Melleril® retard 30 - Anwendungsgebiet?

Guten Abend,

ich möchte gerne wissen in welchem Bereich das besagte Medikament Anwendung findet.

Zur näheren Erläuterung:

Ich habe vor einiger Zeit mit Verdacht auf Hirnhautentzündung im Krankenhaus gelegen. (Wie sich später herausstellte, irgendein viraler Infekt, genaueres ist bis heute nicht bekannt.) Mir ging es wenige Tage vor der Einlieferung schon sehr schlecht weswegen der ärztliche Notdienst / Bereitschaftsdienst verständigt wurde.

Ich war aufgrund meiner Beschwerden nicht in der Lage viel zu reden. Ich hatte u.a. bestialische Kopfschmerzen, fror stark, Herzstolpern, beginnende Fieberschübe etc.

Eine Freundin, die zu Besuch war, sprach dafür mit dem Arzt (einem Psychotherapeuten wie sich herausstellte) von dem ich diese Tablette dann später erhielt. Ich weiß noch wie meine Freundin ihn fragte, ob etwas zu beachten sei, wenn ich sie einnehme. Der Arzt meinte nur, dass sie mir zu einem sehr tiefen Schlaf verhelfen würde und ich damit rechnen müsste die nächsten 10-12 Stunden „weg“ zu sein.

Zu dem Zeitpunkt war mein Kind 1,5 Jahre und ich mit ihm alleine. Ich habe mich dagegen entschieden diese Tablette zu nehmen und sie im Medizinschrank verwahrt.

Jetzt fiel mir diese kleine gelbliche Tablette wieder in die Hände. Ich habe mal gegoogelt und gelesen, dass diese „zur Behandlung von Patienten mit chronischen Formen schizophrener und anderer Psychosen“ zum Einsatz kommt.

Ist das richtig oder kann mir jemand Fachkundiges noch etwas anderes sagen?

Vielen Dank und einen schönen Abend.

kosh

Hallo kosh,

Google hat nicht gelogen. Es ist ein Reservemittel bei Psychosen bei denen motorische Unruhe und Aufgeregtheit im Vordergrund stehen. Eine sehr häufige Nebenwirkung (und bei Dir wohl als Hauptwirkung beabsichtigte) ist Schläfrigkeit.

Mit den Infos, die Du gibst eine sehr „exotische“ Therapie für Deine Probleme.

Gruß,

Manticor

Die typischen schwachpotenten Neuroleptika wie Melleril haben nur eine schwache antipsychotische Wirkung (schwachpotent);
und sind deshalb bei der Behandlung von Psychosen (z.B.Schizophrenie ) nur zweite Wahl.
Oft werden sie bei Psychosen zusätzlich zu anderen Medikamenten gegeben.

Diese Neuroleptika haben als Nebenwirkiung bzw. Wirkung u.a.:
Müdigkeit, Beruhigung, oder aber auch einen schmerzbeeinflussenden Effekt.

Insofern ist das primäre Anwendungsgebiet eigentlich die Beruhigung bzw. als Einschlafhilfe.

Zur (chronischen) Schmerzbehandlung wird auch oft der schmerzbeinflussende Effekt dieser Medikamente ausgenutzt.

Unter den gegebenen Umständen,
wäre eine solche Abgabe m.E. aber nicht zulässig bzw. höchst gefährlich, weil der andere Arzt einen ja offensichtlich nicht untersucht bzw. gesprochen hat, und weil man ja an einer schweren körperlichen Krankheit gelitten hat;
wo es zu Problemen mit den Nebenwirkungen dieser Psychopharmaka kommen kann.

Vielen Dank für die beiden Antworten.