vorab - gegen die vielen anderen Krisen, die hier in letzter Zeit geschildert wurden, ist mein Problem
ziemlich klein, aber ich wollte trotzdem mal hören, ob es Euch ähnlich geht.
Mit den zwei kleinen Kindern hat sich in unserem Haus ein riesiger Berg Babyklamotten, Spielzeug und
andere nützliche/weniger nützliche Baby- und Kleinkindutensilien angesammelt. Jetzt sind in unserer
Verwandtschaft einige Frauen schwanger und haben natürlich angefragt, ob wir was von den vielen
Sachen abgeben könnten. Während mein Mann froh ist, wenn der ganze Kram weg kommt, tut mir der
Gedanke ziemlich weh, mich von den vielen Erinnerungsstücken zu trennen. Ich habe die Kisten schon
mehrmals sortiert, wieder komplett eingeräumt, dann wieder ausgeräumt und wieder von vorne
angefangen.
Mir ist klar, dass wir nicht alles behalten können, warum auch? Wir werden kein Kind mehr bekommen
und die Sachen werden mit zunehmendem Alter der Kinder nicht weniger. Fiel es Euch leichter, Euch
davon zu trennen? Normalerweise bin ich beim Entrümpeln immer recht rigoros und denke mir, dass
Dinge einfach nur Dinge sind und die Erinnerung in unserem Kopf ist und sich nicht in Gegenständen
manifestieren sollte. Aber wenn ich die winzigen Jäckchen und Schuhe anfasse, dann könnte ich heulen,
wenn ich daran denke, wie ich sie meinen Kindern angezogen habe und sie Stück für Stück immer
autonomer werden. Das ist doch lächerlich, oder?
Normalerweise bin ich beim Entrümpeln immer
recht rigoros und denke mir, dass
Dinge einfach nur Dinge sind und die Erinnerung in unserem
Kopf ist und sich nicht in Gegenständen
manifestieren sollte. Aber wenn ich die winzigen Jäckchen und
Schuhe anfasse, dann könnte ich heulen,
wenn ich daran denke, wie ich sie meinen Kindern angezogen
habe und sie Stück für Stück immer
autonomer werden. Das ist doch lächerlich, oder?
Lächerlich ist das überhaupt nicht!!!
Grundsätzlich hast du eine gesunde Einstellung materiellen Dingen gegenüber, wenn du dich bislang gut davon trennen konntest.
Aber das waren eben Dinge, an denen nicht solche Erinnerungen hängen.
Dass du bei den Sachen deiner Kinder anders denkst und fühlst finde ich absolut verständlich. Du liebst eben deine Kinder. Und die Zeit, wo sie so klein waren, war eine wunderschöne Zeit.
Vielleicht geht ein Kompromiss: Ein paar Stücke zur Erinnerung aufheben. Und die anderen weitergeben mit dem Bild im Kopf, dass zu deinen Erinnerungen die von dem nächsten Kind dazukommen. Diese Kleidungsstücke werden also Zeuge vom Glück, das mehrere Kinder bereitet haben.
ich finde die Idee, ein, zwei Erinnerungsstücke aufheben und den Rest weggeben gut. Ich kann dich verstehen, aber war selbst gezwungen fast alles (wegen Umzug auf anderen Kontinent) wegzugeben. Am meisten hat mir das Babybett wehgetan (ich hatte es selbst bemalt), aber es ging eben nicht.
Umzüge sind überhaupt sehr reinigende Angelegenheiten.
PS: ist das heute nicht mehr so, dass junge mütter untereinander die kindersachen tauschen? zu meiner zeit waren kindersachen nie lange eigentum, immer irgendwie nur auf durchgangsstation, bis sie unbrauchbar wurden. und das war wowereit.
ist dieses soziale miteinander heute nicht mehr üblich?
schade, dass man nur 1 Stern vergeben kann. Danke.
Vielleicht geht ein Kompromiss: Ein paar Stücke zur Erinnerung
aufheben. Und die anderen weitergeben mit dem Bild im Kopf,
dass zu deinen Erinnerungen die von dem nächsten Kind
dazukommen. Diese Kleidungsstücke werden also Zeuge vom Glück,
das mehrere Kinder bereitet haben.
Den Gedanken finde ich ziemlich hilfreich. Am besten gefällt mir die Vorstellung, dass die Sachen in
bedürftige Hände gelangen. Wenn jemand gute Adressen kennt, immer her damit! Ansonsten würde ich
mal bei uns in der Stadt nachfragen. Die Leute, die bei uns aus dem Bekannten- und Verwandtenkreis
angefragt haben, sind recht wohlhabend. Ich glaube, die brauchen die Sachen nicht wirklich.
ich finde die Idee, ein, zwei Erinnerungsstücke aufheben und
den Rest weggeben gut. Ich kann dich verstehen, aber war
selbst gezwungen fast alles (wegen Umzug auf anderen
Kontinent) wegzugeben. Am meisten hat mir das Babybett
wehgetan (ich hatte es selbst bemalt), aber es ging eben
nicht.
Umzüge sind überhaupt sehr reinigende Angelegenheiten.
Ja, da hast du wahr! Bei uns entscheidet sich in den kommende zwei, drei Monaten, ob wir für zwei Jahre in
die USA müssen, spätestens dann geht’s zur Sache mit dem Großreinemachen.
bei uns sind die Frauen schon seit Generationen ausgesprochene Sammlerinnen, die sich in ihre Leidenschaft nicht haben hineinreden lassen. So lange noch Lagerplatz vorhanden ist, was ist dabei?
Ganz so extrem wie meine Großmutter bin ich zwar nicht (die hat auch viel mehr Platz), aber Babyklamotten werden aufgehoben und da habe ich auch kein schlechtes Gewissen, warum denn auch.
Mein Sohn trug noch meine eigene Erstlingswäsche, denn die existierte Dank meiner Mutter auch noch.
Vielleicht kommt irgendwann der Tag an dem ich mich von den Sachen trennen kann, aber solange denke ich nicht drüber nach, ob sich der ein oder andere Quadratmeter auf dem Speicher mit etwas anderem zustellen ließ.;o)
Ich leihe dann und wann auch mal Babysachen her, (wobei ich da auch schon schlechte Erfahrungen gemacht habe), aber einfach abgeben oder verkaufen, dazu bin ich derzeit noch nict bereit.
PS: ist das heute nicht mehr so, dass junge mütter
untereinander die kindersachen tauschen? zu meiner zeit waren
kindersachen nie lange eigentum, immer irgendwie nur auf
durchgangsstation, bis sie unbrauchbar wurden. und das war
wowereit.
ist dieses soziale miteinander heute nicht mehr üblich?
Sonst lese ich deine Antworten bei www gern, aber der Andrea unsoziales Verhalten zu unterstellen finde ich völlig übertrieben! Sie hat ein Recht auf solche Gefühle und wird andere Möglichkeiten wahrnehmen, sich sozial zu verhalten.
Am besten gefällt
mir die Vorstellung, dass die Sachen in
bedürftige Hände gelangen. Wenn jemand gute Adressen kennt,
immer her damit! Ansonsten würde ich
mal bei uns in der Stadt nachfragen.
Das hatte ich vergessen. Wir hatten da extra Glück - da wir aus Afrika weggingen, hatten wir natürlich mehr als genug Abnehmer, von denen wir wussten, dass die unsere Sachen wirklich brauchen konnten!
Menno, da tippe ich ein Posting und bin fast fertig, und dann kommt der Junior einmal gegen die Mouse und schliesst mit damit das Fenster
Also nochmal von vorne:
Ich kann Dich sehr gut verstehen, wir stecken zwar noch mitten im Familie-Werden und brauchen die nächste Zeit keine Entscheidungen treffen, aber ich weiss, dass es mir auch super schwer fallen wird, mich von irgendetwas zu trennen.
Ein Tipp, falls Du es doch schaffst
Fotografiere die Sachen! Dann kannst Du Dir alles ansehen und dabei die Erinnerungen wecken, ohne dass die Sachen Platz wegnehmen oder kaputt gehen (Stoff und auch Plastik altern mit der Zeit, irgendwann ist es leider einfach gut gewesen).
Für zukünftige Sachen kannst Du auch Fotos machen, solange sie noch in Gebrauch sind. Dann hast Du z.B. die Kleidungsstücke wirklich so vor Augen, wie sie auch am Kind ausgesehen haben
Einrichtungen, die sich über Kleidung und Spielsachen freuen, gibt es z.B. von den Kirchen, Caritas etc., einfach mal bei der Gemeinde anrufen und nachfragen.
Vielleicht hat eure Stadt auch eine Kleiderkammer, oft werden da auch Spielsachen gerne angenommen.
Eine weitere Möglichkeit für Spielsachen, evt. auch für Kleinkindkleidung wären Kindergärten.
Neugeborenenkleidung nehmen manche Krankenhäuser gerne an, für die grösseren Kinder auch Spielsachen.
Es gibt auch Organisationen, die Stofftiere waschen und verpacken und dann weitergeben an Rettungsdienste und Feuerwehren, damit den Kindern im Fall der Fälle etwas zum Dran-Festhalten gegeben werden kann.
Noch eine Möglichkeit wären Foren im Internet, wo bedürftige Eltern um Hilfe bitten. Da hättest Du vielleicht auch die Chance, zu erfahren was aus den Sachen geworden ist.
ich hatte eigentlich kein Problem, Kinderbekleidung zu verschenken. Ich halte nicht sehr viel davon, es für die nächste Generation aufzubewahren, denn eigentlich will man so alte Sachen doch gar nicht haben. So ging es zumindest mir.
Ich habe aber z.B. alle gemalten Bilder aufbewahrt. Sämtliche Muttertagskarten u.ä. wie z.B. Gutscheine für Zimmer aufräumen (und ich bin heute noch geneigt, ob ich nicht doch den ein oder anderen mal einlösen sollte )
Aber ich hatte eigentlich viele Bedürftige in der Verwandschaft oder Freunden. Ich kann mich gut erinnern, an ein Kind, das die Legosteine erbte und so rührende Dankesbriefe an uns schrieb. Das Gefühl, dass andere Kinder davon profitierten (wir haben die Sachen verschenkt, nicht verkauft) hat mir immer gut getan.
Ich würde „Kleinigkeiten“ zu denen man irgendeinen besonderen Bezug hat, aufbewahren, den Rest aber weggeben. Im Leben eines Kindes, bis es erwachsen ist, häufen sich einfach zu viele Dinge an, als dass man sie aufbewahren könnte. Und wie gesagt, ich fand die uralten Eisgarnjäckchen, die es zu meiner Zeit gab, nicht so toll, als dass ich sie meinem Kind hätte anziehen mögen. Und in 25 Jahren wird es wieder ganz andere Sachen geben.
manches, kaputtes wird weggeworfen, ansonsten fällt es auch uns schwer, Dinge wegzuwerfen. Es könnte ja sein, daß noch ein Mensch kommt, diese Option halten wir uns offen.