Meinungen zum Finanzierungsvorschlag der Bank?

Hallo,

wir möchten in nächster Zeit ein Haus kaufen. Wir haben da auch schon ein Objekt was uns sehr interessiert. Deswegen war ich bei der Bank, um mich wegen der Details zur Finanzierung zu erkundigen. Die Bank hat mir da ein Angebot gemacht, was ich so bisher nicht kannte und für mich sieht es auch sehr gut aus. Aber eins nach dem anderen.

Mein Finanzierungsbedarf ist bei 200.000 Euro. Die Bank teilt den Betrag in 3 Teile mit unterschiedlichen Zinssätzen zu jeweils 10 Jahren ein (wegen dem Risiko):

135.000 - 3,99% eff.
45.000 - 4,25% eff.
20.000 - 4,77% eff.

Nur der Kredit mit 20.000 Euro wird mit 3% getilgt. Die anderen Kredite sind tilgungsfrei. Demnach fallen im Monat ca. 725 Euro an Zinsen und Tilgung für die 3 Kredite an. Ich kann im Monat ca. 1200 Euro tilgen. Die Differenz zu den 725 Euro (sagen wir der Einfachheit halber 500 Euro) fließen in einen Bausparvertrag.

Meine Restschuld würde nun nach 10 Jahren ca. 192.000 Euro betragen. Allerdings befinden sich dann zu diesem Zeitpunkt auch ca. 65.000 Euro im Bausparvertrag. Womit meine effektive Schuld zu diesem Zeitpunkt noch ca. 127.000 Euro beträgt. Und jetzt kommt der eigentlich Clou, was die Sache für mich auch etwas „unglaubwürdig“ macht:

Nach den 10 Jahren, wird der Bausparvertrag zuteilungsreif und ich bekomme auf die Restschuld einen garantierten Effektivzins von 4,56% (für 2015!!!), wenn ich dann mit 1.312 Euro pro Monat tilge. Die Bank hat mir zugesichert, daß ich in 2015 zwischen 3 Tilgungsraten wählen kann. 1.312 Euro wäre die niedrigste und würde mit 4,56 eff. verzinst werden. Wenn ich mehr tilgen möchte (glaube 1500 Euro war der Maximalbetrag), bekomme ich 3,25% p.a. oder 2,25% p.a. garantiert. Somit wäre ich mit der niedrigsten Tilgung nach weiteren 9 Jahren schuldenfrei. Dabei sind jetzt noch keine Sonderzahlungen, die auch möglich wären.

Jetzt möchte ich mal eure Meinung zu dieser Finanzierungmethode hören. Macht das euerer Meinung nach Sinn oder habe ich da einen Haken übersehen? Mir ist bewußt, daß die Finanzierung wohl etwas riskanter ist. Wer weiß schon, wie der Zins in 10 Jahren aussieht, aber schätzungsweise nicht so gut wie heute. Ich denke, dass mit einer anderen Finanzierung kaum die Möglichkeit habe, so schnell schuldenfrei zu sein.

Vielen Dank für eure Kommentare, Hinweise und Anregungen!

Gruß,
Daniel

Hallo Daniel,

Mein Finanzierungsbedarf ist bei 200.000 Euro. Die Bank teilt
den Betrag in 3 Teile mit unterschiedlichen Zinssätzen zu
jeweils 10 Jahren ein (wegen dem Risiko):

Du meinst wohl wegen der Beleihungsgrenze (=Risiko ?)

135.000 - 3,99% eff.
45.000 - 4,25% eff.
20.000 - 4,77% eff.

Ich gehe mal davon aus, dass Du das Eigentum selbst bewohnen willst ?

Nur der Kredit mit 20.000 Euro wird mit 3% getilgt. Die
anderen Kredite sind tilgungsfrei. Demnach fallen im Monat ca.
725 Euro an Zinsen und Tilgung für die 3 Kredite an. Ich kann
im Monat ca. 1200 Euro tilgen. Die Differenz zu den 725 Euro
(sagen wir der Einfachheit halber 500 Euro) fließen in einen
Bausparvertrag.

Jetzt hat er sich geoutet.

  1. verdient die Bank am Bausparvertrag 1% der Bausparsumme, wenn Du direkt tilgen würdest, dann wäre die Provision wesentlich geringer. Darf ich raten ? Die empfohlene Bausparkasse ist mit der Bank verbändelt ? (Cross-selling nennt sich das).

Meine Restschuld würde nun nach 10 Jahren ca. 192.000 Euro
betragen. Allerdings befinden sich dann zu diesem Zeitpunkt
auch ca. 65.000 Euro im Bausparvertrag. Womit meine effektive
Schuld zu diesem Zeitpunkt noch ca. 127.000 Euro beträgt. :

Bei selbstgenutztem Eigentum gilt: TILGEN, TILGEN, TILGEN und zwar so schnell wie möglich und ohne Umwege !!!

Und jetzt kommt der eigentlich Clou, was die Sache für mich auch

etwas „unglaubwürdig“ macht:

Nach den 10 Jahren, wird der Bausparvertrag zuteilungsreif und
ich bekomme auf die Restschuld einen garantierten Effektivzins
von 4,56% (für 2015!!!), wenn ich dann mit 1.312 Euro pro
Monat tilge.

  1. sind im Effektivzins nicht alle Kosten reingerechnet
  2. erkaufst Du Dir diesen Zins mit geringen Ansparzinsen
  3. sind die Zinsen für ein Darlehen mit langer Laufzeit z.Zt. auch nicht höher.

Die Bank hat mir zugesichert, daß ich in 2015
zwischen 3 Tilgungsraten wählen kann. 1.312 Euro wäre die
niedrigste und würde mit 4,56 eff. verzinst werden. Wenn ich
mehr tilgen möchte (glaube 1500 Euro war der Maximalbetrag),
bekomme ich 3,25% p.a. oder 2,25% p.a. garantiert. Somit wäre
ich mit der niedrigsten Tilgung nach weiteren 9 Jahren
schuldenfrei. Dabei sind jetzt noch keine Sonderzahlungen, die
auch möglich wären.

Wie gesagt: es sind nicht alle Kosten im Effektivzins eingerechnet. Ausserdem: woher weisst Du, dass der Bausparvertrag auch zuteilungsreif ist, wenn Du ihn brauchst ? Meistens muß man noch teuer Zwischenfinanzieren.

Mein Meinung dazu ist ganz einfach:

  1. selbst ist der Mann / die Frau, d.h. nicht einfach irgendwelchen in der Gegend rumgeworfenen Zinssätzen glauben, sondern alles ausrechnen, also jede monatliche Rate und zwar bis der Kredit abgezahlt ist. Danach alle Zahlungsströme der verschiedenen Finanzierungsvarianten miteinander vergleichen (idealerweise abgezinst auf den heutigen Barwert).
  2. Risikoabschätzung: Was passiert, wenn die Zinsen nach Ablauf der Zinsbindung steigen. Was passiert, wenn Du mal arbeitslos bist ? Was passiert, wenn die Sparform (BSV, LV…) gegen die tilgungsfrei finanziert wird, nicht die erforderliche Rendite bringt ?
  3. Im Zweifelsfall einen Honorarberater hinzuziehen. Denn der darf zwar Geld von Dir pro Beratungsstunde bekommen, dafür darf er Dir aber nichts verkaufen und haftet für seine Beratung. Im Gegensatz dazu steht der Verkäufer (der sich oft auch Kundenberater nennt…), der nur ein Interesse hat: möglichst hohe Provisionen (und die gibt’s am Besten bei tilgungsfreien Darlehen).

Grüsse

Sven

P.S.: ich habe nichts gegen tilgungsfreies Finanzieren (mache es bei einer vermieteten Immobilie selbst), aber die Randbedingungen dazu müssen passen und man sollte wissen, auf was man sich einläßt.

Hallo,

ich darf auf die Antwort von Sven verweisen - tilgen, tilgen, tilgen.

Weiter kann ich nur die Beratung der Verbraucherzentralen empfehlen, hat uns auch etwas Geld gekostet, aber es ist gut angelegtes Geld.

Je nach Höhe des vorhandenen Kapitals kann man heute noch ganz gut mit den Banken verhandeln. Wenn Du allerdings 80 oder mehr Prozent des Kaufpreises finanzieren musst, dann sieht es schlechter aus.

Meine Meinung: da finazieller Spielraum hinsichtlich der Ratenhöhe besteht, für 10 oder 15 Jahre fester Zinssatz, sollte nicht viel über 4 % p. a. sein. Aber, wichtig, höhere Rückzahlung vereinbaren, z. B. statt 1 % 2 oder 3 % Tilgung vereinbaren. Macht auch nicht jede Bank, da die dann weniger verdienen.

Wir haben alles über einen Finanzdienstleister abgewickelt, Adresse hatte wir von der Verbraucherzentrale, hat keinen Euro gekostet, ging schnell und kann ich nur empfehlen.

Gruss

Andreas

Hallo Daniel!

Die anderen Kredite sind :tilgungsfrei…

…fließen in einen
Bausparvertrag.

Bei selbst genutztem Wohneigentum solltest Du tilgen, was das Zeug hält und keinen Cent in einen niedrig verzinsten Bausparvertrag stecken.

Derzeit ist Baugeld sehr billig. Das muß man nutzen, indem das verfügbare Geld jetzt in die Tilgung fließt, statt die Tilgung auf spätere Zeiten mit womöglich erheblich höheren Zinsen zu legen.

Wenn Du 1.200 € im Monat zahlen kannst, bekommst Du bei derzeit üblichen Darlehenszinsen eine Finanzierung ohne Umwege und Bauspar-Schnickschnack mit 3% Tilgung hin. Das ist der schnellste Weg. Die Verhältnisse werden anschaulich, wenn Du mit Excel einen Zahlungsplan für verschiedene Finanzierungsvarianten erstellst. Dann siehst Du, wieviel Dir am Ende eines jeden Jahres von der Hütte schon gehört und wann die Zahlerei ein Ende hat.

Gruß
Wolfgang

Hallo Daniel,

Hallo Sven,

danke für deine Antwort, auch an die anderen, die sich dazu geäußert haben.

Ich gehe mal davon aus, dass Du das Eigentum selbst bewohnen
willst ?

Richtig!

Nur der Kredit mit 20.000 Euro wird mit 3% getilgt. Die
anderen Kredite sind tilgungsfrei. Demnach fallen im Monat ca.
725 Euro an Zinsen und Tilgung für die 3 Kredite an. Ich kann
im Monat ca. 1200 Euro tilgen. Die Differenz zu den 725 Euro
(sagen wir der Einfachheit halber 500 Euro) fließen in einen
Bausparvertrag.

Jetzt hat er sich geoutet.

  1. verdient die Bank am Bausparvertrag 1% der Bausparsumme,
    wenn Du direkt tilgen würdest, dann wäre die Provision
    wesentlich geringer. Darf ich raten ? Die empfohlene
    Bausparkasse ist mit der Bank verbändelt ? (Cross-selling
    nennt sich das).

Ich denke, du hast recht, daß Bank und Bausparkasse miteinander verbändelt sind. Die Bank ist die Sparda-Bank und die Bausparkasse ist die BHW. In der Filialie meine Sparda-Bank lagen auffällig viele Prospekte der BHW rum. Könnte sich aber auch um eine Partnerschaft handeln.

Nach den 10 Jahren, wird der Bausparvertrag zuteilungsreif und
ich bekomme auf die Restschuld einen garantierten Effektivzins
von 4,56% (für 2015!!!), wenn ich dann mit 1.312 Euro pro
Monat tilge.

  1. sind im Effektivzins nicht alle Kosten reingerechnet
  2. erkaufst Du Dir diesen Zins mit geringen Ansparzinsen
  3. sind die Zinsen für ein Darlehen mit langer Laufzeit z.Zt.
    auch nicht höher.

Zu 3.: Natürlich sind die Zinsen momentan auch nicht höher. Aber die Bank garantiert mir jetzt schon, daß ich ab 2015 für weitere 10 Jahre einen Zinssatz zwischen 2,25% p.a. und 4,25% p.a. bekomme. Oder stehe ich da auf dem Schlauch?

  1. selbst ist der Mann / die Frau, d.h. nicht einfach
    irgendwelchen in der Gegend rumgeworfenen Zinssätzen glauben,
    sondern alles ausrechnen, also jede monatliche Rate und zwar
    bis der Kredit abgezahlt ist. Danach alle Zahlungsströme der
    verschiedenen Finanzierungsvarianten miteinander vergleichen
    (idealerweise abgezinst auf den heutigen Barwert).

Das Vergleichen geht ja leider nicht so einfach. Ich kann ja nur die ersten 10 Jahre miteinander vergleichen. Und da gibt es sich meiner Meinung nach nicht sonderlich viel. Erst bei der Anschlußfinanzierung macht sich der Bausparvertrag mit den niedrigen Zinssätzen besonders bemerkbar (vorausgesetzt, die Zinsen für Kredite sind in 10 Jahren nicht mehr auf dem heutigen Niveau).

  1. Im Zweifelsfall einen Honorarberater hinzuziehen. Denn der
    darf zwar Geld von Dir pro Beratungsstunde bekommen, dafür
    darf er Dir aber nichts verkaufen und haftet für seine
    Beratung. Im Gegensatz dazu steht der Verkäufer (der sich oft
    auch Kundenberater nennt…), der nur ein Interesse hat:
    möglichst hohe Provisionen (und die gibt’s am Besten bei
    tilgungsfreien Darlehen).

Das werden wir auf jeden Fall machen, bevor wir uns da einen „super“ Kredit anschwatzen lassen.

Gruß,
Daniel

Hallo Daniel!

Hallo Wolfgang!

Wenn Du 1.200 € im Monat zahlen kannst, bekommst Du bei
derzeit üblichen Darlehenszinsen eine Finanzierung ohne Umwege
und Bauspar-Schnickschnack mit 3% Tilgung hin. Das ist der
schnellste Weg. Die Verhältnisse werden anschaulich, wenn Du
mit Excel einen Zahlungsplan für verschiedene
Finanzierungsvarianten erstellst. Dann siehst Du, wieviel Dir
am Ende eines jeden Jahres von der Hütte schon gehört und wann
die Zahlerei ein Ende hat.

Ich habe das mal mit einem Programm ausgerechnet: Wenn ich ein normales Darlehen über die herkömmliche Methode abbezahle, bin ich nach 17,5 Jahren schuldenfrei. Dies würde aber voraussetzen, daß die Zinsen in 10 Jahren immer noch auf dem gleichen Niveau sind. Und das glaube ich eben leider nicht. Damit wäre die Variante mit dem Bausparvertrag „geschickter“. Die spielt nach 10 Jahren ihr niedriges Zinsnivaeu aus.

Wenn die Zinsen auf dem gleichen Niveau bleiben, war ich letztendlich mit dem Bausparvertrag etwas teurer. Aber was soll ich machen, wenn wir in 10 Jahren mal wieder 8% Zinsen haben? Dann steht der Verlust bei einer normalen Finanzierung mit sofortiger Tilgung in keinem Vergleich zu dem gesparten, wenn die Zinsen gleich bleiben würden. Oder bin ich dermaßen durch den Wind?

Gruß,
Daniel

Hallo DAniel,

  1. selbst ist der Mann / die Frau, d.h. nicht einfach
    irgendwelchen in der Gegend rumgeworfenen Zinssätzen glauben,
    sondern alles ausrechnen, also jede monatliche Rate und zwar
    bis der Kredit abgezahlt ist. Danach alle Zahlungsströme der
    verschiedenen Finanzierungsvarianten miteinander vergleichen
    (idealerweise abgezinst auf den heutigen Barwert).

Das Vergleichen geht ja leider nicht so einfach. Ich kann ja
nur die ersten 10 Jahre miteinander vergleichen. Und da gibt
es sich meiner Meinung nach nicht sonderlich viel.

Es gibt auch Darlehen mit 20 Jahren Laufzeit (für Dich 10 Jahre lang bindend), ansonsten würde ich mal schauen, welchen Einfluss eine Zinserhöhung nach 10 Jahren hat. Durch den BSV bleibt der Kreditbetrag lange oben, bei direkter Tilgung dürfte nach 10 Jahren schon was weg sein und die Zinskosten dadurch niedriger. Ausserdem sind beim BSV die Habenzinsen niedriger als die Zinskosten, die deswegen noch anfallen.

Grüsse

Sven

Hallo Daniel,

Ich habe das mal mit einem Programm ausgerechnet: Wenn ich ein
normales Darlehen über die herkömmliche Methode abbezahle, bin
ich nach 17,5 Jahren schuldenfrei. Dies würde aber
voraussetzen, daß die Zinsen in 10 Jahren immer noch auf dem
gleichen Niveau sind. Und das glaube ich eben leider nicht.

Warum schließt Du nicht eine Finanzierung mit Laufzeit 17,5 Jahre ab ? Die Bank ist an den Zinssatz gebunden, Du bist jedoch nach 10 Jahren frei.

Damit wäre die Variante mit dem Bausparvertrag „geschickter“.
Die spielt nach 10 Jahren ihr niedriges Zinsnivaeu aus.

Was Du aber vorher mit einem niedrigen Habenzins und hohen Zinskosten für das tilgungsfreie Darlehen erkaufst (oder ist der Habenzinssatz beim BSV um die 4% ?)

Grüsse

Sven

Hallo Sven,

Ich habe das mal mit einem Programm ausgerechnet: Wenn ich ein
normales Darlehen über die herkömmliche Methode abbezahle, bin
ich nach 17,5 Jahren schuldenfrei. Dies würde aber
voraussetzen, daß die Zinsen in 10 Jahren immer noch auf dem
gleichen Niveau sind. Und das glaube ich eben leider nicht.

Warum schließt Du nicht eine Finanzierung mit Laufzeit 17,5
Jahre ab ? Die Bank ist an den Zinssatz gebunden, Du bist
jedoch nach 10 Jahren frei.

Naja, wenn ich ein Darlehen über 17,5 Jahre abschließe, bekomme ich wieder einen schlechteren Zins und bin nach 17,5 Jahren letztendlich nicht schuldenfrei.

Damit wäre die Variante mit dem Bausparvertrag „geschickter“.
Die spielt nach 10 Jahren ihr niedriges Zinsnivaeu aus.

Was Du aber vorher mit einem niedrigen Habenzins und hohen
Zinskosten für das tilgungsfreie Darlehen erkaufst (oder ist
der Habenzinssatz beim BSV um die 4% ?)

Um Gottes Willen nein. Der Guthabenzins beträgt nur 1,5%! Letztendlich kann es mir doch egal sein zu welchem Zeitpunkt welche Variante günstiger ist. Es zählt doch, wann ich früher schuldenfrei bin. Und so richtig habe ich das Risiko beim BSV nicht realisiert! Ist das Augenwischerei mit den garantierten Zinsen für 2015?

Gruß,
Daniel

Nochmal Hallo,

  1. selbst ist der Mann / die Frau, d.h. nicht einfach
    irgendwelchen in der Gegend rumgeworfenen Zinssätzen glauben,
    sondern alles ausrechnen, also jede monatliche Rate und zwar
    bis der Kredit abgezahlt ist. Danach alle Zahlungsströme der
    verschiedenen Finanzierungsvarianten miteinander vergleichen
    (idealerweise abgezinst auf den heutigen Barwert).

Das Vergleichen geht ja leider nicht so einfach. Ich kann ja
nur die ersten 10 Jahre miteinander vergleichen. Und da gibt
es sich meiner Meinung nach nicht sonderlich viel.

Es gibt auch Darlehen mit 20 Jahren Laufzeit (für Dich 10
Jahre lang bindend), ansonsten würde ich mal schauen, welchen
Einfluss eine Zinserhöhung nach 10 Jahren hat. Durch den BSV
bleibt der Kreditbetrag lange oben, bei direkter Tilgung
dürfte nach 10 Jahren schon was weg sein und die Zinskosten
dadurch niedriger. Ausserdem sind beim BSV die Habenzinsen
niedriger als die Zinskosten, die deswegen noch anfallen.

Ich muß mir das wohl nochmal alles genau in Excel durchrechnen, welche Auswirkungen eine Zinserhöhung hätte, wenn ich erstmal nur 10 Jahre fest mache. Aber der Zins könnte halt in 10 Jahren lcoker doppelt so hoch sein wie heute.

Gruß,
Daniel

Hallo Daniel,

Um Gottes Willen nein. Der Guthabenzins beträgt nur 1,5%!
Letztendlich kann es mir doch egal sein zu welchem Zeitpunkt
welche Variante günstiger ist. Es zählt doch, wann ich früher
schuldenfrei bin.

Nein, es zählt, wann Du nach welchem Einsatz von Geld schuldenfrei bist. Du kannst sehr schnell schuldenfrei sein, dafür aber eine riesige Summe hingeblättert haben oder länger schulden haben und trotzdem weniger bezahlt zu haben. Du hast insofern recht, dass ein „Zwischenstand“ nicht zählt, sondern entscheidend ist, was hinten rauskommt. Daher: alle Zahlungsströme einzeln erfassen und auf den heutigen Stand abzinsen.

Und so richtig habe ich das Risiko beim BSV
nicht realisiert! Ist das Augenwischerei mit den garantierten
Zinsen für 2015?

Wie schon ein paarmal gesagt bzw. geschrieben:
Der Zinssatz des BSV - auch nicht der effektive - deckt nicht alle Kosten ab. Weiterhin besteht die Gefahr der notwendigen Zwischenfinanzierung.

Grüsse

Sven

Die Differenz zu den 725 Euro
(sagen wir der Einfachheit halber 500 Euro) fließen in einen
Bausparvertrag.

Hallo Daniel,

ich bin zwar kein BSV-Experte, aber ich habe mir auch mal meine Gedanken dazu gemacht.

Normalerweise zahlt man in einen BSV 40% der BSV-Summe ein. Dann bleibt er bis zur Zuteilung liegen und verzinst sich noch (lass ich aber der Einfachheit halber weg) und wird dann zugeteilt.

Meine Rechnung:

Eingezahlt ca € 65.000,00 = 40%
BSV-Summe € 162.500,00 = 100%
Noch offenes Darlehen € 192.000,00

Fehlen € 30.000,00

Auch bist Du nach meiner Berechnung nach 9 Jahren mit mtl. € 1.312,00 nicht Schuldenfrei.

Sollte ich falsch liegen, dann betrachte das nur als Hinweis.

Gruß

Friedrich

P. S.: Hast Du schon einen genauen Tilgungsplan von der Bank bekommen?

Servus Daniel,

ich habe die Sache jetzt nur einmal kurz überschlagen mit einen ganz normalen Annuitätendarlehen und Deinen Angaben.

Bei einen Darlehen über 200.000,-- €, Zinssatz Effektiv 4,6 % und 3 % Tilgung, 15 Jahre Zinsfestschreibung hast Du zum Ablauf nach 15 Jahren noch 71.792,67 € stehen. Monatliche Belastung 1.250,-- €.

Mit ca. 72.000,-- € Restschuld und einen angenommenen Wert des Hauses von 200.000,-- € liegst Du dann nach 15 Jahren bei einem Beleihungsauslauf von unter 40 %.

Selbst wenn die Zinsen steigen, angenommen auf 10,5 % effektiv, kannst Du immernoch 12% tilgen um auf eine Belastung von 1.320,-- € zu kommen. Mit diesen Daten wäre Dein Darlehen dann in weiteren 6 Jahren getilgt.

Nach heutiger Sicht gehe ich nicht davon aus, dass Du bei einem Beleihungsauslauf von unter 40 % und einer Restlaufzeit von 6 Jahren einen höheren Zinssatz als 10,5 % erhältst.

Da ich Deine persönliche Situation nicht kenne, habe ich absichtlich schon mit schlechten Zinssätzen gerechnet. Deshalb kannst Du derzeit wahrscheinlich noch bessere erhalten.

Übrigens, nach meinen groben Berechnungen, vorausgesetzt Deine Angaben mit den 127.000,-- € Restschuld, dem Zinssatz von 4,56 % und einer Belastung von 1.312 € stimmen, hast Du nach 9 Jahren noch 15.000 € offen. Fertig bist Du erst nach 10 Jahren, also lass Dir vorsichtshalber alle Berechnungen schriftlich geben.

Wenn ich also meine vorsichtige Berechnung gegenüber stelle, sparst Du dann letzendlich bei der Bausparunterlegten Finanzierung nur ein Jahr, hast aber mehr Risiken.

Meine Meinung zu dem Angebot ist, nehme es zur Kenntnis, und hole Dir noch andere Angebote ein. Darunter sollten Angebote von Banken, aber auch freie Berater sein. Denn ich bin der Meinung, da gibt es noch besseres auf dem Markt.

Wenn Du mir mehr Informationen gibst, kann ich Dir vielleicht sogar sagen wo Du es mal probieren kannst.

Grüße, Michael

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