Messerschärfen (Tipp!)

Moin zusammen!

Ich hab mir vorgestern mal wieder beim Kochen über meine inzwischen stumpfen Küchenmesser ein Loch in die Mütze geärgert.

Kurz entschlossen hab ich den gesamten Küchenmesserbesitz zusammengerafft und bin zu einem Metzger / Fleischer gefahren. Nett nachgefragt, ob dort meine Messer professionell geschleift bzw. geschärft werden könnten: „Jau, geben sie her!“

Gestern hab ich dann meine Messer wieder abgeholt: Suuuuperscharf. Und dann auch noch kostenlos!!! *freu*

Ich denke mal, dass das viele Metzger / Fleischer machen, wenn man dort auch schon mal was gekauft hat und freundlich fragt.

Ich jedenfalls hab meine Messer wieder richtig lieb! :wink:

N sonnigen Tag wünscht

Luzie
(die jetzt schon wieder überlegt, was sie heute mit den Messern bearbeiten kann… *lach*)

Messerschärfen (Tipp!)
Hallo,

zunächst solltest Du Dir im Klaren sein, ob Du schleifen willst, oder ob du sie mit einem Wetzstahl schärfen willst.
Das Wetzstahl, wie es in jeder Küche und auch beim Metzger zum Einsatz kommt, ist eigentlich kein Schleifwerkzeug, es trägt nämlich nicht wirklich Material ab, sondern „richtet nur wieder auf“.

Die Messerklinge ist ja nur deshalb scharf, weil sie im Querschnitt spitz zuläuft. Im Laufe Ihres Lebens wird sie aber immer runder und man kann unter dem Mikroskop einen Grad erkennen.
Dieser wird mit dem Wetzstahl wieder aufgerichtet, das Messer ist wieder scharf.

Kauf Dir ein gutes Wetzstahl und schärfe Deine Messer vor jedem Gebrauch. Dazu setzt Du die Klinge oben am Wetzstahl in Messergriffnähe mit der Schneide zu Dir gerichtet an und ziehst bis zur Messerspitze durch. Die Schneide wird dabei schräg auf das Wetzstahl aufgesetzt, sodaß ein Winkel von etwa 15° zwischen Messer und Stahl entsteht.
Die Schneide ist zu Dir gerichtet und wird auch zu Dir gezogen. Um die andere Seite der Klinge zu schärfen machst Du das Gleiche nochmal, nur setzt du die Klinge unter dem Wetzstahl an. Wenn Du das schnell abwechselnd machst, dann sieht das so aus, wie man es aus dem TV von den Küchenprofis kennt.

Wenn Du wirklich schleifen willst, kauf Dir einen Schleifstein. Dabei setzt du auch die Klinge in einem 15°-Winkel an und machst kreisende Bewegungen auf dem Stein. Hin und wieder solltest du das Messer abspühlen und den Stein befeuchten. Nach einer Weile siehst du einen Streifen blanken Stahl an der Schneide.

Das Schleifen sollte hin und wieder gemacht werden. Zusätzlich sollte aber immer mit dem Wetzstahl gearbeitet werden.

Grüße,
Rankin

Nachfrage
Hallo Rankin

Die Messerklinge ist ja nur deshalb scharf, weil sie im
Querschnitt spitz zuläuft. Im Laufe Ihres Lebens wird sie aber
immer runder und man kann unter dem Mikroskop einen Grad
erkennen.
Dieser wird mit dem Wetzstahl wieder aufgerichtet, das Messer
ist wieder scharf.

Kauf Dir ein gutes Wetzstahl und schärfe Deine Messer vor
jedem Gebrauch. Dazu setzt Du die Klinge oben am Wetzstahl in
Messergriffnähe mit der Schneide zu Dir gerichtet an und
ziehst bis zur Messerspitze durch. Die Schneide wird dabei
schräg auf das Wetzstahl aufgesetzt, sodaß ein Winkel von etwa
15° zwischen Messer und Stahl entsteht.
Die Schneide ist zu Dir gerichtet und wird auch zu Dir
gezogen.

Und hier oute ich mich als Dilletant, meine Frage: wieso richtet das die Klinge wieder auf. Da zieht man doch gegen die Klinge. Ich dachte, man müsse die Klinge eher von sich wegziehen weil man sie sonst abstumpft.
Ich hatte schon immer den Verdacht, dass ich den Wetzstahl falsch einsetze…schon wegen der Fernsehköche. Also ich ziehe von mir weg, in Richtung mit der Klinge sozusagen. Da bleibt dann auch Metallabrieb zurück (könnte natürlich auch vom Wetzstahl sein…).
Gegen die Klinge habe ich auch versucht, da habe ich das Gefühl, das die Schneide eher, ähm, schartig/bröselig (?) wird. Beim mit der Klinge ziehen glaubte ich sie geschärft.

Könntest du das netterweise nochmal für Dummies erklären?

Danke & Gruß
kate_
die sich hoffentlich nicht alle Messer versaut hat.

Schleifen und Abziehen
Aloha,

ich bin zwar nicht der Rankin, aber ich antworte mal trotzdem :wink:

Prinzipiell gibt es 2 Verfahren, um Schärfe zu erzeugen. Wobei diese 2 Verfahren eigentlich zusammengehören…
Zum Einen das Schleifen
Zum Anderen das Abziehen

Schleifen:
Hierbei wird Material von der Klinge abgetragen. Geschliffen wird normalerweise immer gegen die Schneide.
Hierbei entsteht eine scharfe Schneide/Grat. Diese Schneide/Grat ist mikroskopisch fein, schneidet durch das Material und bildet die Basis für den Grat, der noch viel besser schneidet, aber empfindlich ist und erst so richtig beim Abziehen entsteht.
Dieser Grat legt sich aber beim Schneiden nach einer Seite um.
Um diesen Grat immer wieder aufzurichten, kommen wir zum

Abziehen:
Hierbei wird das Messer (ohne Materialabtrag) an einem Abziehstahl entlang geführt, und der Grat wieder aufgerichtet. Zieht man ein Messer nicht ab passiert folgendes: Der Grat verbiegt sich mehr und mehr bis dieser abbricht. Das Messer wird richtig Stumpf. Dann muß das Messer wieder zum Schleifen.

Also schont oftmaliges Abziehen die Schneide und das Messer muß nicht so häufig nachgeschliffen werden.

Leider finden sich in vielen Haushalten sog. Wetzstähle.
Diese Wetzstähle schleifen mit ihrer viel zu rauhen Struktur den umgelegten Grat ab, und richten ihn nicht auf. Die Schneidwirkung solcherart behandelten Messer beruht im Wesentlichen auf der „Schartigkeit“ der herausgebrochenen Grat-Fragmente, und nicht auf der tatsächlichen Schneide. Vergleichbar mit den Sägezahnmessern. Ein Abziehstahl hat eine sehr feine Oberfläche, bei der man annehmen möchte, dass diese gar nicht schleifen kann… das soll sie aber nicht primär, wie oben beschrieben. Nur den Grat aufrichten.
Das Abziehen erfolgt im Gegensatz zum Schleifen in Richtung Messerrücken, Jedoch in der Praxis ebenfalls in Richtung Messerschneide. was nicht weiter schlimm ist, wenn man das Messer nicht senkrecht zur Abziehstahl-Ebene legt, sondern in einem sehr spitzen Winkel. Dadurch holt man quasi „von Hinten“ aus und richtet den Grat wieder auf.

Fazit: Häufiges Abziehen bewahrt Messer vor dem Stumpfwerden und dem damit verbundenen Materialabtragenden Schleifen!

Noch eine kleine Anmerkung zum „Metzgerschliff“:
Metzger schleifen ihre Messer in der Regel von Vorne herein „ballig“. Dies bewirkt eine längere Standzeit, bis das Messer wieder geschliffen werden muss.
Der von Rankin angesprochene 15° Winkel wird nicht eingehalten, sondern die Schneide wird von Vorne herein eher „rund“ geschliffen.
Das Abziehen ist aber auch hier wichtiger Bestandteil der Arbeit.

Je spitzer der Winkel beim Schleifen ist, umso schärfer wird das Messer, aber umso schneller wird dieses wieder stumpf. Je flacher der Winkel, umso länger hält ein Messer die Schärfe. Es kommt immer auf den Verwendungszweck an.

Fleischer-Beile werden bis zu 45 und mehr Grad (und extrem ballig) geschliffen, Rasiermesser unter 10° und absolut gerade.

Im Küchenbereich, in dem u.U. auch sehr feine Arbeiten ausgeführt werden müssen, sind 15° richtig, für das Fleischmesser (das ganz große) ist ein stumpferer Winkel von Vorteil.

Hoffe, nu isses ein wenig klarer :wink:

Aber mach Dir keine allzu großen Gedanken. Im Küchen und Privatbereich reicht es absolut aus, alle Messer „über einen Kamm“ zu scheren oder besser: zu schleifen. :wink:

Nur eines ist wichtig: häufiges Abziehen

Beim Abziehen passiert nämlich neben dem Grat aufrichten noch was anderes: man setzt eine „zweite“ Schneide. D.H.: man schleift in die vorhandene Schneide einen etwas spitzeren Winkel, der dazu führt, dass sich ein Grat überhaupt erst bildet. der ist nämlich nach dem Schleifen noch garantiert nicht vorhanden. Man „zieht“ also förmlich die Schneide mikroskopisch aus und schafft so einen Grat.

Aber wie gesagt: für den Hausgebrauch ist nur wichtig, regelm. abzuziehen… den Richtigen Winkel bekommt man ganz schnell ins Gefühl - keine Bange :wink:

Hoffe, weitergeholfen und nicht allzuviel verwirrt zu haben

Grüße

Midir

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Hallo Midir,

Hoffe, weitergeholfen und nicht allzuviel verwirrt zu haben

Hast du, geholfen, meine ich. Vielen Dank und *

Gruß
kate_