Mennoniten

Liebe Wer-weiß-wasler!

Da ich im Ausland lebe und nur bedingt Zugriff auf Fachliteratur habe wollte ich wissen, wer mir kurz was über die Mennonitische Gemeinde erzählen kann (wann wo von wem gegründet, zentrale Lehre, Hierarchie, entsprechende Literaturhinweise, Homepages usw.). Vielen Dank im voraus,

Eure Andrea

Liebe Andrea
Ich habe nur Yahoo mit Mennonites angetippt und schwubdiwupp, hatte ich seitenweise Hits.
Schau selbst nach. Übrigens, unten beim Yahoo kann man das Land einstellen. USA wäre gut, denke ich.
Viel Glück
Dein Mike

Hallo Andrea!

Menno Simons, geb. in Witmarsum (heute Wonseradeel bei Leeuwarden) 1496.
Gest. Wüstenfelde (bei Bad Oldesloe) 31.1.1561.
Deutscher täuferischer Theologe. Urspr. kath. Priester, schloß sich 1536 den Täufern an.

Mennoniten, Name der nach Menno Simons benannten Anhänger einer aus schweizer., niederl. und nordwestdt. Täufergruppen nach 1535 entstandenen Reformationsbewegung, die ein kalvinistisch geprägtes Christentum vertreten, die Kindertaufe ablehnen und die sittl. Heiligung betonen. Die Gesamtheit der M. verteilt sich auf folgende Gruppen: 1. M.Kirche. 2. General Conference Mennonite Church. 3. M-Brüder-Kirche. 4. Amish-M-Kirche Alter Verfassung. Heute in der Mennonite World Conference zusammengeschlossen.

Grup Werner

Aus Meyers Lexikon

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liebe Andrea,

mein Lexikon gibt folgendes her

Gruß Gandalf

Mennoniten, Religionsgemeinschaft, die im 16.Jahrhundert aus schweizerischen, niederländischen und norddeutschen Täufergruppen hervorgegangen ist.
Lehre
Die Hauptlehre der Mennoniten findet sich in einem Glaubensbekenntnis, das 1632 in Dordrecht verfasst wurde. Die einzige Autorität ist die Bibel. Diese wird nicht von einem Geistlichen ausgelegt, der eine Mittlerrolle zwischen Individuum und Gott einnimmt, sondern von jedem Einzelnen. Die Taufe wird nur nach Ablegung des Glaubensbekenntnisses vollzogen, wobei die Kindertaufe abgelehnt wird. Die Mennoniten feiern das Heilige Abendmahl (siehe Eucharistie), das in manchen Fällen mit einer Fußwaschung verbunden ist. Das Abendmahl gilt jedoch nicht als Sakrament.
Die Mennoniten waren die ersten, die die Sklaverei verurteilten. Sie weigern sich, Kriegsdienst zu leisten und verurteilen jede Art von Gewalt. Die Mennoniten lehnen es ab, gerichtliche Eide zu leisten und bekleiden keine öffentlichen Ämter. Ihr Ziel ist die Nachfolge Christi im Sinne der Bergpredigt. Die konservativen unter den mennonitischen Gruppen zeichnen sich durch bescheidene Lebensart und einfache Kleidung aus.
Geschichte
Die Mennoniten kamen im 16. Jahrhundert in der Schweiz auf und waren ursprünglich radikale Protestanten. Sie standen theologisch den schweizerischen Reformatoren Ulrich Zwingli und Johannes Calvin nahe (Calvinismus). Da sie jedoch im Unterschied zu dem schweizerischen Reformator Ulrich Zwingli die Kindertaufe ablehnten, wurden sie auch Täufer oder Wiedertäufer genannt. Da sie sich weigerten, Kriegs- sowie Militärdienst zu leisten, wurden sie häufig verfolgt und waren zur Auswanderung gezwungen.
Etwa zur gleichen Zeit entstand eine ähnliche Bewegung in den Niederlanden, geführt von Menno Simons, nach dem die Mennoniten später benannt wurden. Menno wurde 1524 zum Priester geweiht. Allmählich nahm er eine immer radikalere Haltung an, und um 1537 predigte er dann die Taufe der Gläubigen. Wie in der Schweiz wurden die Täufer auch in den Niederlanden verfolgt. Ähnliche Gruppierungen bildeten sich auch in Süddeutschland und Österreich heraus, wo sie von Jakob Huter geführt und nach ihm Hutterer genannt wurden.
Die Schweizer Brüder wurden bis ins 18. Jahrhundert hinein verfolgt, und viele flohen in das Rheinland oder die Niederlande. Andere wanderten nach Nordamerika, insbesondere nach Pennsylvania, aus und wiederum andere nach Osteuropa. Ende des 16. Jahrhunderts wurden die direkten Verfolgungen in den Niederlanden eingestellt, wobei gewisse Einschränkungen und Diskriminierungen vonseiten der Staatskirche bestehen blieben. Auch die holländischen Mennoniten wanderten aus: Einige gingen nach Pennsylvania, andere zogen nach Osten, nach Preußen und Polen, und kamen im frühen 19. Jahrhundert bis in die Ukraine.
Für die Mennoniten Amerikas ist bezeichnend, dass sich ein Teil als Nachfolger des elsässischen Ältesten Jakob Ammann versteht und nach ihm Amische genannt wird.
Heute sind die meisten mennonitischen Kirchen in der Mennonitischen Weltkonferenz (Mennonite World Conference) zusammengeschlossen. Ein Teil gehört dem Ökumenischen Rat der Kirchen an.

„Mennoniten“, Encarta® 99 Enzyklopädie. © 1993-1998 . Alle Rechte vorbehalten.

und

Menno Simons (1496-1561), täuferischer Religionsreformer, nach dem die protestantische Religionsgemeinschaft der Mennoniten benannt wurde.
Menno wurde in Witmarsum (heute Wonseradeel) in Friesland geboren. 1524 wurde er zum katholischen Priester geweiht. Da er Zweifel an der katholischen Abendmahlsinterpretation, an der Kindertaufe und anderen kirchlichen Dogmen hatte, begann er sich intensiv mit dem Neuen Testament und den Schriften Martin Luthers auseinander zu setzen. In Übereinstimmung mit Luther kam er schließlich zu der Einsicht, dass die Bibel die höchste Autorität der Christen sein sollte und trat aus der katholischen Kirche aus. Danach schloss er sich 1536 den Täufern an. Menno wandte sich jedoch gegen radikale Strömungen wie z. B. die Wiedertäufer in Münster, die 1535 versuchten ein „tausendjähriges Reich" zu errichten. Er hingegen versuchte die gemäßigten Gruppen zusammenzuschließen. 1537 wurde er „Ältester" einer Täufergemeinde in Leeuwarden, wo er auch heiratete. Während der folgenden Jahre war er als Missionar tätig und verbreitete den neuen Glauben auch im niederländischen und norddeutschen Raum. Er starb am 31. Januar 1561 in Wüstenfelde in der Nähe von Oldesloe (Holstein).
In seinen Schriften setzte sich Menno mit dem Verständnis der Eucharistie, der Kindertaufe und Fragen der Kirchenmitgliedschaft auseinander. Im Mittelpunkt seiner Lehre stand die Umkehr als fundamentale christliche Forderung, die unmittelbar mit der Taufe verbunden war. Die Umkehr zeigt sich im bußfertigen und Gott gehorsamen Leben. Er glaubte an die göttliche Natur Christi und taufte nur diejenigen, die sich in ihrem Glauben zu Christus bekannten. Seiner Ansicht nach waren Militärdienst und Töten ethisch verwerflich. Gleichfalls lehnte er die Eidesleistung, die Ausübung des Richteramtes wie auch die Ehe mit Personen ab, die nicht der Kirche angehörten. Menno lehrte auch, dass schweigend gebetet werden sollte.

„Menno Simons“, Encarta® 99 Enzyklopädie. © 1993-1998 . Alle Rechte vorbehalten.