Hi!
ein Menschenrecht auf saubere Umwelt gibt es nicht. Ich gehe
auch davon aus, dass keine Regierung ein solches Recht in ihre
Verfassung aufnehmen wird, aus guten Gründen.
Ich muss Dich leider berichtigen: es gibt ein Recht auf saubere Umwelt und es gibt einige Länder, die dieses Recht bereits in ihre Verfassung aufgenommen haben (zB Afrikanische Deklaration der Menschenrechte, meines Wissens zusätzlich: Brasilien, Portugal und andere). Es ist eines der Menschenrechte der dritten Generation.
Problem ist natürlich die Durchsetzbarkeit (wie bei allen Menschenrechten). Dennoch: der Diskurs existiert, ich habe nur bisher noch keine ordentlich Literatur gefunden, die mir ordentliche Argumente (belegt) für und wider liefert…
Das einzig denkbare im Moment wäre für mich, der Umweg über
das Recht auf körperliche Unversehrtheit, wenn Du durch
negative Umwelteinflüsse zu schaden gekommen bist. Aber bevor
Du das einklagen kannst, sind vorher schon juristische Hürden
zu nehmen. Da käme erst einmal die Frage der Körperverletzung
und wen möchtest Du haftbar machen? Hast Du keinen
Verursacher, ist die Sache schon erledigt.
Das ist zur Zeit das Problem im deutschen Recht, zB alleine die Klagebefugnis etc. Sehe ich ein, ich muss aber eben für mein Seminar den internationalen Stand der Diskussion darstellen. Der Grundstein ist übrigens (größtenteils) bereits in Rio 1992 gelegt worden…
Ich werde mich in meinem Referat auch damit beschäftigen, wie ein solches Recht in Deutschland ausgestaltet werden könnte. (zB Art. 2a GG: Recht auf saubere Umwelt).
BTW: So etwas ähnliches (wenn auch schön umstritten, haben wir ja schon, nämlich den Art. 20a GG)
Wenn Interesse besteht: ich werde das Referat anschließend auf meine Homepage stellen, da kann es dann jeder ab Ende Juni ansehen und Diskussionen sind natürlich sehr erwünscht.
Nur ein Beispiel: Durch die Zerstörung der Ozonschicht mit
FCKW bekommst Du Hautkrebs. Wer ist schuld daran?
Du siehst, allein deshalb wird keine Regierung ein Recht auf
saubere Umwelt in ihre Verfassung aufnehmen.
Eben doch.
Dennoch: danke für die Antwort (vor allem, dass das so irre schnell ging). Juristen müssen eben auch diskutieren, damit was draus wird… 
Bis dann
Reto