen habe!

Grüße,
jeanne

… und: Je nach Grad der Höhenangst ist der Hochseilgarten schon viel. Mich würden nicht mal die sprichwörtlichen „zehn Pferde“ da rein bekommen.

Viele Grüße,
Nina

Hi,

ich weiss zwar nicht, was du alles Höhenmäßig machst oder wie hoch du schonmal geklettert bist, um einen Scheinwerfer zu richten, aber der Hochseilgarten ist eine perfekte Übung, besonders wenn man schon sowieso Höhenangst hat und es bei einer Bodenentfernung von 1-2m vom Boden weg langsam angehen kann.

Hanzo

Hi,

hast du auch Angst auf einem Kinderspiellatz „Turm/Gerüst“ hoch zu klettern? Das sind auch mal gut 3-5m hohe Dinger…

mfg,

Hanzo

Hallo Hanzo,

hast du auch Angst auf einem Kinderspiellatz „Turm/Gerüst“
hoch zu klettern? Das sind auch mal gut 3-5m hohe Dinger…

definitiv, freiwillig würde ich nicht hinauf klettern, nur ggf. in einer absoluten Notsituation; wobei diese Angst bei mir auch gute Gründe hat: Ich habe Koordinationsstörungen und bin bewegungseingeschränkt.
Die Höhenangst besteht bei mir dann nicht, wenn ein Runterfallen oder sonstige Verletzungsgefahr wirklich unmöglich ist, z.B. in einem hohen Aussichtsturm (darf auch gerne der Berliner Fernsehturm sein, da gehe ich begeistert rauf :smile: Voraussetzung: Aussichtsturm wird betreten wie ein normales Gebäude, nicht wie etwa auf dem Kinderspielplatz oder Jägerhochsitz) oder in einem Flugzeug (klar, das kann abstürzen, wird es aber sicherlich nicht wegen _meiner_ Ungeschicklichkeit).

Gut, das wird bei der Person, um die es hier geht, nicht so extrem der Fall sein bzgl. Koordinationsstörungen und Bewegungseinschränkungen (sonst käme der Beruf gar nicht in Frage), aber ich bin der Meinung, bei Höhenangst sollte man immer auch bedenken, ob es bei der davon betroffenen Person nicht einen ganz „sinnvollen“ Grund für die Angst gibt, z.B., eine unterdurchschnittliche Koordinationsfähigkeit (selbstverständlich gibt es diverse Fälle von Höhenangst, in denen dies nicht vorliegt!).

Liegt dies zu Grunde, fände ich es nicht sinnvoll, wenn derjenige sich plötzlich etwas zutraut, das er eigentlich gar nicht leisten kann.

Viele Grüße,
Nina

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Hi,

^^ ok in dem Fall ist das selbstverständlich was anderes.

mfg,

Hanzo

Hallo Tobi,

Hypnose ist bei den allermeisten Menschen mit solch einer isolierten Phobie das Mittel der Wahl.

Viel Glück bei der Jobsuche : )

LG