Nur kurz (mal wieder)
[…]
Nun ja, gewisse Kommunikationsmoeglichkeiten sollte man sich
offenhalten. Ganz im Gegenteil, Lesen und Schreiben ist sehr
wichtig. Allerdings sollte die Schule da ein breiteres
Spektrum bieten als Goethe und Fontane.
Vielleicht Superman und Mickey-Maus? Wir haben jedenfalls erheblihc mehr gelesen, als Goethe und Fontane. Allerdings stimme ich da mit namhaften Literaturkennern überein, das Goethe in Deutschland unbedingt zum Kanon gehören muss.
Schlimm finde ich, dass sich sehr viele Mathe/Physik LKler davor drücken konnten und können. Es fehlt ihnen etwas und ich kann nur hoffen, dass sie das später selbst nachholen. Zu befürchten ist aber, dass genau das nicht passiert.
Vielleicht ist das ja
heute der Fall, kann ich nicht mehr beurteilen. Was das
Schreiben betrifft, bin ich mir da nicht so sicher ob das
System Schule da so erfolgreich ist, wenn ich mir manche
Postings anschaue.
Da gebe ich Dir mal uneingeschränkt recht.
vielleicht auch noch mathematische Grundkenntnisse. Damit hat
es sich aber auch schon.
Du meinst Addieren und Subtrahieren?
Na, fuer BWL wirds reichen. Ich weiss nicht, ob du andere
Rechenoperationen kennst. Mir jedenfalls hat Integral- und
Differential… nicht viel gebracht. Hatte auch nie Bedarf
dafuer.
Es geht nicht um unmittelbare Anwendung des Wissens in einem späteren Beruf oder gar nur um vermittlung von „überlebenswichtigem“ Wissen. Dann wären wir heute noch nicht von den Bäumen runtergekommen!
Die Schule lehrt doch am Bedarf vorbei.
Was wäre denn Deiner Meinung nach der Bedarf? Javascript und
SMS-Verschicken als Leistungskurse?
Dies ist eine unsachliche Aeusserung deinerseits, auf die ich
nicht naeher eingehe.
Mit anderen Worten: Du kannst gar nicht sagen, was der Bedarf ist. Ich kann es ja mal versuchen. Der Bedarf liegt bei einer guten Allgemeinbildung die sich in einem möglichst breiten, auf keinen Fall auf bestimmte Anforderungen eines bestimmten beruflichen Umfelds abgestimmten, Wissen gründet. Der Abiturient sollte in der Lage sein, sich selbstständig in Themen einzuarbeiten und das gelesene oder erfahrene in einen kritischen Zusammenhang zu bringen.
Die für den jeweiligen Beruf benötigten Fähigkeiten werden dann in der folgenden Berufsausbildung (Studium oder Lehre) erworben.
Um unser hervorragendes Berufs-Ausbildungswesen beneidet und (fast) die ganze Welt!
Was man wirklich wissen muss und will, das lernt man doch erst
an der Uni oder im Beruf.
Nein. Insbesondere an der Uni wird das eigene Wissen auf einem
sehr begrenzten Gebiet weiterentwickelt. Die Schule legt
Grundlagen auf einem breiten Wissensspektrum.
Schoen waers! Aber um das beurteilen zu koennne, musst du wohl
erst noch ein bisschen reifer werden. Das Reifezeugnis, das
sich Abitur schimpft reicht da nicht aus.
Das ist ein extrem unsachlicher Einwand Deinerseits und wird von mir ignoriert.
Das Abitur ist doch nur das Ticket zur Uni, mehr nicht! Was
weiss ein Abiturient denn schon? Nichts!
Da muss ich doch energisch widersprechen. Sicherlich ersetzt
das Abitur kein Diplom. Aber man hat doch eine ganze Menge
gelernt in der Schule. Selbst ein Tunichtgut wie ich!
Na was denn, was du dir nicht selber haettest beibringen
koennen, wenn du Interesse dafuer gehabt haettest?
Für eine ganze Menge hätte ich mich von alleine nicht begeistern können. So war mir der Geschichtsunterricht verhasst. Dennoch bin ich im Nachhinnein dankbar, dass ich teilnehmen musste. Ich habe eine Menge Zusammenhänge dargeboten bekommen und konnte mich anschliessend selbst in bestimmten Bereichen „weiterbilden“.
Ähnlich sieht es mit dem Erdkunde-Unterricht aus – das war eine für mich damals extrem langweilige Mischung aus Geographie, Geologie, VWL, Meteorologie und einigen anderen Gebieten. Mittlerweile habe ich gemerkt, wie interessant das dort gelernte wirklich ist. Auch dort konnte ich mich in einigen Gebieten weiterbilden.
Die Schule
stopft einen mit Ballast voll, den man nie mehr braucht.
Nein, die Schule vermittelt Dir die Grundlagen, auf denen Du aufbauen kannst. Ohne die Schule würde der überwiegende Teil von uns nicht einmal Lesen lernen!
Nur
wer Steisstrommler werden will, wer den Pubertaetssprung nicht
schafft und somit der Schule verhaftet bleibt, da sie seine
Welt ist, kann dan dieses „Allgemeinwissen“ weitergeben.
Abermals extrem unsachlich und schlichtweg hahnebüchener Unsinn, den Du da schreibst.
Konsequenz: Schulzeit verkuerzen und effektiver gestalten.
Das haut nicht hin. Die Fülle des Wissens wird ständig größer,
eine Verkürzung der Schulzeit halte ich nicht für gut.
Effektiver kann man sie allersings gestalten. Das muss nicht
zwangläufig eine höhere Pflichtstundenzahl und den
Samstags-Unterricht zur Folge haben (mein Gott, tun mir die
armen Wichte leid, die auch am Wochenende in die Schule
müssen).
Da die Fuelle des Wissens staendig groesser wird, muss der
Schueler die Moeglichkeit haben, sich das, was er wissen will,
selbst auszuzuchen. Das von der Schule vorgekaute Wissen
bringt ihn da nicht weiter.
Gerade da die Fülle des Wissens ständig zunimmt, ist der junge Mensch immer mehr auf Schule angewiesen, die ihm eine grobe „Übersichts-Karte“ für die vielen einschlagbaren Wege gibt. Ohne Schule würde heute ein Mensch recht verloren dastehen und sicherlich in den allermeisten Fällen nicht weit kommen.
Wissen an den Schulen ist nicht „vorgekaut“ sondern basiert auf den Erfahrungen und dem Wissensschatz der vorhergehenden Generationen. Wäre es nicht so, gäbe es keinerlei Fortschritt.
Nur durch effizientes Wissensmanagement kann der Fortschritt in diesem Masse weitergehen! Die Schule ist da eine – wenn nicht der wichtigste Faktor.
Nun vielleicht sollte die Schule mal versuchen zum logischen
Denken und zum Erkennen von Zusammenhaengen zu erziehen.
Festgehaltenes Wissen kann man selbst nachlesen, dazu braucht
es keine Schule.
Das tut die Schule recht wohl. Allerdings ist ohne eine Erkentnisgrundlage das erkennen von Zusammenhängen nicht möglich. Daher muss ein Teil des Unterrichtes aus Nachvollziehen bereits bekannten Wissens bestehen. Ringelpietz mit Anfassen in gruppendynamischem Unterricht ist da sehr ineffizient.
Gruß
Fritze