Merkwürdige Hauselektrik

Liebe ExpertInnen,

ich poste diese Anfrage hier, weil ich weiter unten Antworten zu anderen Postings von Leuten gelesen haben, die sich anscheinend mit Hauselektrik auskennen.

Meine Frage: Seit kurzem wohne ich in einem Haus, in dem der Vermieter selbst die gesamte Hauselektrik installiert hat. Ich bin nicht in der Lage, seine Sachkenntnis einzuschätzen, habe aber inzwischen Zweifel, ob in der Wohnung wirklich alles fachgerecht ist. So mußte ich z.B. feststellen, daß die gesamte Stromversorgung eines Zimmers über den Anschluß einer Leuchte geführt wird (ich fürchte, ich bin zu sehr Laie um erklären zu können, was ich meine: der blaue Leiter [ist das „L1“?], der den betreffenden Raum versorgt, ist über eine Lüsterklemme direkt mit der Leuchte in einem angrenzenden Raum verbunden; daraus folgere ich, daß der Schalter der Lampe nicht L1, sondern den N-Leiter unterbricht). Außerdem fliegt in unregelmäßigen Abständen der Fehlstrom-Schutzschalter raus. Lange Rede, kurzer Sinn: ich fühle mich nicht mehr so ganz sicher in der Wohnung. Ist das jetzt übertriebene Ängstlichkeit? Was empfiehlt Ihr mir?

1000 Dank
Michael

Hm…, das hört sich ja alles sehr merkwürdig an. Verantwortlich für die Elektroanlage ist der Betreiber - also Du Michael.
Da der Vermiter in der Wohnung nicht wohnt, muß Du ihm Deine Mängel mitteilen. Da es sich hier um die Elektroanlage handelt ist Dringlichkeit, wegen des sich in Gefahr befindlichen Lebens sowie um die Sachwerte im Falle eines Brands, geboten. Man will es sicherlich auch nicht mit dem Vermiter von vornherein Verderben. Also - wie Du es auch anstellst, verlange das Abnahmeprotokoll des Elektrikers, wenn er sowas nicht hat soll der Vermiter den eCheck in Auftrag geben. Da der Vermiter sicher kein Geld hat - sonst hätt er ja auch nicht selbst installiert wird es wohl etwas schwirig. Ev. solltes Du dan die Kosten für den eCheck übernehmen (ca. 200 bis 300 EUR). Dem Vermieter aber Klar machen, daß bei Lebensgefährdung der Anlage, deren sofortige Änderung und die entstandenen Kosten tragen muß.

Friedrich - Matthias

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Hallo Michael!

Der blaue Leiter ist nicht L1 sondern N und wird auch nicht geschaltet. L1 (Phase) ist bei 3adrigen Leitungen schwarz.

mfG
Christian

So mußte ich z.B. feststellen, daß die
gesamte Stromversorgung eines Zimmers über den Anschluß einer
Leuchte geführt wird

  • Wie hast du das festgestellt?

(ich fürchte, ich bin zu sehr Laie um

erklären zu können, was ich meine: der blaue Leiter [ist das
„L1“?],

  • blau: Nulleiter oder Rückleiter; gelb-grün: Erde; schwarz oder braun: Phase = L1, L2,… bzw. Schalterlampendraht (so sollte es normalerweise sein…)

der den betreffenden Raum versorgt, ist über eine
Lüsterklemme direkt mit der Leuchte in einem angrenzenden Raum
verbunden;

  • Lüsterklemme oder Doly? Klemme mit 2 oder 1 Schrauben?
    Lüsterklemme währ unprofessinell.

daraus folgere ich, daß der Schalter der Lampe
nicht L1, sondern den N-Leiter unterbricht).

  • Wenn es die blaue Ader ist?

Außerdem fliegt
in unregelmäßigen Abständen der Fehlstrom-Schutzschalter raus.

  • Das ist ungewöhnlich, vielleicht ist ein Elektrogerät defekt? Passiert das in irgendeinem Zusammenhang mit einem betätigen eines Schalters,…?
    Eine Elektriker kann die Isolationswiderstände messen.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich fühle mich nicht mehr so ganz
sicher in der Wohnung. Ist das jetzt übertriebene
Ängstlichkeit? Was empfiehlt Ihr mir?

  • Tja, das kann ich nicht beantworten, nachprüfen kostet zwar Geld, aber wenn es beruhigt.
    Was für „Kenntnisse“ hat den dein Vermieter, macht er so etwas beruflich, oder wollte er bei der Installtion nur Kosten sparen?
    Ich würde ihn einfach mal freundlich fragen, das er die Installation erklärt, daran kannst du erkennen obe er Ahnung hat…
    Markus

1000 Dank
Michael

Dank und Nachtrag
Erstmal vielen Dank an die Experten!

Mittlerweile habe ich mich auch davon überzeugt, daß nicht die Phase sondern der Nullleiter an der Lüsterklemme (das sind doch die mit den zwei gegenüberliegenden Eingängen und den Schräubchen oben, oder? was ist ein Doly?) der Leuchte angeklemmt ist. Und tatsächlich ist es der braune L1 der im Schalter unterbrochen wird. Soweit bin ich jetzt also beruhigt. Bleibt nur der Sachverhalt, daß die Anschlüsse des einen Raumes alle an dem Nullleiter liegen, an dem auch die Leuchte hängt. Wenn ich das jetzt richtig verstehe, hat mein Vermieter nur eine weitere Verteilerdose eingespart und an der Decke den in den anderen Raum führenden Nullleiter unterbrochen.

Was das Rausfliegen der Sicherung angeht: der Vermieter meinte, es könnte ein Nagel oder eine Schraube in einer Leitung sein. Klingt das plausibel? Das einzige Gerät, das sich selbst einschaltet und damit als Auslöser in Frage käme, ist der (4 Monate alte) Kühlschrank…

Hallo,

Was das Rausfliegen der Sicherung angeht: der Vermieter
meinte, es könnte ein Nagel oder eine Schraube in einer
Leitung sein. Klingt das plausibel?

Theoretisch denkbar, daß beim Bohren einer Deckenleuchte ein Kabel erfasst wurde (Vorsicht Lebensgefahr). Ein Verlegeplan sollte in diesem Fall erste Anhaltspunkte zum suchen liefern. Normalerweise sollte dann aber unmittelbar beim Bohren der FI oder die Sicherung geflogen sein, was für den Heimwerker ein deutliches Zeichen sein sollte sich über seine Arbeit Gedanken zu machen.
In der Wand ist es (bei ordnungsgemäßer Kabelverlegung natürlich) sehr unwarscheinlich, da (hoffentlich) jeder weiß, daß man den Bereich horizontal und vertikal um die Dosen und Schalter nicht berührt.

Cu Rene

Hallo Michael,

Erstmal vielen Dank an die Experten!

Mittlerweile habe ich mich auch davon überzeugt, daß nicht die
Phase sondern der Nullleiter an der Lüsterklemme (das sind
doch die mit den zwei gegenüberliegenden Eingängen und den
Schräubchen oben, oder? was ist ein Doly?) der Leuchte
angeklemmt ist.

Doly ist vermutlich eine Reihenklemme (die Bezeichnung Doly kenne ich nicht). Eine Reihenklemme (eine Schraube pro Verbinder) ist ok. Lüsterklemmen (zwei Schrauben pro Verbinder) ist eigentlich nicht ok (in der Abzweigdose), funktioniert aber.
Ich würde Steckklemmen vorziehen.

Und tatsächlich ist es der braune L1 der im
Schalter unterbrochen wird. Soweit bin ich jetzt also
beruhigt. Bleibt nur der Sachverhalt, daß die Anschlüsse des
einen Raumes alle an dem Nullleiter liegen, an dem auch die
Leuchte hängt.

Das ist völlig korrekt, wenn die Stromkreise die gleiche Sicherung haben.

Wenn ich das jetzt richtig verstehe, hat mein
Vermieter nur eine weitere Verteilerdose eingespart und an der
Decke den in den anderen Raum führenden Nullleiter
unterbrochen.

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist das nicht ganz korrekt.

Was das Rausfliegen der Sicherung angeht: der Vermieter
meinte, es könnte ein Nagel oder eine Schraube in einer
Leitung sein. Klingt das plausibel?

(Sicherung oder Fi? Das sind ganz unterschiedliche Schutzeinrichtungen.)
Ja, aber es gibt wahrscheinlichere Möglichkeiten. Da sollte mal ein Elektriker ran und die Anlage überprüfen.

Das einzige Gerät, das
sich selbst einschaltet und damit als Auslöser in Frage käme,
ist der (4 Monate alte) Kühlschrank…

Gruß Frank

hallo michael,

ich würde die el. anlage überprüfen lassen.

evtl auch die miete kürzen,wenn die anlage nicht
den sicherheitsvorschriften entspricht.

notfalls ausziehen.

mfg

kunde3