Hallo Harald,
Mit Schlägen auf sogenannte „Energiepunkte“ kann er sein
Wissen darüber untermauern.
wenn ich dir beispielsweise unvermittelt aber wohl dosiert in den Hintern träte, würdest du möglicherweise einen kleinen Satz nach vorne machen und sofort anfangen, mich zu beschimpfen. Wenn ich dir mit der gleichen Kraft zwischen die Beine träte, würdest du wohl eher zusammensacken und erst mal keinen artikulierten Laut mehr über die Lippen bekommen. Die Stelle ist einfach empfindlicher.
Auf dem Po sitzt oder liegt man sein Leben lang, man rutscht als Kind darauf rum oder benutzt ihn beim Laufenlernen als Stoßfänger u.s.w. Das liegt in der Natur dieser Körperstelle. Also ist es logisch, dass ein Kampfsportler als Zielgebiet eher im Schritt die Weichteile als den Hintern wählt. Aber läuft dann deshalb auch ein „Meridian“ (was immer das ist) durch die Klöten? Wesentlich wahrscheinlicher ist, dass die viel intensiver sensibel innerviert sind. Das kann man sogar zeigen.
Ich war selbst schon öfter Opfer solcher Schläge und kann
bestätigen, dass die Treffer vergleichsweise wesentlich
stärker waren als an anderen Körperstellen.
Das liegt an der sensiblen Innervation des betreffenden Hautareals und/oder der darunter liegenden Strukturen oder an der exponierteren Lage von Nervensträngen, die an der Stelle somit leichter traumatisiert werden können als an anderen Stellen.
Allerdings neige ich dazu, nur zu glauben, was bewiesen ist.
Und da gehören Meridiane, Energiepunkte und dergl nicht dazu.
Okay. „Meridiane“ oder „Energiepunkte“ sind Erklärungsversuche aus Zeiten, in denen man noch überhaupt keine Ahnung vom menschlichen Körper hatte und nicht wusste, dass u.a. dafür das Nervensystem verantwortlich ist. Gegen diese scheinbare Logik ist ja auch grundsätzlich nichts einzuwenden, so lange sie nicht schadet oder sogar in irgendeiner Weise genutzt kann, wie z.B. bei der bereits erwähnten Akupunktur oder im von dir angesprochenen Kampfsport. Ob da nun tatsächlich ein „Meridian“ oder „Energiepunkt“ liegt, ist völlig irrelevant.
Gibt es also eine (wissenschaftliche) Erklärung für dieses
Phänomen, ist es nur Einbildung oder wendet der Trainer seine
Techniken nur geschickt an?
Er wendet die Erfahrung, dass manche Körperstellen empfindlicher sind, geschickt an, mehr nicht. Allgemein anerkannte und wissenschaftlich korrekte Erklärungen findest du zu Hauf, wenn du bei Google den Suchbegriff „Nervensystem“ oder themenverwandte Begriffe eingibst.
Gibt es für die Frage überhaupt eine eindeutige Antwort?
Ja, wobei sich jedoch die Frage nach dem „Warum“ oft als schwierig herausstellt. Im Fall des von mir als Beispiel angeführten männlichen Geschlechtsteils gibt es aber kaum einen Zweifel.
Viele Grüße
Huttatta