Meisterzwang

Warum benötigen wir in Deutschland einen Meisterbrief, um uns im handwerk selbstsändig zu machen, andere Länder machen es vor, dass es auch ohne geht.
Die Amerikaner fliegen sogar ohne Meister zum Mond.

Warum benötigen wir in Deutschland einen Meisterbrief, um uns
im handwerk selbstsändig zu machen, andere Länder machen es
vor, dass es auch ohne geht.
Die Amerikaner fliegen sogar ohne Meister zum Mond.

Eine Regelung, die AFAIK zu Beginn des 3. Reiches eingeführt wurde. Ein Grund war, jüdische Handwerker aus den Berufen zu drängen.
Ich denke auch, dass diese Regelung veraltet und zumindest überholungsbedürftig ist.
Zwar gibt ein Meisterbrief dem Kunden eine gewisse Sicherheit über den Ausbildungsstand des Handwerkbetriebes, aber angesichts der grossen Unzufriedenheit mit Handwerkern, scheint dieses System auch nicht mehr ohne weiteres zu greifen.

Ciao
Kaj

Hallo Jaclyn,

ich bin nicht ganz der Auffassung meines Vorredners, deshalb diese Anmerkung, die allerdings ohne „wissenschaftliches“ Fundament ist:

Viel Übel hängt mit dem Dritten Reich zusammen, aber nicht alles hat seinen Ursprung auch dort.

Der Meisterbrief hat seinen Ursprung meines Wissens früher, nämlich in der Einteilung des Handwerks in Zünfte, die alle sehr standesbewusst ausgebaut und strikt voneinander getrennt gehalten wurden. Nur einer, der in dieser Zunft von der Pieke auf gelernt - und ausgelernt - hatte, durfte letztendlich dieses „elitäre“ Wissen - als Meister - weitergeben.

Gruß, BeBro

Warum benötigen wir in Deutschland einen Meisterbrief, um uns
im handwerk selbstsändig zu machen, andere Länder machen es
vor, dass es auch ohne geht.
Die Amerikaner fliegen sogar ohne Meister zum Mond.

Warum benötigen wir in Deutschland einen Meisterbrief, um uns
im handwerk selbstsändig zu machen, andere Länder machen es
vor, dass es auch ohne geht.
Die Amerikaner fliegen sogar ohne Meister zum Mond.

Bist Du Dir überhaupt sicher, dass die Amerikanischen Handwerker kein ähnliches Zertifikat brauchen?

Hallo Jaclyn,

meine Vorredner haben schon etwas zu den historischen Wurzeln gesagt. Die Sicherung eines bestimmten Qualitätsstandards, also letztlich Verbraucherschutz, ist das Argument der Handwerkskammern. Die Sicherung von Pfründen kommt der Wahrheit bestimmt auch nahe.
Änderung ist aber in Sicht. Die EU macht’s möglich und soviel ich weiß, sind bereits mehrere Verfahren anhängig, die die deutschen Pfründensicherer in Argumentationsnot bringen. Ein Portugiese oder Grieche darf hierzulande problemlos sein Nähstübchen eröffnen, um anderer Leute Kleider zu nähen. Auch gegen einen italienischen Tischler, der unsere Mitbürger mit festgeleimten Stuhlbeinen beglücken möchte, ist deutscher Reglementierungswahn machtlos. Nur ein deutscher Tischler, der ein deutsches Stuhlbein wieder anleimen will, darf das nur, wenn er einen Meisterbrief vorweisen kann. Logisch? Natürlich nicht und deshalb hat der Schwachsinn auch nicht mehr lange Bestand.

Gruß
Wolfgang

Sicher bedarf das System einer nicht unerheblichen Reform, bevor man wieder von der Sicherung von einem Qualitätsstandard sprechen kann. Aber so viel Mängel das Ganze zur Zeit auch hat, gibt es mir als Kunde doch eine Gewehr dafür, das der Betreffende schon mal was über den Sachverhalt gehört hat.
Sicher geht es nicht an, daß auf einem Markt unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen gültig sind.
Sicher ist aber auch, daß ein Verläßlicher Qualitätsnachweis nötig ist, oder darf dann jeder alles (auch Ausbilden). Dann werde ich ab morgen Augen OP`s machen, damit soll man gut verdienen können.
Der Meister bildet einen Schutz, das die Notwendigen Ausbildungsverluste (Kosten und Zeit) sich versilbern lassen und somit glaube ich an die Berechtigung des Systems, was aber eben nicht heißt, daß es ohne Anpassung bleiben muß.
bodo

Warum benötigen wir in Deutschland einen Meisterbrief, um uns
im handwerk selbstsändig zu machen, andere Länder machen es
vor, dass es auch ohne geht.
Die Amerikaner fliegen sogar ohne Meister zum Mond.

Hi
um einen standart zu gewerleisten der zum schutz des verbrauchers wichtig ist.
es kann ja auch jeder der die eingansvoraussetzungen erfüllt die meisterprüfung ablegen, es kann auch jeder dem dies nicht passt sich in europa selbstständig machen.
deutschland,östereich und die schweitz haben aber nicht umsonst das beste ausbildungssystem weltweit was auch auf die handwerksordnugn zurückzuführen ist.
all die die über die handwerksordnung bzw die meisterprüfung herziehen sind me. zu bequem den meister zu machen.

Hi,
Vorsicht mit der deutschen Überheblichkeit. Qualitätsstandards gibt es doch auch in anderen Ländern. Glaubst du etwa, ein Tischler in Spanien, Frankreich oder italien würde schlechtere Stühle bauen als die deutschen?
Wenn man die ergebnisse miteinander vergleicht, ist man schon fast versucht, das gegenteil zu behaupten. Und das ohne Meisterbrief!
Wenn du in Spanien einen Schreiner aufsuchst und eine Arbeit in Auftrag gibst, kannst du dir dort Beispiele seiner Fertigkeiten ansehen.
In Deutschland wird dir der Schreiner seine Qualifikation unter die Nase halten. Was ist wohl besser?
Dein Beispiel mit den Augen-OP’s hinkt. Denn dafür brauchst du in allen Ländern eine ärztliche Approbation, und keinen Meisterbrief.
Gruß,
Peter

Heute geht es ohne Meisterbrief, wenn Du willst und ich will morgen ohne med. Ausbildung Augen OP´s machen. Außerdem kann ich auch auf Zahnersatz umschwenken. Mir geht es nicht darum, daß einer besser ist als der andere ( die Qualität des Handwerkes wird überall mal besser und mal schlechter sein) nur sollten auf einem Markt annähernd gleiche Bedingungen Herrschen. Ein fundierter Ausbildungsnachweis erscheint mir als sehr wichtig. Als Beispiel möchte ich die Schädlingsbekämpfer anführen ein Bereich, der ohne Meisterabschluß ausgeführt werden kann (oder konnte). Es gab falsche Behandlungen zu hauf, bis sich die Schädlingsbekämpfer zusammengeschlossen haben und jetzt Ihre Qualifikation über einen Ausbildungsnachweis belegen. Ähnliche Entwicklungen gibt es bei Detektiven usw.
Von wem soll die Berufsausbildung getragen werden?
Mit Sicherheit sollte die jetzige Form reformiert werden aber das gilt immer, deshalb ist aber das System nicht schlecht.
bodo

Eine Freundin eröffnet vor ungefähr zwei Jahren einen Computerladen. Der Laden (eine Angestellte) lief prima.

Nach Androhung eines Bussgeldes machte sie den Laden dicht. Es wurde von ihr ein Meistertitel (für Reparatur, Kabel löten usw.) erwartet. Einen „Scheinmeister“ hätte das Geschäft nicht getragen. Ihre umfassenden EDV und Hardware Kenntnisse, ihre zwei Hochschulabschlüsse interessierten niemand.

Ich habe auch keinen „Meisterbrief für Computer“. Die meisten „Kommunikationsmechaniker“ mache ich trotzdem nass.

Mit einem „Deutschen Meisterbrief“ lässt sich halt wunderbar unliebsame Konkurrenz fern halten. Krassestes Beispiel dürften da wohl die Kaminkehrer sein.

cu Hauser

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich bin der Meinung, da gibt es noch einen Weg über die IHK. Ich hatte schon eine ähnliche Konstruktion ( Gewerbe über IHK)
bodo

Eine Freundin eröffnet vor ungefähr zwei Jahren einen
Computerladen. Der Laden (eine Angestellte) lief prima.

Nach Androhung eines Bussgeldes machte sie den Laden dicht. Es
wurde von ihr ein Meistertitel (für Reparatur, Kabel löten
usw.) erwartet. Einen „Scheinmeister“ hätte das Geschäft nicht
getragen. Ihre umfassenden EDV und Hardware Kenntnisse, ihre
zwei Hochschulabschlüsse interessierten niemand.

Lieber Casper hauser,

falls deine Freundin noch Interesse an eine Neueröffnung Ihres Laden hat, kann sie sich unserer Klage anschliessen.
Z.Zt. läuft eine Klage von uns gegen die handwerkskammer

Hi Jaclyn,

das ist leider viel zu spät. Ist ja fast zwei Jahre her. Sie jobt jetzt hauptsächlich unter „Vermeidung von übermässiger Steuerzahlung“ und verdient ganz gut. Der Staat wollte ihr "ehrlich " erwirtschaftetes Geld ja nicht.

Hauser