Mercedes S 600

Hallo.

Schaue ich mir den aktuellen Mercedes S 600 an, verstehe ich nicht so richtig, welche Strategie damit verfolgt wurde.

Zunächst einmal ist der 600er, wie zu erwarten, noch einmal deutlich höher angesetzt als die anderen Modellde der Baureihe: Um die Hälfte teurer als der 500er, nur in der Langversion lieferbar, zwölf Zylinder und als einziger mit vollautomatischem Getriebe.
Warum aber dann ein Turbomotor und statt sechs nur knapp über fünfeinhalb Liter Hubraum? Da paßt doch eins überhaupt nicht zum anderen.
Der 600er zielt eindeutig nach auf klassischen Komfort bedachte Käufer, womöglich mit Chauffeur, die beim Auto nicht sparen und auf das Attribut „sportlich“ sicher keinen gesteigerten Wert legen. Deshalb dürfte neben Komfort und natürlich Sicherheit dem Prestige der oberste Rang eingeräumt werden. Ist dieser Motor da nicht eher von Nachteil?
Meinem Empfinden nach ist bei einem solchen Auto ein konventioneller Saugmotor und mindestens wahre sechs Liter Hubraum die einzige passende Variante.
Kann einer von euch nachvollziehen, was sich die Entwickler bei Mercedes gedacht haben?

Grüße,
Ostlandreiter

Hallo!

Der Trend in der Motorenentwicklung geht zum „Downsizing“,
also den Motor eine oder 2 Nummern kleiner bauen, dafür Turbo ran.

Das ergibt weniger Reibungs- und Pumpverluste, bei gleicher oder mehr Leistung,
und geringeren Kraftstoffverbrauch.

Aber das eine Beispiel verstehe ich auch nicht so recht,
da hätte man dann ja 2 Zylinder einsparen können, um auf einen sinnvollen Effekt kommen zu müssen.

Vielleicht haben die dann noch paar Solarzellen auf das Autohaus gebaut, und rechnerich den CO² - Ausstoß um 10 % gesenkt.
Es müssen ja alle zur Rettung der Umwelt beitragen…

Grüße, Steffen!

Hallo.

Schaue ich mir den aktuellen Mercedes S 600 an, verstehe ich
nicht so richtig, welche Strategie damit verfolgt wurde.

Zunächst einmal ist der 600er, wie zu erwarten, noch einmal
deutlich höher angesetzt als die anderen Modellde der
Baureihe

Hallo Ostlandreiter:
S 600 „nur“ 152.796
S 65 AMG 217,115

als einziger mit
vollautomatischem Getriebe.

Das verstehe ich nicht, was Du hier meinst. Alle S Klassen haben schon seit Jahrzehnten vollautomatische Getriebe. Der Unterschied liegt nur in den Gängen. Der 600er hat 5 (dies Getriebe soll robuster sein), die anderen hingegen 7 Gänge. Vollautomatisch sind sie natürlich alle.

Was ich hingegen nicht verstehe, dass man ihn mit dem ABC Fahrwerk bekommt. Dies soll, so die Besitzer solcher Wagen im motor-talk Forum, eindeutig härter sein als die normale Luftfederung. Ich möchte auf die Luftfederung nicht mehr verzichten - aber den 600er kann ich mir eh nicht leisten :frowning:
MFG
Hagen

Hallo!

Schaue ich mir den aktuellen Mercedes S 600 an, verstehe ich
nicht so richtig, welche Strategie damit verfolgt wurde.

Zunächst einmal ist der 600er, wie zu erwarten, noch einmal
deutlich höher angesetzt als die anderen Modellde der
Baureihe: Um die Hälfte teurer als der 500er, nur in der
Langversion lieferbar, zwölf Zylinder und als einziger mit
vollautomatischem Getriebe.

Das stimmt nicht, die Mercedes S-Klasse gibt es seit über 45 Jahren in verschiedenen Motorvarianten zwischen 6 und 12 Zylindern, immer auch mit Automatikgetriebe.

Warum aber dann ein Turbomotor und statt sechs nur knapp über
fünfeinhalb Liter Hubraum? Da paßt doch eins überhaupt nicht
zum anderen.

Wenn man einmal das Glück hatte, ein solches Auto fahren zu können, wird man schnell merken, dass das sehr, sehr gut passt.

Der 600er zielt eindeutig nach auf klassischen Komfort
bedachte Käufer, womöglich mit Chauffeur, die beim Auto nicht
sparen und auf das Attribut „sportlich“ sicher keinen
gesteigerten Wert legen. Deshalb dürfte neben Komfort und
natürlich Sicherheit dem Prestige der oberste Rang eingeräumt
werden. Ist dieser Motor da nicht eher von Nachteil?

Das kommt auf den Zielmarkt an.
Die Araber und Asiaten wollen High-Tech-Luxus. Dazu passt ein aufgeladener Motor ganz gut.
Die Amerikaner surfen immer mehr auf der Ökowelle und achten langsam auch auf den Spritverbrauch. Somit passt auch hier ein sparsamerer, aufgeladener Motor.

Meinem Empfinden nach ist bei einem solchen Auto ein
konventioneller Saugmotor und mindestens wahre sechs Liter
Hubraum die einzige passende Variante.

Man hört im S600 absolut nichts von der Aufladung.
Man fühlt einen kaum hörbaren, in allen Lebenslagen unheimlich druckvollen Antrieb. So gut wie kein Schaltrucken, immer genug Drehmoment.
Nur darum geht es. Die meisten Käufer werden eher selten unter die Haube gucken und noch nicht einmal wissen, dass sie einen Turbomotor gekauft haben.

Kann einer von euch nachvollziehen, was sich die Entwickler
bei Mercedes gedacht haben?

Ja, s.o.
Zudem geht es um Emissionen, welche sich mit aufgeladenen Motoren besser in den griff bekommen lassen.
Stichwort: Zulassung in Japan und Californien.

Gruß,
M.

Verrat
Oh Mann,

wie konnte Dir das passieren?
Tz tz tz
Du weisst jetzt nicht, was ich meine?
Deine eigene Vika hier.
Zitat: „Never argue with an idiot. He will drag you down to his level and beat you by experience…“

erheitert grüsst
Ray

PS: Unser geschätzter fragender Zeitgenosse hat es wieder mal versäumt, sich zuvor kundig zu machen. Das lieben wir hier so - ich könnte ihn immer wieder umarmen.

Hallo Ostlandreiter,

Schaue ich mir den aktuellen Mercedes S 600 an, verstehe ich
nicht so richtig, welche Strategie damit verfolgt wurde.

Ganz einfach : Dem Kunden möglichst viel Geld aus der Tasche ziehen, für das, was er haben will. Das ist die einzige Strategie.
Das Kunststück (bei der Produkt- und Preisgestaltung) bleibt dabei, ob der Kunde mitmacht.

Und darüber hinaus: Wir sollten uns allmählich damit vertraut machen, dass solche spritfressende Gefährte ein Anachronismus sind und keine Zukunft haben. Sich dennoch den Kopf über die Dinger zerbrechen ? Lohnt nicht.

Gruß
Karl

Hallo Ostlandreiter,

Warum ein MB 600 seine Daseinsberechtigung hat, liegt an der Firmenstruktur (in der Biologie = Hackordnung).

Der Chef (Vorstandsvorsitzender) = MB 600 (immer mit Chaffeur)
dadrunter (Mitglieder des Vorstandes) = MB 500 (meist mit Chaffeur)
Direktoren 1. Ordnung = MB 420
Direktoren, die noch nach Unten treten müssen = MB 350 und MB 320
Geschäftsführer, Prokuristen und anderes Fussvolk, was noch nach Oben will, fährt E-Klasse oder anderer verarmter Büroadel die C-Klasse.

Was will ich damit sagen? In solchen Kreisen ist die Plakette am Heck mit dem Motorisierungszeichen lebensnotwendig, um den Stand in der Firmen-Hierarchie darzulegen. Oder auf gut Deutsch: Sag mir was du fährst und ich sag dir, was du in der Firma bist.

Das Gleiche gibt es auch bei BMW und bei Audi. Nur bei VW ist man bei der Logik etwas durcheinander geraten. Bugatti - Bentley - Phaeton. Wo passt den jetzt der eingeheiratete Panamera rein?

Das hört sich alles nach Spass an, ist aber blutiger Ernst. Und es wird sich durch die Finanzkrise auch nicht ädern.

Tschüss
Bernd

Hallo Bernd,

ich fahre eine S Klasse (S320 CDI, W220)(weil ich ein Autonarr bin und mit diesem Traum von einem Auto sehr viel verreise und mich jeden Tag dran erfreue), mein Chef fährt einen Golf IV Kombi :smile:

Wie kindisch, am Auto irgendetwas festmachen zu wollen.
Wäre ich in so einer von Dir beschriebenen beknackten Firma angestellt, ich würde mir aus Trotz einen gebrauchten RR kaufen. Oder, wenn ich der Chef wäre, den neuen Fiat 500.
Ich glaube Dir, dass es derart bekiffte Firmen gibt, die so sind, wie Du sie beschreibst - da kann man nur sagen, oh armes Deutschland.Arm im Geiste!

Ach ja, der einzige Multimillionär, den ich gut kannte, fuhr immer nur Opel, damit auch keiner sehen konnte, wie viel Geld er hatte.

Und guck Dir doch mal die Wagen und Unterschriften von Nobelpreisträgern und anderen hochqualifizierten Menschen an (Politiker und Direktoren meine ich damit nicht) - dann weisst Du, wie winzig der geistige Horizont dieser von Dir beschriebenen Leute ist. Eigentlich können sie einem nur leid tun, dass sie sich über ein Auto derart profilieren müssen.
Nur gut, dass ich in einem „Unternehmen“ (der größte Arbeitgeber in NRW) mit normalen Menschen arbeite.

MFG
Hagen

Hallo Hagen,

natürlich teile ich deine Einschätzung.
Nur ist das, was ich geschildert habe, normales „Gehabe“ z.B. in der Bankenlandschaft. Zu sehen ist dies auf den Parkplätzen, wenn sich „unsere“ Vorstände und leitenden Angestellten bei entsprechenden Treffen versammeln.
Meine Einlassung war dahingehend, warum es einen 600er gibt. Motorlich und auch karosseriemäßig passt solch ein Auto überhaupt nicht mehr in die Landschaft, wird aber aus Prestigegründen gerne zum horrenden Preis angeboten und auch deshalb(?!) gerne gekauft. Ein tolles Geschäft für DB.

Tschüss
Bernd

Hallo Bernd,
das war ja auch in keiner Weise irgendwie gegen Dich gerichtet. Sollte nur ein allgemeines „Statement“ sein, wie man so was nennt.

Ein Freund von mir war auch mal in so einer Firma angestellt. Als er zum ersten Mal meinen Benzli sah, sagte er nur, es wäre unvorstellbar, dass er einen größeren Wagen führe als sein Chef.
Was der Chef dagegen machen will/würde, das ist mir allerdings bis heute noch schleierhaft :smile:

Bis dann,

MFG
Hagen

Nur am Rande
Hallo,

Der Trend in der Motorenentwicklung geht zum „Downsizing“,
also den Motor eine oder 2 Nummern kleiner bauen, dafür Turbo
ran.

Das ergibt weniger Reibungs- und Pumpverluste, bei gleicher
oder mehr Leistung,
und geringeren Kraftstoffverbrauch.

…und höhere Wartungskosten bei geringerer Zuverlässigkeit.

Gruss,
TR

Hallo Hagen,

das, was Du schreibst, ist gut so. Ich fahre z.B. Polo, weil dieses Auto vollkommen ausreichend ist (auch wenn ich mit einem Ami-V8 liebäugle). Du fährst MB-S-Klasse, weil Du genau dieses Auto liebst. Es gibt noch eine Menge anderer Leute, die nach diesen oder ähnlichen Gesichtspunkten Autos kaufen.

Dennoch geben ich Bernd recht. Die Mehrheit der Deutschen benötigen das Auto als Statussymbol nach dem Motto „Kleider (Autos) machen Leute“ und manche benötigen es auch als Schwanzverlängerung. Ich schreibe dabei bewusst das Wort „benötigen“, weil sie damit ihre sonstigen Defizite überdecken müssen.

Gruß
schubtil

Zunächst einmal ist der 600er, wie zu erwarten, noch einmal
deutlich höher angesetzt als die anderen Modellde der
Baureihe

Hallo Ostlandreiter:
S 600 „nur“ 152.796
S 65 AMG 217,115

Die AMG-Modelle sind nicht Teil der gewöhnlichen Baureihe, deshalb habe ich sie außer Acht gelassen. Außerdem basiert ja der S65 AMG auf dem 600er.

als einziger mit
vollautomatischem Getriebe.

Das verstehe ich nicht, was Du hier meinst. Alle S Klassen
haben schon seit Jahrzehnten vollautomatische Getriebe. Der
Unterschied liegt nur in den Gängen. Der 600er hat 5 (dies
Getriebe soll robuster sein), die anderen hingegen 7 Gänge.
Vollautomatisch sind sie natürlich alle.

Mit Automatikgetrieben kenne ich mich nicht so gut aus. Ich hatte, offenbar irrig, angenommen, daß die anderen so halbautomatische Getriebe hätten.

Grüße,
Ostlandreiter

(Autos) machen Leute" und manche benötigen es auch als
Schwanzverlängerung.

Hallo Schubtil,

das sind die, die mir, obwohl vor mir auf der AB alles voll ist, dauernd im Kofferraum hängen und geistig zu unterentwickelt sind, um sich denken zu können, dass, wenn die AB frei wäre, sie gegen meinen Wagen eh keine Chance hätten.
Manchmal bin ich ja gemein. Vor mir wird auf einmal alles frei, ist überhole schnell, gehe dann nach rechts und beschleunige. Im Rückspiegel sehe ich dann den Drängler ganz kleinlaut auch nach Rechts ziehen.
MFG
Hagen

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Oh Mann,

wie konnte Dir das passieren?
Tz tz tz
Du weisst jetzt nicht, was ich meine?
Deine eigene Vika hier.
Zitat: „Never argue with an idiot. He will drag you down to
his level and beat you by experience…“

Wenn ich Zeit habe, ärgrere ich mich. Hier weise ich nur darauf hin, daß du auch schon manchmal in die Verlegenheit geraten bist, mir zu antworten.

PS: Unser geschätzter fragender Zeitgenosse hat es wieder mal
versäumt, sich zuvor kundig zu machen.

Bis jetzt habe ich es für den Sinn des Forums gehalten, nach Dingen zu fragen, die man vorher nicht weiß.

Ostlandreiter

Das stimmt nicht, die Mercedes S-Klasse gibt es seit über 45
Jahren in verschiedenen Motorvarianten zwischen 6 und 12
Zylindern,

Zwölf Zylinder seit 45 Jahren? sogar der M100 hatte doch nur acht. Welches Modell vor den 1980er Jahren hatte zwölf Zylinder?

immer auch mit Automatikgetriebe.

Zum Automatik-Getriebe: Siehe meine Antwort an Hagen. Ich hatte fälschlich angenommen, das Getriebe der anderen Modelle sei halbautomatisch.

Warum aber dann ein Turbomotor und statt sechs nur knapp über
fünfeinhalb Liter Hubraum? Da paßt doch eins überhaupt nicht
zum anderen.

Wenn man einmal das Glück hatte, ein solches Auto fahren zu
können, wird man schnell merken, dass das sehr, sehr gut
passt.

Motortechnisch vielleicht, das habe ich überhaupt nciht anzweifeln wollen.
Der Rest erklärt sich jadoch mit der nächsten Antwort:

Ist dieser Motor da nicht eher von Nachteil?

Das kommt auf den Zielmarkt an.
Die Araber und Asiaten wollen High-Tech-Luxus. Dazu passt ein
aufgeladener Motor ganz gut.
Die Amerikaner surfen immer mehr auf der Ökowelle und achten
langsam auch auf den Spritverbrauch. Somit passt auch hier ein
sparsamerer, aufgeladener Motor.

Wenn also der S6oo i.e.L. für das Ausland konzipiert ist, verstehe ich jetzt die Idee.

Meinem Empfinden nach ist bei einem solchen Auto ein
konventioneller Saugmotor und mindestens wahre sechs Liter
Hubraum die einzige passende Variante.

Man hört im S600 absolut nichts von der Aufladung.
Man fühlt einen kaum hörbaren, in allen Lebenslagen unheimlich
druckvollen Antrieb. So gut wie kein Schaltrucken, immer genug
Drehmoment.
Nur darum geht es. Die meisten Käufer werden eher selten unter
die Haube gucken und noch nicht einmal wissen, dass sie einen
Turbomotor gekauft haben.

Da bin ich wohl vom falschen Käufer ausgegangen.

Grüße,
Ostlandreiter

Hallo, Karl-Heinz.

Du sprichst einen Umstand an, auf dem aufbauend meine Frage überhaupt basiert:

dass solche spritfressende Gefährte ein Anachronismus
sind

Genau deshalb habe ich den Motor für nicht passend angesehen. Ich bin von einem Kundenkreis als Zielgruppe ausgegangen, der Wert auf alte, konventionelle Dinge legt.

Grüße,
Ostlandreiter

Hi,

die Mercedes S-Klasse gibt es seit über 45
Jahren in verschiedenen Motorvarianten zwischen 6 und 12
Zylindern, immer auch mit Automatikgetriebe.

Das stimmt nicht. Der erste deutsche 12-Zylindermotor nach dem Krieg kam von BMW. Das muss so Mitte/Ende der 1980er gewesen sein.
Mercedes kam mit einem eigenen 12-Zylinder erst Anfang der 90er, wenn ich mich richtig erinnere.

WoDi