Ich möchte wissen, wie ihr darüber denkt, wenn die Helden in Spielen von Teil zu Teil „altern“.
Klasse fand ich das bei Max Payne: Im ersten Teil ein verzweifelter hitzköpfiger junger Kerl, der seine Wut über seine getötete Familie hinausschreit bzw. -schiesst. Im zweiten Teil ist die Figur abgeklärter, härter, reifer, gezeichnet von den bisherigen Erfahrungen.
Die Figur selbst ist auch im Erscheinungsbild gealtert.
Oder wenn z.B. Verletzungen von einem Teil in den nächsten übertragen werden: bei Thief 2 verliert Garret (Hauptcharakter) sein Auge und kann im dritten Teil neue features mit seinem neuen mechanischem Auge erleben.
und nun zu Splinter Cell:
Im ersten Teil ein relativ junger, aber erfahrener Hauptcharakter (Fisher), im 2. Teil hat die Spielfigur sogar mehr Falten im Gesicht und angegraute Schläfen und man erfährt von Fisher als dem umsorgenden Vater.
Nun im 3. Teil ist er ein „amerikanisierter“ Haudegen, mit Monsterbizeps und Cowboymanier. Einfach flach.
Klar muss man auch für jüngere Spieler attraktiv bleiben, aber solch eine Regression find ich einfach schade.
Im ersten Teil ein relativ junger, aber erfahrener
Hauptcharakter (Fisher), im 2. Teil hat die Spielfigur sogar
mehr Falten im Gesicht und angegraute Schläfen und man erfährt
von Fisher als dem umsorgenden Vater.
Nun im 3. Teil ist er ein „amerikanisierter“ Haudegen, mit
Monsterbizeps und Cowboymanier. Einfach flach.
In den letzten Jahren (seit 9-11) ist eine unglaubliche Amerikanisierungskampagne in den USA am laufen. Intelligente, aufgeweckte Leute sind zu parolendreschenden Halbirren verkommen. Jedenfalls habe ich das zum Teil tatsächlich so erlebt. Insofern könnte die Entwicklung des Charakters tatsächlich die (traurige) Wahrheit sein.
Grüße,
Anwar
PS: Das sollte jetzt keine generelle Amerikakritik sein, sondern nur eine sehr persönliche, subjektive Erfahrung mit einigen Leuten.
ja leider, das videospiel ist seit längerer zeit schon das bevorzugte medium für amerikanische kriegs- und gewaltglorifikation, americas army (!!!), halo (masterchief…), medal of honor, man of valor (allein der titel…)
max payne oder evt. auch hitman mag man es als stilisierte genrefiguren des film bzw. spiel noir ja noch verzeihen, splinter cell hat als polit-thriller-angehauchtes agentenspiel vielleicht auch noch seine berechtigung, bei letzteren wurde ja gewaltloses vorgehen noch ein stück weit honoriert
in der tat fällt auf das sowohl im amerikanischen film als auch im spiel die gewaltfantasien immer weniger subtil inszeniert werden, in zeiten von angeblicher allgegenwertiger terrorgefahr muß sich eben niemand mehr dafür schämen, xenophobie und militante haltungen haben eine neue legitimation erhalten
im film gab es zu diesem rechtsruck sofort eine starke gegenbewegung, da die spieleindustrie aber ein völlig anderes viel mehr unterhaltungsbezogenes selbstverständnis hat werden wir hier wohl noch viele dieser kruden unreflektierten charactere und inszenierungen erleben müssen