Messtechnik - Definitionsfrage

Hallo,
ich suche Infos zur Standardabweichung s, der Streuung s[mit Index x quer] zum Mittelwert einer Messreihe und der Standardabweichung (als griech. Buchstabe).
Vor allem interessiert mich hier die genaue Definition dieser Werte.
Welchen praktischen Bezug haben diese Werte, bzw welche Aussage kann man damit über eine Messung treffen?
Was ist der Unterschied zwischen der Standardabweichung s und der Standardabweichung ?

Ich weiß, dass diese Fragen nicht pauschal in zwei Sätzen beantwortet werden können, aber google hat mich hier nicht wirklich weitergebracht, daher wende ich mich an www. Vielleicht hat ja auch jmd ein paar gute Links zu diesem Thema.

Danke schonmal im Voraus.

Hallo Donovan,

soweit ich es verstanden habe, ist es so:

Stell Dir vor, Du führst eine Messung n-mal durch. Die einzelnen Messungen sind mit zufälligen Fehlern behaftet sind (aufgrund unvermeidlicher Einflüsse, Gegensatz systematische Fehler) und deshalb nicht alle gleich, sondern um einen Mittelwert herum verteilt.

Dabei sind die meisten Meßwerte in der Nähe des Mittelwertes, einzelne („Ausreißer“) leigen weiter weg.

Wenn Du alle diese Meßwerte auf einer Skala einträgst, und die Skala in lauter gleichgroße Intervalle einteilst, so kannst Du eine Kurve zeichnen: auf der Abszisse ist die Meßgröße aufgetragen (Meßwertskala), und auf der Ordinate jeweils die Anzahl der Messungen, die in ein Intervall dieser Meßwertskala fallen. Diese Kurve stellt die Verteilung der Meßwerte um ihren Mittelwert herum dar. Für gewöhnlich (oder immer bei Messungen, die mit zufälligen Fehlern behaftet sind? - weiß ich nicht) handelt es sich dabei um die Normalverteilung.

Den „wahren Wert“ der Meßgröße kennst Du nicht, Du kannst ihn nur schätzen. Die beste Schätzung ist der Mittelwert, umso besser, je mehr Messungen vorhanden sind.

Für sehr viele Messungen nähert sich die Form dieser Verteilungskurve immer mehr der sog. Gauß’schen Glockenkurve.

Ich gehe im folgenden davon aus, daß die Meßwerte normalverteilt sind.
Grob und umgangssprachlich gesagt, ist die Breite der Verteilungskurve ein Maß für dafür, ob die Fehler der einzelnen Messungen eher klein sind, oder eher größer sind. Anders gesagt, in welchem Ausmaß die Meßwerte streuen.

Dies wird beschrieben durch:

Streuung (s zum Quadrat) = Quotient aus (Summe der Fehlerquadrate) und (Anzahl der Meßwerte minus 1).

Die Standardabweichung s ist einfach die Wurzel aus der Streuung und wird als das Maß schlechthin für die Breite der Normalverteilungskurve verwendet.

Unterschied zwischen s und sigma:

s bezieht sich auf eine Stichprobe (z. B. eine Meßwertreihe),
sigma auf die Grundgesamtheit (würde hier den Grenzübergang zu unendlich vielen Messungen bedeuten).

Praktischer Bezug: das Ergebnis einer Einzelmessung fällt mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 68 % in das Intervall [Mittelwert-Standardabweichung,Mittelwert+Standardabweichung], Mittelwert und Standardabweichungen allerdings schon aus sehr vielen Messungen gewonnen, sodaß der Mittelwert eine gute Näherung für den „wahren Wert“ ist.

Grüße,

I.

Hi!

Also, Statistik. Du machst ein (exakt definiertes) Zufallesexperiment, dessen Ausgang Du _vorher_ nicht kennst. Du kannst aber (weil sich jemand vorher schlau darüber Gedanken gemacht hat) _ungefähr_ voraussagen, wie das Ergebnis sein wird. Und das sogar mathematisch.

Beispiel:
Zufallsexperiment: Du misst den Effektivwert der Netzspannung morgen Vormittag um 9:00 bei der Steckdose unterm Lichtschalter im Wohnzimmer.
Ergebnis: 231.3V

Zwei genau definierte Sachen.

Andere Beispiele sind: Würfeln, Widerstand messen, Augenblickswert einer Spannung, …

Mit Hilfe der Stochastik kann man die statistischen Eigenschaften des Signals beschreiben. Dabei gibt es _primäre_ und _abgeleitete_ Größen. Der Einfachheit halber verwenden wir ab jetzt als Zufallsexperiment einfach mal die Messung des analogen Augenblickswertes einer Spannung (die _nicht_ periodisch ist) mit einem wirklich exakten Messgerät.

Als primäre Beschreibung für solche analogen Größen (die ein paar einfache Bedingungen erfüllen) gilt die
Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion
(probability density function, pdf) p(U). Das ist zB die berühmte Gaußsche Glockenkurve. Unser Signal soll einen Wert von _ungefähr_ 10V haben. Dann wird der Messwert _sehr wahrscheinlich_ zw. 9.9V und 10.1V liegen. Eher unwahrscheinlich ist, dass er zwischen 9.7V und 9.9V liegt. Dass er genau den Wert 9.84868371037905V hat, ist unmöglich. :smile:

Wir haben jetzt schon etwas mit der Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion p(U) gemacht. Nämlich: Wir haben sie über einen Wertebereich integriert (also die Fläche darunter berechnet). Das können wir so schreiben:
P{ 9.9V

Sieh mal hier nach
http://www.mathe-online.at/galerie.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:Search?search=S…
http://www.aberhallo.de/lexikon/index.php/Statistik
mfg
W.

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