Memento

…kann mir jemand die pointe dieses films erklären?

gruß
wega

…kann mir jemand die pointe dieses films erklären?

gruß
wega

Er läuft rückwärts??

SCNR
T.

…kann mir jemand die pointe dieses films erklären?

gruß
wega

Hallo,

das der Film rückwärts läuft, ist dir klar. Dass das schwarz/weisse vorwärts, wohl auch. In dem Moment, wo am Ende des Filmes das schwarz/weiss in das farbige übergeht, „beginnt“ die ganze Geschichte erst. Das merkst Du auch an der karierten Jacke und dem Moment, wo er sich den blauen Anzug anzieht.

Er hat Schuldgefühle wegen seiner Frau und versucht den „Mörder“ zu finden, wo er nur weiß, dass dieser John G. heißt. Das ist ein beliebiger John G., genauso wie der Typ mit dem Bart (der Freund von Natalie). Für den Hauptdarsteller (Leonard) macht das keinen Unterschied, er kann sich es ja eh nicht merken.

Als er am Ende in seinem Truck sitzt, wird ihm klar, dass er niemals glücklich werden kann, weil er sich an dieses Glück nicht erinnern kann. Daher verbrennt er die Polaroid Photos und macht sich auf die Suche nach Teddy (er notiert sich sein Autokennzeichen, damit er danach suchen kann. Genauso hat er das mit dem Typen vorher auch gemacht). Sprich: alles, was Teddy in der Schlusszene erzählt, ist richtig.

Es liegt nur an Leonard, ob er sich daran erinnern will und diese Leere in seiner Seele ausfüllt oder nicht („Erlaubst Du mir, dass ich vergesse, was ich für Dich getan habe?!“).

Er befindet sich in einer Endlosschleife von Wiederholungen (genauso wie seine Erinnerungen. Alles Wiederholungen, die verzweifelte Suche nach sich selbst).

Zusammenfassung:
Film läuft und zeigt das Ende des Filmes.
S/W läuft und läuft paralell in umgekehrter Chronologie zu dem farbigen Teil vorwärts.
Am Ende treffen sich beide Teile und werden eins.

Das ist eine sehr geniale Drehbucharbeit und eine Meisterleistung des Regiesseurs Christopher Nolan.

Sehr verwirrend und trifft genau den Effekt: Das Ende bleibt offen, man schaut sich den Film immer und immer und immer wieder an. Ist Teddy der Mörder? Ist Leonard der Mörder? Beim jeden mal gucken, ändert man seine Meinung.

levi

hallo leviathan,

Als er am Ende in seinem Truck sitzt, wird ihm klar, dass er
niemals glücklich werden kann, weil er sich an dieses Glück
nicht erinnern kann.

klingt interessant, aber ich verstehe es nicht:
warum kann man nicht glücklich werden, wennn man sich an vergangenes glück nicht erinnern kann.
und warum kann er sich nicht erinnern? ich dachte, er hat nur das kurzzeitgedächtnis verloren?
(gibt es sowas eigentlich wirklich? mal abgesehen von alzheimer?)

Es liegt nur an Leonard, ob er sich daran erinnern will und
diese Leere in seiner Seele ausfüllt oder nicht („Erlaubst Du
mir, dass ich vergesse, was ich für Dich getan habe?!“).

sagt wer?

Er befindet sich in einer Endlosschleife von Wiederholungen
(genauso wie seine Erinnerungen. Alles Wiederholungen, die
verzweifelte Suche nach sich selbst).

dass er nach sich selbst sucht, wird m.e. gar nicht so klar.
obwohl es eigentlich schlüssig wäre - da das gedächtnis ja schon mit der identität der person zusammenhängt.

Sehr verwirrend und trifft genau den Effekt: Das Ende bleibt
offen, man schaut sich den Film immer und immer und immer
wieder an. Ist Teddy der Mörder? Ist Leonard der Mörder? Beim
jeden mal gucken, ändert man seine Meinung.

aber was ist nun eigentlich die „message“ des films? gibt es eine? was will er zeigen bzw. auf welche (philosophische) frage soll er eine antwort geben?

gruß
wega

hallo leviathan,

Als er am Ende in seinem Truck sitzt, wird ihm klar, dass er
niemals glücklich werden kann, weil er sich an dieses Glück
nicht erinnern kann.

klingt interessant, aber ich verstehe es nicht:
warum kann man nicht glücklich werden, wennn man sich an
vergangenes glück nicht erinnern kann.

das glück für ihn bestand ja darin, den vermeindlichen mörder seiner frau umzubringen. erst das macht ihn glücklich.
teddy: „ich hab das foto gemacht, nachdem du es getan hattest. sieh nur, wie glücklich du damals warst!“

und warum kann er sich nicht erinnern? ich dachte, er hat nur
das kurzzeitgedächtnis verloren?

das einzige oder sagen wir mal, das letzte, woran er sich erinnern kann, ist wie seine frau starb:
natalie: „und was ist das letzte, an was sie sich erinnern können?“
leonard: „meine frau… wie sie starb“.
an alles vor der verletzung kann er sich erinnern. wo er lebt, als was er gearbeitet hat etc. in dem moment, wo er auf den fussboden knallt, hat er kein kurzzeitgedächnis mehr und somit verliert er auch den lebenssinn.

(gibt es sowas eigentlich wirklich? mal abgesehen von
alzheimer?)

ja, sowas gibt es tatsächlich auch in wirklichkeit.

Es liegt nur an Leonard, ob er sich daran erinnern will und
diese Leere in seiner Seele ausfüllt oder nicht („Erlaubst Du
mir, dass ich vergesse, was ich für Dich getan habe?!“).

sagt wer?

er selber: „ich bin kein killer. ich bin nur jemand, der etwas richtig stellen wollte. darf ich zulassen, was du zu mir gesagt hast? (dann schreibt er: „glaube seinen lügen nicht“ und nimmt ihm die unschuld. teddy hat ja ansich nichts gemacht, teddy wollte ihm nur helfen und stirbt als gesuchter, unechter John G., weil sein name zufällig John G. ist - „teddy“ nannte ihn nur seine mutter) darf ich zulassen, dass ich vergesse, was ich deinetwegen getan habe? (er verbrennt die polaroids, also sein glück)[…] du bist ein John G., also kannst du auch mein John G. sein“
das problem ist, dass er in dem moment, wo er den vermeindlichen mörder tötet, diese leere ausfüllt. die verschwindet aber sogleich wieder, ob er will oder nicht. das einzige was ihn daran hindert ist wäre das nicht-verbrennen der photos und eine notiz auf das bild.

Er befindet sich in einer Endlosschleife von Wiederholungen
(genauso wie seine Erinnerungen. Alles Wiederholungen, die
verzweifelte Suche nach sich selbst).

dass er nach sich selbst sucht, wird m.e. gar nicht so klar.
obwohl es eigentlich schlüssig wäre - da das gedächtnis ja
schon mit der identität der person zusammenhängt.

er sagt ja:
„lüge ich mir was vor, um glücklich zu sein? in deinem fall teddy, ja da tue ich das“ (siehe auch seinen monolog weiter unten)

Sehr verwirrend und trifft genau den Effekt: Das Ende bleibt
offen, man schaut sich den Film immer und immer und immer
wieder an. Ist Teddy der Mörder? Ist Leonard der Mörder? Beim
jeden mal gucken, ändert man seine Meinung.

aber was ist nun eigentlich die „message“ des films? gibt es
eine? was will er zeigen bzw. auf welche (philosophische)
frage soll er eine antwort geben?

als er im auto sitzt und ins tatoostudio fährt, sagt er:
„ich muss an eine welt außerhalb meiner eigenen gedanken glauben. ich muss glauben, dass was ich tue auch einen sinn hat, selbst wenn ich mich nicht erinnern kann.
ich muss daran glaube, dass, wenn ich die augen schließe, die welt noch da ist. glaube ich, dass die welt noch da ist? ist sie immer noch da? ja.
wir alle brauchen erinnerungen damit wir nicht vergessen wer wir sind. das gilt auch für mich.“

da kommt meines erachtens die sinnsuche nach dem (lebens)sinn ansich und seiner eigenen identität ganz klar zum vorschein.
er braucht ja eine aufgabe, einen sinn. würde er nicht nach einem John G. suchen, würde er keinen sinn finden und somit wäre er auch nicht lebensfähig bzw. wert.

gruß
wega

levi

wenn man sich die dvd zulegt, kann man mit einem trick den film quasi in der richtigen reihenfolge sehen. leider verliert der film dadurch seinen charme und offenbart mehrere ganz grobe regie- und logikfehler. also nur was für jene, die es wirklich wissen wollen.

erwin

wenn man sich die dvd zulegt, kann man mit einem trick den
film quasi in der richtigen reihenfolge sehen. leider verliert
der film dadurch seinen charme und offenbart mehrere ganz
grobe regie- und logikfehler.

welche z.b.?

hallo leviathan,

das glück für ihn bestand ja darin, den vermeindlichen mörder
seiner frau umzubringen. erst das macht ihn glücklich.

achso. und weil er das nicht mehr weiß, hat er keinen sinn mehr im leben.
hm.

Sehr verwirrend und trifft genau den Effekt: Das Ende bleibt
offen, man schaut sich den Film immer und immer und immer
wieder an. Ist Teddy der Mörder? Ist Leonard der Mörder? Beim
jeden mal gucken, ändert man seine Meinung.

aber was ist nun eigentlich die „message“ des films? gibt es
eine? was will er zeigen bzw. auf welche (philosophische)
frage soll er eine antwort geben?

als er im auto sitzt und ins tatoostudio fährt, sagt er:
„ich muss an eine welt außerhalb meiner eigenen gedanken
glauben. ich muss glauben, dass was ich tue auch einen sinn
hat, selbst wenn ich mich nicht erinnern kann.
ich muss daran glaube, dass, wenn ich die augen schließe, die
welt noch da ist. glaube ich, dass die welt noch da ist? ist
sie immer noch da? ja.
wir alle brauchen erinnerungen damit wir nicht vergessen wer
wir sind. das gilt auch für mich.“

da kommt meines erachtens die sinnsuche nach dem (lebens)sinn
ansich und seiner eigenen identität ganz klar zum vorschein.

aber ist DAS nicht reichlich trivial?

gruß
wega

servus,

aber ist DAS nicht reichlich trivial?

gruß
wega

nein, das ist alles andere als trivial, insofern nämlich dass man als zuschauer denkt, er würde den mörder seiner frau suchen und dass dies und das finden des mörders das treibende motiv seines handelns darstellt. am ende erfährt man jedoch dass er den mörder schonmal gefunden hat, ihm geht es vielmehr darum den mörder zu suchen (ganz geich ob es wirklich der mörder ist, er wird sich sowieso nicht daran erinnern), ein ziel zu haben an das er sich klammern und entlanghangeln kann. zu etwas anderem fühlt er sich nämlich unfähig, und da stellt sich, wie mein vorredner schon sagte, die elementare frage nach dem sinn des lebens - nur dahinvegetieren kommt für leonard nicht in frage.

gruss,
sebastian

p.s. betrachtet man die aussage und intention der meisten anderer filme so hat dieser doch tatsächlich gewaltig tiefgang. ausserdem geht es ja nicht um die komplexität der aussage als vielmehr um die darstellung derselben, und die ist hier grandios gelöst.

hallo,

ihm geht es vielmehr
darum den mörder zu suchen (ganz geich ob es wirklich der
mörder ist, er wird sich sowieso nicht daran erinnern), ein
ziel zu haben an das er sich klammern und entlanghangeln kann.

wie kommt es, dass er sich DAS noch merken kann?

p.s. betrachtet man die aussage und intention der meisten
anderer filme so hat dieser doch tatsächlich gewaltig
tiefgang. ausserdem geht es ja nicht um die komplexität der
aussage als vielmehr um die darstellung derselben, und die ist
hier grandios gelöst.

ich habe vielmehr den eindruck, dass die (eigentlich interessante) thematik total verschenkt worden ist. man hätte sicher viel mehr draus machen können.

gruß
wega

hallo,

ihm geht es vielmehr
darum den mörder zu suchen (ganz geich ob es wirklich der
mörder ist, er wird sich sowieso nicht daran erinnern), ein
ziel zu haben an das er sich klammern und entlanghangeln kann.

wie kommt es, dass er sich DAS noch merken kann?

weil, wie ich schon das letzte mal bereits gesagt hat er sagt, woran es das letzte ist, woran er sich erinnert: „meine frau… wie sie starb“. nicht umsonst hat er sich die ganz wichtigen eckdaten auf seinen körper tätowiert.

und er hat sich, wenn du drauf achtest, ein ganzes system mit mappen, zetteln usw was ihn als stütze dient.

und dieses „das letzte, woran er sich erinnert“ gibt ihm doch auch erst die dynamik - den antrieb - was er da macht.

p.s. betrachtet man die aussage und intention der meisten
anderer filme so hat dieser doch tatsächlich gewaltig
tiefgang. ausserdem geht es ja nicht um die komplexität der
aussage als vielmehr um die darstellung derselben, und die ist
hier grandios gelöst.

ich habe vielmehr den eindruck, dass die (eigentlich
interessante) thematik total verschenkt worden ist. man hätte
sicher viel mehr draus machen können.

was ist den deiner meinung nach die „eigentliche thematik“? der gedächnisverlust?

gruß
wega

zusatz

servus,

aber ist DAS nicht reichlich trivial?

nein, das ist alles andere als trivial, insofern nämlich dass
man als zuschauer denkt, er würde den mörder seiner frau
suchen und dass dies und das finden des mörders das treibende
motiv seines handelns darstellt. am ende erfährt man jedoch
dass er den mörder schonmal gefunden hat, ihm geht es vielmehr
darum den mörder zu suchen (ganz geich ob es wirklich der
mörder ist, er wird sich sowieso nicht daran erinnern), ein
ziel zu haben an das er sich klammern und entlanghangeln kann.
zu etwas anderem fühlt er sich nämlich unfähig, und da stellt
sich, wie mein vorredner schon sagte, die elementare frage
nach dem sinn des lebens - nur dahinvegetieren kommt für
leonard nicht in frage.

ich stimme mit allen punkten hier überein.
ergänzend noch hinzuzusagen, dass dieses nicht-glücklichwerden auch dadurch symbolisiert wird, als gaaanz am anfang, wo er das polaroid in der hand hat, worauf der vermeindliche mörder seiner frau drauf ist (teddy) und somit der glückbeweis verblast, bis er verschwindet.

für mich eine beweislastige metapher, dass leonard nie glücklich werden kann, da sein glück verblast.

hallo,

p.s. betrachtet man die aussage und intention der meisten
anderer filme so hat dieser doch tatsächlich gewaltig
tiefgang. ausserdem geht es ja nicht um die komplexität der
aussage als vielmehr um die darstellung derselben, und die ist
hier grandios gelöst.

ich habe vielmehr den eindruck, dass die (eigentlich
interessante) thematik total verschenkt worden ist. man hätte
sicher viel mehr draus machen können.

was ist den deiner meinung nach die „eigentliche thematik“?
der gedächnisverlust?

der zusammenhang zwischen gedächtnis und erleben bzw. „ich-erleben“
(bin ich noch derselbe mensch, wenn ich mich nicht erinnern kann…oder oder oder…)
inwiefern soll das grandios gelöst sein, wenn zum schluß nur kommt „ich muss an eine außenwelt glauben“?

gruß
wega

was ist den deiner meinung nach die „eigentliche thematik“?
der gedächnisverlust?

der zusammenhang zwischen gedächtnis und erleben bzw.
„ich-erleben“
(bin ich noch derselbe mensch, wenn ich mich nicht erinnern
kann…oder oder oder…)
inwiefern soll das grandios gelöst sein, wenn zum schluß nur
kommt „ich muss an eine außenwelt glauben“?

jetzt lässt du nicht locker, hm? :wink:

grandiös gelöst, wie mein mitredner bereits sagte deswegen, weil:

als erstes musst du überlegen, was dich als mensch ausmacht. da wäre zum einen deine eigene person. nehmen wir dich als beispiel.
du bist „wega“.
du hast seit anbeginn deiner kindheit erfahrungen gesammelt und tust es mit jedem tag neu. du lernst dazu. du entwickelst dich weiter. selbst im hohen alter lernst du immer wieder was dazu und sei es der name eines neuen menschens. irgendwas geht immer. das ganze leben ist ein einziger lernprozess.
um das zu bewerkstelligen werden dinge im „arbeisspeicher“ gesammelt und wenn diese informationen sich als nützlich erweisen, werden sie im langzeitgedächnis, der „festplatte“ sozusagen abgespeichert, andere wiederum gelöscht.

beim fahrradfahren z.b. ist es so, dass du die ersten male es nicht hinkriegst. der verstand speichert sie im arbeitsspeicher ab. nach und nach werden die fähigkeiten bit für bit auf die festplatte gespeichert (in diesem falle ist es, wenn ich mich nicht täusche, das kleinhirn, wo bewegungen usw gespeichert werden).

fehlt dir nun wie bei leonard diese eigenschaft, dann „hängt“ der arbeitsspeicher und du bootest von der festplatte aus (ok, beim pc ist es anders, aber ich hoffe, du weißt wie ich das meine).
das heißt also dass leonard bis zu dem unfall ein ganz normales leben führen konnte. aber nun „hängt“ er in diesem zeitfenster fest. er kann keine neuen eigenschaften dazulernen, alles, was er zustande bringt, sind fakten zu einem ergebnis zusammenzuführen und zu kombinieren. normalerweise würde er das nicht brauchen, weil sein verstand ihm sagen würde: 1+1=2. er muss alles mühsam zusammensetzen.

im falle von „memento“ ist es nun so, dass leonard in diesem zeitfenster festhängt. seine frau ist ermordert, er sucht den mörder. punkt. das ist alles, was er will. alles andere um ihn herum ist von wenig interesse, da er nur ein ziel vor augen hat. er hat den mörder schon vor einem jahr gefunden, aber er kann sich nicht erinnern, demzufolge stellt sich auch kein befriedigungsgefühl ein. und er muss sich was vorlügen um weiter existieren zu können. soweit, dass er vielleicht sogar garkeine andere wahl hat, als das polaroid zu verbrennen und teddy seine unschuld zu nehmen.

vergleichbar wäre das mit demenzpatienten. auch sie haben ein gewisses zeitfenster, in denen sie leben. alles andere ist verwirrend. kontrontriert man sie mit der realität, so werden sie unruhig, teilweise aggressiv, wollen es nicht wahrhaben. genauso reagiert leonard. in dem moment, wo es ihm klar wird („darf ich zulassen, dass ich vergesse, was du zu mir gesagt hast?“), verbrennt er absichtlich sein glück, wie in den posting vorher auch schon erwähnt.

nur, um eine aufgabe zu haben, einen sinn in seinem tun und handeln zu haben (sinn: mörder der frau zu finden). das, was jeder mensch auf der erde tut. einen sinn in seinem tun zu haben (familie zu gründen, arbeiten, befriedigung, erfülltes leben). was anderes macht er nicht.
der sinn stellt sich nicht ein, weil er es vergisst.

sicher ist er derselbe mensch, auch wenn er das problem mit dem gedächnis hat. aber das wars dann auch schon. er kann sich nicht weiterentwickeln. demenzerkrankte kann man nicht zurück in die realität holen, wenn die demenz schon zu weit fortgeschritten ist. alles, was man dann tun kann, ist in ihren schuhen zu laufen.

leonard entschuldigt sein tun insofern, dass seine frau ermordert wurde. das ergibt für ihn den lebenssinn.

würde er normal sein, hätte er den mörder umgebracht und vergeltung gehabt und somit befriedigung. da es nicht so ist, fängt er wieder von vorne an. ein weiterer John G.

levi

servus,

ausserdem ist die art und weise wie nolan diese situation darstellt, die regiearbeit, insofern genial als dass man durch den ständigen wechsel von zeiten und das rückwärtslaufen der handlung die hilflosigkeit und - ich sag mal verplantheit - absolut mitfühlen kann, man versucht selbst am ball zu bleiben und schafft es kaum, genau wie leonard.

und was mir gerade noch einfällt: ein weiterer „aha“ effekt des films ist ja dass man als zuschauer zum schluss erfährt dass leonard selbst dieser „remember…“ weiß jetzt nicht mehr wie der hieß-kerl ist, der selbst alles vergessen hat. er hat also nach dem unfall bis zum freitod seiner frau alles verdrängt - NICHT vergessen - sein unterbesußtsein hat also die ereignisse in eine für leonard
„akzeptable“ form gebracht und gleichzeitig das motiv für sein späters handeln geschaffen.

gruss,
sebastian

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servus,

ausserdem ist die art und weise wie nolan diese situation
darstellt, die regiearbeit, insofern genial als dass man durch
den ständigen wechsel von zeiten und das rückwärtslaufen der
handlung die hilflosigkeit und - ich sag mal verplantheit -
absolut mitfühlen kann, man versucht selbst am ball zu bleiben
und schafft es kaum, genau wie leonard.

und was mir gerade noch einfällt: ein weiterer „aha“ effekt
des films ist ja dass man als zuschauer zum schluss erfährt
dass leonard selbst dieser „remember…“ weiß jetzt nicht mehr
wie der hieß-kerl ist, der selbst alles vergessen hat. er hat
also nach dem unfall bis zum freitod seiner frau alles
verdrängt - NICHT vergessen - sein unterbesußtsein hat also
die ereignisse in eine für leonard
„akzeptable“ form gebracht und gleichzeitig das motiv für sein
späters handeln geschaffen.

gruss,
sebastian

dem ist nichts mehr hinzuzufügen. der film ist einfach ein absolut geniales werk geworden. es soll ja echt leute geben, die das nicht abpeilen, dass der film rückwärts läuft. es ist kein konventionelles kino und erfordert gehirnschmalz.

irgendwer meinte auch mal, dass der film daher so genial ist, weil man am ende nie entscheiden kann: ist er nun der mörder oder ist er es nicht. man hatte die lösung und beim nächsten mal hat man seine meinung wieder revidiert.

ich für meinen teil finde, dass die erklärung von teddy am schluss die logischste ist.

levi

ps.: sammy jenkins hieß der typ

hula,

als erstes musst du überlegen, was dich als mensch ausmacht.
da wäre zum einen deine eigene person. nehmen wir dich als
beispiel.
du bist „wega“.
du hast seit anbeginn deiner kindheit erfahrungen gesammelt
und tust es mit jedem tag neu. du lernst dazu. du entwickelst
dich weiter. selbst im hohen alter lernst du immer wieder was
dazu und sei es der name eines neuen menschens. irgendwas geht
immer. das ganze leben ist ein einziger lernprozess.
um das zu bewerkstelligen werden dinge im „arbeisspeicher“
gesammelt und wenn diese informationen sich als nützlich
erweisen, werden sie im langzeitgedächnis, der „festplatte“
sozusagen abgespeichert, andere wiederum gelöscht.

du meinst also: identität = summe der gespeicherten erfahrungen?

müssten dann nicht diejenigen erfahrungen, die er nicht mehr speichert, auch nicht mehr zu seiner identität gehören?

nur, um eine aufgabe zu haben, einen sinn in seinem tun und
handeln zu haben (sinn: mörder der frau zu finden). das, was
jeder mensch auf der erde tut. einen sinn in seinem tun zu
haben (familie zu gründen, arbeiten, befriedigung, erfülltes
leben). was anderes macht er nicht.
der sinn stellt sich nicht ein, weil er es vergisst.

sicher ist er derselbe mensch,

für UNS. aber auch für sich selbst?

gruß
wega

irgendwer meinte auch mal, dass der film daher so genial ist,
weil man am ende nie entscheiden kann: ist er nun der mörder
oder ist er es nicht. man hatte die lösung und beim nächsten
mal hat man seine meinung wieder revidiert.

warum versteh ich nicht, was daran denn nun wieder genial sein soll *g*

weil es ausnahmsweise mal kein linear erzählter film ist und der teufelskreis, in dem leonard sich befindet undurchbrechbar ist. aber das wird einem erst klar, wenn man den film mehr als einmal gesehen hat.

vielleicht ist er ja auch deswegen so genial, weil man bei dem film nachdenken muss und genauso verwirrt ist, wie der protagonist?

bei dir scheint es ja funktioniert zu haben :wink:

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hula,

als erstes musst du überlegen, was dich als mensch ausmacht.
da wäre zum einen deine eigene person. nehmen wir dich als
beispiel.
du bist „wega“.
du hast seit anbeginn deiner kindheit erfahrungen gesammelt
und tust es mit jedem tag neu. du lernst dazu. du entwickelst
dich weiter. selbst im hohen alter lernst du immer wieder was
dazu und sei es der name eines neuen menschens. irgendwas geht
immer. das ganze leben ist ein einziger lernprozess.
um das zu bewerkstelligen werden dinge im „arbeisspeicher“
gesammelt und wenn diese informationen sich als nützlich
erweisen, werden sie im langzeitgedächnis, der „festplatte“
sozusagen abgespeichert, andere wiederum gelöscht.

du meinst also: identität = summe der gespeicherten
erfahrungen?

müssten dann nicht diejenigen erfahrungen, die er nicht mehr
speichert, auch nicht mehr zu seiner identität gehören?

das taten sie ja von anfang an nicht. was nicht da ist, kann auch nicht zu einem gehören. leonard „stirbt“ in dem moment, wo er das kurzzeitgedächnis verliert und somit auch die fähigkeit sich weiterzuentwickeln. aus dem grund ist er ja erst in diesen teufelskreis reingeraten und befindet sich in der schleife.

nur, um eine aufgabe zu haben, einen sinn in seinem tun und
handeln zu haben (sinn: mörder der frau zu finden). das, was
jeder mensch auf der erde tut. einen sinn in seinem tun zu
haben (familie zu gründen, arbeiten, befriedigung, erfülltes
leben). was anderes macht er nicht.
der sinn stellt sich nicht ein, weil er es vergisst.

sicher ist er derselbe mensch,

für UNS. aber auch für sich selbst?

natürlich. er sagt ja, dass er weiß, wo er gewohnt hat, was er gearbeitet hat usw. nur fehlt der sinn in seinem leben, den er dadurch ausgleichen zu versucht, in dem er ein rätsel zu lösen versucht, was er a.) bereits gelöst hat und b.) was er sich selber erschaffen hat, um am leben zu bleiben, sich als mensch zu fühlen. aus keinem anderen grund macht er es ja, wie er es so schön am ende des filmes auch sagt („wir alle brauchen erinnerungen, damit wir wissen, wer wir sind“).

gruß
wega