Merkel-längere Wochenarbeitszeit Wessis

Hallo Mitstaunende,

jetzt hat die Frau Merkel einen echt guten Gedanken geäussert:
Die Arbeitszeit der Wessis soll der längeren Arbeitszeit der Ossis angeglichen werden.
Finde ich echt gut, weil dann steigt der Zigarettenkonsum (der das Gesundheitswesen saniert), da der Arbeitsstress ja zunimmt - die hat echt was auf dem Kasten die Frau.
Die werde ich das nächste Mal wählen!

Gruß
vom Haploid

hi,

du wirst staunen, aber der vorschlag ist korrekt. die jahresarbeitszeit der deutschen liegt im schnitt weit hinter den aller andere westlicher staaten. kein land der welt hat soviele urlaubstage (bezahlt natürlich durch den arbeitgeber) und feiertage.

es wäre eine milchmädchenrechnung, wenn man rechnet: zur zeit 37 stunden woche, bei 30 mio. beschäftigten und 5 mio. arbeitslosen, also senken wir die arbeitszeit und alle sind wieder arbeiten. mit nichten! eine steigerung der arbeitszeit bringt produktivität mit sich und zieht neue arbeitsplätze nach sich.

im übrigen schadet es mir und meinen knappen 10 kollegen nicht, das wir 40 stunden die woche machen und die mittagspause nicht enthalten ist, wir also montag bis freitag von 8 - 16:30 im büro sind. warum muss die masse der deutschen schon freitag ab 13 uhr feierabend haben? früher war sogar samstag-arbeit normal. heute sind schon 40h/woche unnormal…

kopfschütteln und angie gratulierend

der showbee

Arbeitszeit und Überstunden
Hallöchen,

jetzt hat die Frau Merkel einen echt guten Gedanken geäussert:
Die Arbeitszeit der Wessis soll der längeren Arbeitszeit der
Ossis angeglichen werden.

das ist doch nur vernünftig. Der größte Schaden einer 35 Stundenwoche im ostdeutschen Metalgewerbe wäre der Verlust eines der wenigen Wettbewerbsvorteile gewesen. Das kann derzeit nicht gewünscht sein.

Eine weitere Steigerung der ohnehin kaum vorhandenen Wettbewerbsfähigkeit der ostdeutschen Unternehmen kann nicht schaden. Außerdem würde dabei ein Teil der teuren Überstunden überflüssig.

Das Argument, Überstunden könnten gegen Arbeitsplätze getauscht werden war noch nie richtig. Das kann nur funktionieren, wenn hinreichend viele Personen die gleiche Arbeit verrichten und dadurch dann das Potential entsteht, neue Stellen zu schaffen. Bei einer 35 Stundenwoche wären immerhin bei angenommenen 5 Überstunden je Woche sieben Leute notwendig, die die gleiche Arbeit verrichten. Das gibt es nur selten. Hinzu kommt, daß Überstunden nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt anfallen, sondern saisonbedingt sind.

Eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten ist also notwendig, nicht aber die willkürliche und undurchdachte Verkürzung der Wochenarbeitszeit, am besten noch quer über eine - oder noch schlimmer - alle Branchen.

Gruß,
Christian

Die Frau hat Recht
Hi,

ich staune immer wieder über die gewerkschaftlich indoktrinierten Arbeitnehmer und die daraus resultierende „Faulheit“ in Deutschland. Bis vor kurzem hatte ich noch im Staatsdienst (Ich habe den AG gewechselt) eine 41h-Woche. Eine 35h-Woche (also eine 4-Tage-Woche) kann bei gleichem Lohnniveau nicht funktionieren. Auch eine 38.5h-Woche ist noch nicht das, was ein AN gut leisten kann.

jetzt hat die Frau Merkel einen echt guten Gedanken geäussert:
Die Arbeitszeit der Wessis soll der längeren Arbeitszeit der
Ossis angeglichen werden.

Zeit wird es.

Ausserdem: Du arbeitest im Gesundheitswesen. Wieviel Überstunden hast du geleistet? Und wieviele wurden Dir bezahlt?
Würde es denn bei Dir dann einen Unterschied machen?

Ciao Rossi

Hallo,
ehrlich gesagt wundere ich mich über etwas ganz anderes. Als wir diesen IG-Metall-Streik hatten, hieß es ja immer, die Produktivität im Osten sei geringer als im Westen. Durch eine Verkürzung der Arbeitszeit dort würde man den eintigen echten Standortvorteil des Ostens zerstören. Ich meine mich zu erinnern, die nicht nur von Arbeitgeberseiten, sondern auch Unionspolitikern gehört zu haben.
Wenn nun gefordert wird, im Westen die Stundenzahl auf Ostniveau zu erhöhen, würde man dann nicht auch wiederum den Standortvorteil zunichte machen? Dann wäre ich aber erstaunt, daß dieser Vorschlag von Frau Merkel kommt, von der ich eigentlich Lobbyarbeit für den Osten erwarte…
Also, weiß jemand was genaueres über Produktivität Ost/West? Vielleicht gibt es ja halbwegs unabhängige Studien dazu…

Grüße,
Taju

Hi!

kein land der welt hat
soviele urlaubstage (bezahlt natürlich durch den arbeitgeber)
und feiertage.

Nachgeplapperte Legende!

Die Anzahl der Urlaubstage ist von den Arbeitgebern abgesegnet. Die sind nämlich Teil des Tarifvertrages und da steht die Unterschrift der Arbeitgeber genau so drunter wie die der Gewerkschaft. Wenn den Arbeitgebern die Anzahl der Urlaubstage pro Jahr nicht passt, können sie den Tarifvertrag kündigen und die Tage neu aushandeln. Oder aus dem Flächentarif aussteigen und Haustarife abschließen. Statt meckern- handeln!

Und natürlich haben wir in Deutschland die meisten Feiertage der Welt! Was für ein Blödsinn! Schon mal nachgeforscht?

Deutschland hat bundesweit 9 Feiertage, die nicht ständig auf einem Sonntag liegen (und somit Relevanz für die Arbeitswelt haben). Das sind:

  • Neujahr
  • Karfreitag
  • Ostermontag
  • Himmelfahrt
  • Pfingstmontag
  • 1.Mai
  • Tag der Deutschen Einheit (3.10.)
  • 1.Weihnachtsfeiertag
  • 2.Weihnachtsfeiertag

Die restlichen Feiertage sind regional begrenzt (wobei auffällt, dass wohlhabende Bundesländer wie Bayern deutlich mehr Feiertage haben als etwa arme wie Meck-Pomm - hier 13 zu 10. Hamburg, Bremen und Berlin haben nur 9).

Im europäischen Vergleich steht Deutschland mit durchschnittlich 10 Feiertagen am unteren Ende der Skala. Die Niederlande haben 7, Großbritannien 8 gesetzliche Feiertage. Irland und Dänemark haben 9 (wie Berlin, Hamburg und Bremen). Frankreich, Luxemburg und Spanien kommen wie Deutschland auf 10. Belgien, Italien und Schweden haben 11, Griechenland 12. In Österreich und Portugal gibt es 13 Feiertage, in Finnland sogar 14.

Selbst die USA, der vermeintliche Inbegriff der Arbeitswütigkeit, kennt mehr Feiertage als wir hier in Deutschland:

  • New Year’s Day
  • Martin Luther King Day
  • President’s Day
  • Memorial Day
  • Independence Day
  • Labour Day
  • Columbus Day
  • Veterans Day
  • Thanksgiving Day
  • Christmas Day

New Year’s Day, Independence Day und Christmas Day sind datumsfixiert, alle anderen sind auf feste Wochentage gelegt. Sollte ein datumsfixierter Feiertag auf einen Sonntag fallen, ist der nachfolgende Montag arbeitsfrei. Dazu kommen regionale Feiertage, etwa St.Patrick’s Day, Lincoln’s Birthday usw.

Aber wir sind natürlich das Land mit den meisten Feiertagen auf der Welt.

Wie ich schon sagte: Nachgeplapperte Legende!

Grüße
Heinrich

Hallöchen,

Im europäischen Vergleich steht Deutschland mit
durchschnittlich 10 Feiertagen am unteren Ende der Skala. Die
Niederlande haben 7, Großbritannien 8 gesetzliche Feiertage.
Irland und Dänemark haben 9 (wie Berlin, Hamburg und Bremen).
Frankreich, Luxemburg und Spanien kommen wie Deutschland auf
10. Belgien, Italien und Schweden haben 11, Griechenland 12.
In Österreich und Portugal gibt es 13 Feiertage, in Finnland
sogar 14.

rein interessehalber: Sind die angegebenen Feiertage auch alle definitiv außerhalb des Wochenendes oder sind da Ostermontag usw. noch mit drin?

Aber wir sind natürlich das Land mit den meisten Feiertagen
auf der Welt.

Nun, mir sollen die Feiertage egal bleiben, die niedrigste Jahresarbeitszeit je Mitarbeiter haben wir und das scheint mir das entscheidende zu sein.

Gruß,
Christian

kleine Korrektur
Hallo Christian,

Nun, mir sollen die Feiertage egal bleiben, die niedrigste
Jahresarbeitszeit je Mitarbeiter haben wir und das scheint mir
das entscheidende zu sein.

siehe Punkt 3 von :
http://www.eurojurislawjournal.net/RA/Rissel/Frankre…

Ausserdem sind die Lohstückkosten und nicht die Jahresarbeitszeit ausschlaggebend.

Gruß, Joe
noch14tagebisbrasilien

Hallöchen,

siehe Punkt 3 von :
http://www.eurojurislawjournal.net/RA/Rissel/Frankre…

Du hast recht, die absolut niedrigste Arbeitszeit haben wir nicht, meine Informationen waren da etwas älter (ca. Mitte 90er Jahre), aber wir sind halt schon einige Wochen hinter den großen Industrienationen zurück. Ich habe noch eine Übersicht gefunden (Seite 3):

http://www.berneinvest.com/public/downloads/arbeitsk…

Auf der nächsten Seite bei meinem Link kommt dann noch eine Aufstellung der effektiven Jahresarbeitszeit in D und der CH. Auch nicht wenig aufschlußreich.

Ausserdem sind die Lohstückkosten und nicht die
Jahresarbeitszeit ausschlaggebend.

Naja, um es ganz richtig zu machen, müßte man natürlich die Wertschöpfung pro Jahr betrachten. Insgesamt bin ich weiterhin der Ansicht, daß wir im internationalen Vergleich nicht besonders gut dastehen.

Gruß,
Christian

Hallo nochmal,

Naja, um es ganz richtig zu machen, müßte man natürlich die
Wertschöpfung pro Jahr betrachten. Insgesamt bin ich weiterhin
der Ansicht, daß wir im internationalen Vergleich nicht
besonders gut dastehen.

„Wir“ haben lange von der Substanz gelebt und gemeint unsere sozialen Errungenschaften können unangetastet bleiben.
Das ist leider nicht so und somit gebe ich Dir z.T. recht.
Wenn ich aber die verschiedenen Reformdiskussionen der Regierung bzw. deren Kommissionen höre, kommt mir das ko…
Jetzt meine subjetive Empfindung:
Alle Reformen gehen einseitig zu Lasten der Arbeitnehmer.
Wir werden immer mehr zu einem Lohnsteuerstaat.
Die soziale Verantwortung der Unternehmen geht vor die Hund(t)e.

Nur so am Rande. In meinem Bekanntenkreis schaffen die wenigsten unter 40 Std/W. Flexibilität wird in einem Maße erwartet, dass es schon unverschämt ist (Bsp. Morgen Dienstreise, egal was priv. schon geplant ist).
Meine amerikanischen Kollegen haben einmal in der Woche Safety Meeting. So kann ich natürlich auch zu einer hohen Stundenzahl kommen.

Noch ´n Gruß,
Joe

Hi,

ich staune immer wieder über die gewerkschaftlich
indoktrinierten Arbeitnehmer und die daraus resultierende
„Faulheit“ in Deutschland. Bis vor kurzem hatte ich noch im
Staatsdienst (Ich habe den AG gewechselt) eine 41h-Woche. Eine
35h-Woche (also eine 4-Tage-Woche) kann bei gleichem
Lohnniveau nicht funktionieren. Auch eine 38.5h-Woche ist noch
nicht das, was ein AN gut leisten kann.

Hallöle,

könnte es sein, dass Du bei Deinem Hobby des öfteren, ohne Kopfschutz, vor die Steilwand gedonnert bist?

tatsächliche Arbeitszeit
Hallo Haploid,

mich würde mal interessieren wie hoch die tatsächliche Jahrarbeitszeit eines Deutschen ist. Klar, wir haben viele Feiertage und auch viel Urlaub. Dazu kommt noch die relativ geringe offizielle Wochenarbeitszeit. Aber die Überstundenzahl ist doch in Deutschland extrem hoch. Leider habe ich bisher noch keine Statistik, die diese Zahlen mit berücksichtigt, gefunden.
Wir z.B. (offiziell noch in der chemischen Industrie) haben 37,5 Std/W. Diese Woche werde ich aber wieder auf ca. 43,5 Stunden kommen.

Falls jemand dazu einen interessanten link hat, danke.

Gruß, Joe

Hi!

rein interessehalber: Sind die angegebenen Feiertage auch alle
definitiv außerhalb des Wochenendes oder sind da Ostermontag
usw. noch mit drin?

Es wurden nur die arbeitszeitrelevanten Feiertage genannt, d.h. jene Feiertage, die auf einen Wochentag fallen (können). Feiertage, die immer auf einem Sonntag liegen (Ostersonntag, Pfingstsonntag) wurden ausgeklammert, weil arbeitszeittechnisch nicht relevant.

Allerdings gibt es beim Vergleich von deutschen Feiertagen mit amerikanischen Feiertagen eine Schieflage. Feiertage, die an ein Datum gekoppelt sind (1.Januar, 1.Mai, 3.Oktober, 25.Dezember, 26.Dezember) fallen irgendwann auf einen Sonntag. Damit entfällt ein zusätzlicher freier Tag. Anders in den USA: Fällt ein Feiertag, der fest an ein Datum gebunden ist, auf einen Sonntag, so ist der nachfolgende Montag frei (1.Januar, 4.Juli, 25.Dezember). Amerikaner haben somit im Jahr eine konstante Anzahl freier Tage durch Feiertag, die Deutschen nicht.

Grüße
Heinrich

Hallo,
nen Link zu ner Studie habe ich nicht, aber z.B.: in der Autoindustrie ist das Gegenteil der Fall. Da wurden neue Werke auf die Wiesen gestellt, die natürlich moderner sind, deshalb eine höhere Produktivität haben.
Die Produktivität hangt ja nicht von den Leuten ab, sondern von der technischen Ausstattung, auch wenn manche Leute etwas anderes suggerieren wollen.
cu Rainer