Hi Romana,
es geht auch gar nicht darum, Michspender in Form von Frauen
heranzuzüchten. Ich hörte mal von einem afrikanischen Stamm,
in dem die Kinder die ersten drei Jahre gestillt werden.
Worum dann?
Nicht nur in Afrika. Unsere Mütter haben auch noch sehr lange gestillt. Sicherlich haben Mütter auch nicht umsonst so lange Milch und viele Probleme mit dem Abstillen.
Ich weiß nicht, ob ich solch eine Milch überhaupt probieren
wollen würde. Interessiert bin ich meistens. Ich trinke sehr
gerne Milch (Kuh, Ziege, Soja).
Ist ja auch in Ordnung. Es gibt aber eben auch Menschen, die sich angewidert fühlen. Mein Sohn z. B. hat nach seinem ersten Lebensjahr beschlossen, keine Milch und Milchspeisen mehr anzurühren. Grund? Es widerte ihn einfach an.
Würde es Frauen als Milchspender geben, so würden sich
sicherlich nicht alle Frauen als Milchspender zur Verfügung
stellen. Ebenso würden nicht alle Menschen diese
Nahrungsquelle anzapfen wollen. Das muß auch gar nicht
generalisiert werden, im Sinne von Milchkuh und Milchfrau.
Wenn es für einige gut bzw. okay wäre, warum nicht? Wie ist
das bei Milchallergien? Trifft das auch auf Muttermilch zu?
Könnte Muttermilch eine Alternative sein?
Es gibt angenäherte Muttermilch zu kaufen (Säuglingserstnahrung), wäre eine Alternative. Andererseits, ist es nicht besser, weg zu lassen, was nicht vertragen wird?
Und die Milchfrau ist eh nicht zu realisieren, da der Mensch eben nur Milch produzieren kann, wenn er einen triftigen Grund dafür hat. Wenn in diesem Moment zuviel erzeugte Milch einem anderen Säugling gegeben wird, dessen Mutter keine oder nur geringfügig Milch produzieren kann, damit habe ich keine Probleme. Allerdings bekäme ich ein Problem damit, wenn der Vater des Kindes meinen würde, er müsse sich etwas Gutes tun!
Grundsätzlich finde ich den Gedanken interessant, egal ob man
nun Frau oder Mann anzapft, und egal wofür. Möglicherweise
sehen wir auf dieser Ebene wie wir unsere Tiere ausbeuten /
ausschlachten. Gut, wir ernähren uns davon. Was ich hier
ansprechen möchte, ist die Würde des Tieres bzw. des Menschen.
Wie gehen wir damit um? Wird hier nicht TEILS mit Ethik
argumentiert um davon abzulenken, daß wir dem Tier näher sind
als wir es uns selbst eingestehen wollen?
Wir sind dem Tier gleich, wollen es aber nicht anerkennen, weil wir denken etwas besseres zu sein. Gut, wären wir es, würden wir wohl alle Vegetarier sein und bräuchten uns keinen Kopf mehr über die Ethik in Bezug auf Tiere als Nahrungsquelle machen.
Auf einer anderen Ebene: wenn es um lebensrettende
Bluttransfusion geht, erklären sich Menschen zum Spenden
(eher) bereit. Knochenmarkspender schauen schon rarer aus.
Doch was ist beispielsweise mit Organspendern? Weshalb
schrecken die meisten Lebenden davor zurück? Wenn wir tot
sind, kann es uns gleich sein. Wir haben nichts mehr davon,
doch anderen könnte es helfen und eventuell sogar das Leben
verlängern.
Ich habe kein Problem damit Blut zu spenden, das wird flugs wieder aufgefüllt. Mit dem Knochenmark sieht es da schon anders aus, da käme es schon darauf an, wem ich damit helfen kann. Meinen Organspendeausweis habe ich immer dabei. Mir ist es egal, wieviel von meiner Materie übrig bleibt, um verbrannt zu werden.
Das einzige, was ich ausgeschlossen habe, sind meine Augen (im Grunde wird ja eh nur die Netzthaut verwendet), da sie das Fenster der Seele sind und ich nicht will, daß irgend jemand sehen muß, was ich sehen durfte. Also religiöse Gründe.
Wieso denken viele Menschen so ablehnend, geht es um die
Dinge, die aus dem Menschen selbst kommen?
Der Ursprung ist immer das Selbst. Viele Menschen können sich einfach nicht vorstellen, ihren Körper nicht mehr zu spüren, wenn sie tod sind. Sie haben nicht umsetzen können, das der Körper Leihgut ist um Geist und Seele die Möglichkeit des Erfahrens zu geben, d. h. sie sind so stark mit der Materie verbunden, daß die Vorstellung sich von der eigenen Materie Körper zu trennen erschreckend oder gar schmerzhaft erscheint.
Romana *klingtsogut*,
Ein schönes Sonnenfest,
lieben Gruß,
Fionny

