Ruhig Blut
Hi,
es ist grundsätzlich sinnvoll, sich beim Amt arbeitssuchend zu melden. Denn das macht sich später an deiner Rente bemerkbar. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass dich das Arbeitsamt nicht mit Jobangeboten überschüttet. Ich hatte nach 6 Monaten Meldung kein einziges Jobangebot bekommen…
Anspruch auf ALG 1 habe ich nämlich offenbar nicht, und ALG 2 kommt wegen eigenen Vermögens nicht in Betracht.
Kommt drauf an, wie viel du gespart hast. Du hast pro Lebensjahr einen Freibetrag von 200 Euro. Wenn du wesentlich mehr hast, dann würde ich das Geld einfach bei einem lieben Vertrauten in Sicherheit bringen. Soweit ich weiß, darf dir das Amt nicht vorhalten, dass du kurz vor deiner Meldung als Arbeitsloser noch - sagen wir mal - 5000 Euro auf den Kopf gehaun hast.
hier gibts gute Tipps und Erklärungen:
http://www.alg-2.info/artikel/quer0404-antrag-klippe…
Hilfe bei der Stellensuche durchs
Arbeitsamt ist wohl auch nicht zu erwarten, ich bekomme auch
so alle relevanten freien Stellen.
Das ist klar, allein ein Besuch der für 80 Millionen Euro aufgebauten Jobbörse ist ein Witz.
Ich gehe aber davon aus, dass – wenn ich kein Student mehr bin
– eine Meldung beim Arbeitsamt sinnvoll ist. Ohne
Krankenversicherung dazustehen kann ich mir nicht vorstellen.
Stimmt. Beachte, dass die auf dem Amt eine Exmatrikulationsbescheinigung sehen wollen.
Aber ich möchte auch nicht vom Arbeitsamt in die Pflicht
genommen werden. Wie gesagt, die Stellensuche funktioniert
auch so. Außerdem habe ich einen 400 Euro-Job, der auch Zeit
kostet.
Das ist sogar gut für dich. Denn diese Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt dürfte dich davor schützen, dass du einen 1-Euro-Job ausüben musst. Zwar kassiert das Amt einen Gutteil deiner 400 Euro ein, aber 160 Euro bleiben dir davon zusätztlich zu den 345 Euro Grundsicherung und zur Miete. Außerdem kannst du deinem Sachbearbeiter signalisieren, dass sich aus dem Job vielleicht mal ne richtige Festanstellung ergibt. So bleibt dir Zeit und nervliche Ruhe, dich nebenher um einen richtigen Job zu kümmern.
Ach ja, wenn es geht, melde dich erst zum 1.10. Denn dann gelten die neuen, großzügigeren Zuverdienstmöglichkeiten. Alle Anträge, die vorher bewilligt wurden, werden meines Wissens noch nach den alten Regelungen behandelt.
Eventuell habe ich auch einen Praktikumsplatz in
Aussicht. Kann ich es vermeiden, zu Schulungen oder anderen
Pflichtterminen geladen zu werden?
Sag deiner Sachbearbeiterin, dass du ein Praktikum machen könntest. Die wird richtig dankbar sein, weil das als Trainingsmaßnahme gilt. Einschränkung: leider werden meist nur 12 Wochen im Jahr genehmigt, weil du während des Praktikums ja nicht dem Arbeitsmarkt und den tollen Jobangeboten des Amts zur Verfügung stehst (ein Witz, ich weiß). Für das Praktikum werden dir auch noch Fahrtkosten erstattet. Sollte dein Praktikum länger dauern, dann versuch entweder deine Sachbearbeiterin zu überzeugen. Wenn das nicht geht, sprich mit deinem Praktikumschef. Der muss nämlich einen Schrieb ausfüllen, auf dem u.a. die Dauer der Trainingsmaßnahme angegeben wird. Da soll er halt den Zeitraum reinschreiben, der dem Amt genehm ist. Du hospitierst aber so lange wie du willst. Das bekommen die beim Amt eh nicht raus. Wenn sie dir den Mörder-Job anbieten, kannst du das Praktikum dann immer noch abbrechen.
Ich möchte mich auch nicht auf alle
möglichen Stellen bewerben, wenn es unseriöse/unpassende
Jobangebote gibt. Würde das Arbeitsamt bei so etwas
mitspielen?
Die erwarten nicht von dir, dass du als Student und frischer Arbeitsloser gleich jeden Scheissdreck annimmst, keine Angst.
Viel Glück
André