Messer aus Kohlenstoff-Stahl - - - wie retten?

Liebe ExpertInnen,

habe mir vor ca. 10 Jahren bei Manufactum mal ein großes Messer gekauft, aus Kohlenstoffstahl, mit (Buchen-)Holzgriff. Welcher Hersteller? Keine Ahnung; war ein Restposten. Gesamtlänge Stahl ca. 37, reine Klinge 23, Höhe 4,5 cm. Es wurde immer sofort abgewischt, luftgetrocknet, nur am Wetzstahl geschliffen, schnitt alles sauber + glatt, ob Fisch oder Fingerkuppen :frowning:

… bis es einen unwissenden Mitmenschen gab, der mein geliebtes Messer mehrfach und während längerer Zeit leider schnöde im Spülwasser liegen ließ.

Der Holzgriff hat darunter extrem gelitten. Er steht jetzt 1-2 mm ab vom Stahl. Dass man ihn noch retten kann, glaube ich nicht.
(Wenn jemand trotzdem ne Idee hat: bitte her damit. Bin dankbar für alle Anregungen…)

Mehr leid tut es mir um mein Messer an sich. Es hat seitdem nämlich starke Rostnarben, die ich trotz mehrfacher Schmirgelversuche, sei’s mit Wiener Kalk oder Stahlwolle bisher nicht weg gekriegt habe. Auch die Klinge kriege ich nicht mehr so ganz scharf.

Mein nächster Weg ist der zum Messerladen / Profischleifer. Die geben mir allerdings keine Garantie auf nix.

  • Kennt jemand mein Problem?
  • Und/oder hat mir einen vor-letzten Tipp?
  • Oder sonstige Anregungen, um das Messer wieder glatt und scharf zu kriegen?

Dankbare Grüße an alle
sendet Anne
aus dem scharfen Süden

der kann helfen
Hi,

ich lasse meine Messer seit vielen Jahren von ihm warten/schleifen/reparieren:
http://www.hotfrog.de/Firmen/Messer-Maurer-Doris-Maurer
Seine homepage scheint nicht zu funktionieren, also anrufen.

Ich hoffe, das war hilfreich im Sinne der Anfrage

Gruss
Ray

Am besten gar nicht
Hallo Anne,

das mit dem Kohlenstoff- Stahl ist ein ganz großer Quatsch. Ich finde es ist eine Unverschämtheit wie unwissende Leute aufs Kreuz gelegt werden. Stahl ist grundsätzlich eine Legierung aus Eisen und Kohlenstoff. Je höher Kohlenstoffanteil ist, desto härter aber auch spröder wird der Stahl.
Der Legierungsbestandteil Chrom macht den Stahl rostfrei, Vanadium zäh und hart. Wenn ein Messer trotzdem rostet und sich Krater bilden, deutet das auf eine sehr schlechte Qualität des Stahls hin.
Du könntest die abstehenden Buchenholzgriffe mit Holzkitt verfüllen und dann lackieren. Naja ich habe meinen Hausrat von meinen Eltern geerbt, obwohl ich das Besteck ziehmlich achtlos behandle, habe ich noch nie einen aufgequollenen Holzgriff gesehen.
Wenn der Stahl nur oberflächengehärtet ist, kommst Du beim Schleifen irgend wann einmal in den weichen Kern.

Tut mir leid Anne, wirf den Kram weg und kauf Dir was anständiges, jeder Euro fürs Schleifen ist eine Verschwendung.

Quatsch
Hi gerold!

Der Legierungsbestandteil Chrom macht den Stahl rostfrei,
Vanadium zäh und hart. Wenn ein Messer trotzdem rostet und
sich Krater bilden, deutet das auf eine sehr schlechte
Qualität des Stahls hin.

Woher weißt Du, dass Chrom im Stahl des Messers ist?
Meine besten Küchenmesser sind NICHT rostfrei.
Dafür bleiben sie scharf.

Rost hat wenig mit der Qualität eines Messers zu tun - mehr mit Ästhetik.

Messer mögen keine Spülmaschinen - erfordern jedoch intensive Pflege - jedenfalls, wenn es gute Messer sind.

Grüsse aus Solingen
Ulli

Hallo Ulli

naja wir könnten jetzt darüber streiten ob Windows oder Linux besser ist. Wie gesagt, je mehr Kohlenstoff der Stahl enthält, um so härter wird er.
Mir ist die pflegeleichte rostfreie Variante lieber, sooo schlimm ist das regelmäßige Nachschäfen von Messern auch wieder nicht.

Ich glaube aber kaum, dass Holzgriffe, die im Wasser aufquellen ein besonderes Qualitätsmerkmal sind.

Gruß Gerold

Ästhetik oder Schärfe…
Hi Gerold!

naja wir könnten jetzt darüber streiten ob Windows oder Linux
besser ist.

*lol* ich habe Linux… find ich besser :smile:

Mir ist die pflegeleichte rostfreie Variante lieber, sooo
schlimm ist das regelmäßige Nachschäfen von Messern auch
wieder nicht.

Pflegeleichter ist diese Variante - jedenfalls im täglichen Umgang.
Aber ich sehe das so, dass ich lieber täglich das Werkzeug pflege (nach Gebrauch, versteht sich), als regelmässig nachzuschärfen.

Ich glaube aber kaum, dass Holzgriffe, die im Wasser
aufquellen ein besonderes Qualitätsmerkmal sind.

Nicht unbedingt. Ein Messer gehört nicht ins Wasser, genausowenig wie eine Schieblehre oder ein Drehmomentschlüssel.
Das macht den Unterschied, den Aufwand, den ich zur Pflege aufzuwenden bereit bin.

Jeder so, wie er mag!
Nur hat Rost nunmal nix mit mangelnder Qualität zu tun.

Lieben Gruss
Ulli

Gruß Gerold

1 „Gefällt mir“

Hallo
mit dem Holz kenn ich mich nicht so sehr aus, aber wenn ein „Edelstahl“ rostet hat er an den Roststellen das Problem, das nicht genügend ungebundener(es ?) Chrom im Stahl ist. Da kann man, soweit mir das bekannt ist, nichts machen und mit Stahlwolle oder gar rostiger Stahlwolle tust du deinem Messer erst Recht keinen Gefallen, denn dann fängt es noch an ganz anderen Stellen an zu rosten. Naja und das mit der mangelnden Schnitthaltigkeit deutet ja auch nicht gerade auf hochwertigen Stahl hin. Also beim nächsten Mal entweder sehr gute Messer, oder weniger hochwertige die man aber gut schärfen kann weil sie schön „weich“ sind (wie Fleischermesser o.ä.) .
mit freundlichem Gruß
Pepto

Hallo Gerold,

laß mich raten; Du nutzt selten bis nie Messer in der Küche?!

Ich schon und ich hatte mehrere Messer (Markenware) aus Edelstahl, die auch immer schön geschliffen und gepflegt wurden. Damit war ich auch soweit zufrieden.

Dann brachte meine Ex ein kleines Gemüsemesser vom Trödelmarkt mit. Aus Kohlenstoffstahl, das sei was ganz was gutes und superscharf.
Ausprobiert - von Schärfe keine Spur.
Über den Wetzstahl gezogen - schon besser
Noch mal mit dem Wetzstahl behandelt - WOW!

Seitdem nutze ich fast nur noch Messer aus Kohlenstoffstahl, nur noch das große Kochmesser und das Hackbeil werden aus Edelstahl genutzt.
Kleine Messer nur noch wenn sehr saure Sachen wie Zitronen geschnitten werden.

Kohlenstoffstahl ist prinzipiell besser, weil er härter ist, feinkörniger und das Gefüge besser geschliffen werden kann.

Gandalf

1 „Gefällt mir“

Liebe Anne,

Welcher Hersteller? Keine Ahnung;

Windmühle?

… bis es einen unwissenden Mitmenschen gab, der mein
geliebtes Messer mehrfach und während längerer Zeit leider
schnöde im Spülwasser liegen ließ.

Aua, ja kenne ich. Meine Ex hatte da auch ein ‚gutes‘ Händchen dafür.

Der Holzgriff hat darunter extrem gelitten. Er steht jetzt 1-2
mm ab vom Stahl. Dass man ihn noch retten kann, glaube ich
nicht.

Macht aber für den täglichen Gebrauch nichts. Von diesen Exemplaren hab ich auch einige (mittlerweile). Solange die Nieten OK sind, kann man das Messer problemlos weiter verwenden, ist eher ein optisches Problem. Das Holz sollte regelmäßig mit etwas Speiseöl behandelt werden, dann wird es oft besser. Ums positiv zu sehen; das macht das Messer zu einem Indiviuum :wink:

Es hat seitdem
nämlich starke Rostnarben, die ich trotz mehrfacher
Schmirgelversuche, sei’s mit Wiener Kalk oder Stahlwolle
bisher nicht weg gekriegt habe.

Die bilden sich beim täglichen Gebrauch von alleine zurück, eigene Erfahrung. Nur den groben lockeren Rost mußt Du entfernen, aber das hast Du scheinbar higekriegt. Und die Klinge immer leicht! fettig halten.

Auch die Klinge kriege ich
nicht mehr so ganz scharf.

Was hast Du gemacht?
Nur mit dem Wetzstahl gearbeitet, oder mit einem Stein geschliffen. Wenn ja, trocken oder naß, welche Körnung(en)?

Mein nächster Weg ist der zum Messerladen / Profischleifer.
Die geben mir allerdings keine Garantie auf nix.

Seltsamer Laden!

  • Kennt jemand mein Problem?

Leider!

  • Und/oder hat mir einen vor-letzten Tipp?

Siehe oben

  • Oder sonstige Anregungen, um das Messer wieder glatt und
    scharf zu kriegen?

Ideal wäre jemand, der mit einem mittelfeinen Stein vorschleift, mit einem feinen Stein die Hauptschärfe legt und mit einem Arkansasstein sauber abzieht.
Dann ist das Messer wieder rattenscharf.

Tja, warum mußt Du im Süden leben. Wärst Du im Westen, würde ich Dir das machen.

Gandalf

Hallo Gerold,

Ich glaube aber kaum, dass Holzgriffe, die im Wasser
aufquellen ein besonderes Qualitätsmerkmal sind.

Buche, die nicht totlackiert ist, arbeitet nun mal bei Nässe.
Ob denn nun ein Messergriff aus Buche sein muß, ist natürlich eine andere Frage, aber die klassischen Hümmelchen haben nun mal Buchenhefte.

Gandalf

Auch die Klinge kriege ich nicht mehr so ganz scharf.

  • Kennt jemand mein Problem?
  • Und/oder hat mir einen vor-letzten Tipp?
  • Oder sonstige Anregungen, um das Messer wieder glatt und
    scharf zu kriegen?

Hallo, Anne,

ich habe das gleiche Messer vor ca. 8 Jahren bei Manufactum gekauft.
Es handelt sich um ein Messer von der ältesten englischen Messerschmiede aus einem Stahl, der heute wegen des hohen Preises gar nicht mehr verwendet wird. Er ist extrem hart, rostet aber leider.

Das zunächst zu den Stellungnahmen der anderen P. von wegen „sehr schlechte Qualität“, „nicht hochwertigem Stahl“ und besserem Material, weil diese so schön „weich“ ist. Sie haben dieses Messer sicherlich gar nicht.

Je härter der Stahl, desdo schnitthaltiger bleibt das Messer.
Der Buchenholzgriff ist recht einfach. Er besteht aus 2 Holzplatten, die schön verrundet sind. Auf einer Seite hat er 4 Griffmulden. Vielleicht kennst Du einen Schreiner oder Bastler, der 2 neue Holzplatten fertigt und statt der alten aufnietet und das Holz dann abrundet.

Ich vermute, daß das Messer nicht nur durch Spülwasser verschandelt wurde, sondern vielleicht durch das Salz in einer Spülmachine.

Ich reinige es bei beginnendem Rost mit einem Scheuermittel von Sidolin. Das geht gut.
Schärfen mit einem Wetzstahl können nur Geübte. Ich hab das aufgegeben.
Ein Messer wird nur scharf, wenn auf der gesamten Schneidenlänge ein bestimmter Schnittwinkel eingehalten wird. Das ist von Hand mit einem Wetzstahl kaum möglich.
Ich nutze einen Messerschärfer von TUPPERWARE. Der hat konische Keramikrädchen, (grob u. fein) die den Schnittwinkel gewährleisten.

Dann habe ich noch ein Gerät, das aus einem Plastikgriff und 2 in einem bestimmten Winkel angeordneten Hartmetallplättchen besteht.
Wenn ich dieses Gerät über die Klinge ziehe, merke ich, wie ungewöhnlich hart der Messerstahl im Vergleich zu anderen Messern ist.

Mit diesen Geräten bekomme ich das Messer unglaublich scharf.
Du mußt nur den Wetzstahl nicht verwenden, wenn Du ungeübt bist.

Ansonsten ist es wegen der Schärfe,der Stabilität und der langen Klinge ein hervorragendes Messer, vergleichbar m.E. nur noch mit „Windmühlenmessern“, von denen ich auch einige habe.

Versuch’s also hinzukriegen.

Gruß:
Manni

Hallo…

Erst mal Beileid von meiner Seite!

Um mich kurz zu fassen:

Für den Holzgriff habe ich pers. sehr gute Erfahrungen mit ballistol gemacht. Wenn Dich der Geruch stört, dann nimm Olivenöl.

Das Holz wird zwar nie wieder in die Ursprüngliche „Größe“ zurückquellen, aber es ist nur die Optik…

Man könnte aber auch neue Griffschalen dranmachen. Aber das sollte jemand machen, der sich damit auskennt, zumal es sicherlich nicht ganz billig ist, wenn Du das in einem Laden machen läßt. Aber Messermacher gibts ja mittlerweile recht viele. Entweder in den gelben Seiten schauen, oder sich in einem anderen Forum nach einem Handwerker erkundigen - es ist ja mittlerweile ein Hobby, das von vielen betrieben wird. http://www.messerforum.net/

Bei der Klinge ist Grundreinigung angesagt, sprich pliestern. Dabei wird die Klinge mittels Lederscheiben oder Hanfscheiben und entsprechendem Schmirgel (Wiener Kalk, Naxos-Schmirgel etc) entrostet, die Oberfläche mechanisch geglättet so dass sie kleiner wird und Rost weniger Angriffsfläche hat. Adressen wieder gelbe Seiten oder das o.g. Forum…

Ja, es wird sicherlich nicht ganz billig werden, aber bei Liebhaberstücken und wirklich gutem Werkzeug fragt man nur an 2. Stelle nach dem Preis…

Viel Glück

Midir

Vielleicht nochmal nachlesen? owt

„Edelstahl“

1 „Gefällt mir“

Habe ich schon gelesen, aber ein Stahl der nicht rostet (im Wasser) und kein Edelstahl ist, in dem Sinne das er einen Anteil freies Chrom hat, war mir nicht bekannt deshalb bin ich mal davon ausgegangen das es um Stähle in dieser Kategorie geht. Jetzt weiß ich auch was gemeint war.
mit freundlichem Gruß
Pepto

Hallo,
Du unterliegst einem Missverständnis: ein gutes Messer muss nicht rostfrei sein. Das Gegenteil ist eher der Fall.
Gruß
loderunner

Hallo Anne.
Das Holz steht ab, weil es zwischen Holz und Stahl geschimmelt hat.
Ich meine, kann man nur neu machen.
Richtig festen Rost kann man mechanisch nur mit sowas wie Schmirgel(Korund oder Siliziumkarbid) entfernen. Kalk oder Stahlwolle sind definitiv zu weich.
Ein Messerschleifer darf die Klinge nicht zu stark erwärmen, manche Messer sind „eisgehärtet“.
Die einzige Frage ist, ob sich der Aufwand für Dein „Buschmesser“ lohnt.
MfG

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]