Menschenopfer

Jesus und Selbstopferung

Das bekannteste Opfer in diesem Zusammenhang dürfte übrigens
Jesus gewesen sein.

hm interessant. an den hatte ich bei diesem thema bis jetzt
noch gar nicht gedacht. aus meiner sicht fällt diese berühmte
hinrichtung nicht in die rituelle opferkategorie. die römer
haben reihenweise (im wahrsten sinne des wortes) unliebsame
personen in ihren kolonien hinrichten lassen. es waren
politische akte. der opferstatus von jesus ist imho bereits
ein produkt des christentums. was natürlich wiederum
interessant ist. „ab wann wird ein tod als opfer betrachtet“.

Ich meinte das auch nicht aus Sicht der Römer, sondern mehr im Zusammenhang von „sich selbst als Opfer hingeben“. Ob Jesus bei seinem Tod dieses Selbstverständnis auch hatte, kann ich als christliche Nichtwisserin nicht sagen, aber dafür gibt es ja andere kompetente Leute hier.

Gruss
Marion

Hallo,

hm interessant. an den hatte ich bei diesem thema bis jetzt
noch gar nicht gedacht. aus meiner sicht fällt diese berühmte
hinrichtung nicht in die rituelle opferkategorie. die römer
haben reihenweise (im wahrsten sinne des wortes) unliebsame
personen in ihren kolonien hinrichten lassen. es waren
politische akte. der opferstatus von jesus ist imho bereits
ein produkt des christentums. was natürlich wiederum
interessant ist. „ab wann wird ein tod als opfer betrachtet“.

Ich meinte das auch nicht aus Sicht der Römer, sondern mehr im
Zusammenhang von „sich selbst als Opfer hingeben“. Ob Jesus
bei seinem Tod dieses Selbstverständnis auch hatte, kann ich
als christliche Nichtwisserin nicht sagen, aber dafür gibt es
ja andere kompetente Leute hier.

Die Sache mit Jesu Selbstverständnis ist natürlich etwas schwierig…:wink: Für das christliche Verständnis auch eigentlich nicht entscheidend. Was der Frage nach „Menschenopfer“ am nächsten kommt, ist christlicherseits die Martyriumsvorstellung. Der christliche Märtyrer stirbt (später, so ab dem 4. Jh. reicht dann auch, daß er sich foltern läßt, streng genommen ist das aber „nur“ ein confessor) für seinen Glauben / weil er Gott nicht verleugnet. Das wichtigste Kriterium für einen Märtyrer neben dem inhärenten Glaubensakt ist, daß das Martyrium nicht freiwillig gesucht werden darf, denn als ein von Gott letztlich gesegneter Akt darf dies nicht provoziert werden. D.h., wenn man, ohne seinen Glauben zu verleugnen, sich dem Martyrium entziehen kann, soll man das auch tun. Eine „Selbstopferung“ in diesem Sinne kann es im christlichen Verständnis nicht geben. Auch Jesus hat sich streng genommen nicht sich selbst geopfert, sondern Gott seinen Sohn (wobei das jetzt aufgrund der Trinität etwas komplexer wird).
Als Beispiel für einen „anerkannten“, neueren Märtyrer sei Bonhoeffer genannt.

Grüße,
Taju