Meta-Wissen wie schreibt man eine Diplomarbeit

Also es gibt ja eine Menge Menschen die alles mögliche gut
können. Oft können Sie es aber nicht erklären wie sie es machen.

Dann bekommt man so Antworten zu hören wie
„irgendwann hat man das im Gefühl wie man es macht“

Ich bin der festen Überzeugung das man so gut wie JEDES
„Können“ auch verbal beschreiben und erklären kann.

Diese Beschreibung könnte man als Meta-Wissen bezeichnen.
Es liefert auf einer höheren Ebene als das „Können“ selbst
eine Anleitung wie man es macht.

Das war bis jetzt ziemlich abstrakt. Deshalb ein Beispiel:

In einem Kunden-Gespräch in guten und intensiven Kontat kommen.

Anleitung:
passen Sie ihre Körperhaltung, Bewegungs- und Sprechtempo,
Stimmlage IN ETWA derjenigen ihres Gegenübers an. Gehen Sie
dabei nur soweit wie Sie sich selbst dabei noch wohl fühlen.
(Sie noch sie selbst bleiben können)

Hören Sie darauf ob Ihr Gegenüber hauptsächlich visuelle, auditive, „Fühl“-Verben gebraucht und verwenden sie Verben
derselben Kategorie

Beispiele auditiv
das „HÖRT“ sich gut an
das „KLINGT“ „STIMMIG“

Beispiele visuell
das ist mir „KLAR“
ich habe die „VORSTELLUNG“ das…
usw.

Diese Anleitung ist geeignet mit den Unterschiedlichsten
Leuten in den Verschiedensten Situationen
IN GUTEN KONTAKT ZU KOMMEN

Das meine ich mit Meta-Wissen. Es unterscheidet sich fundamental
von Anleitungen wie

also wenn ein Kunde verärgert auf sie zukommt und am rummosern
ist dann antworten sie ihm „Das tut mir leid ich werde mich sofort darum kömmen“ diese Anleitung ist sehr viel begrenzter
und paßt nur auf wenige Situationen.

Das ist ein konkretes Beispiel und damit auf einer „tieferen“ Ebene.

Ich habe mir erlaubt diese Sache erst mal ausführlich zu erklären damit es wirklich verstanden werden kann.

Jetzt zur eigentlichen Frage:

Wer kann mir Meta-Wissen zur der Frage
wie schreibe ich eine technische Diplomarbeit vermitteln?

oder kennt Quellen - Bücher, Webpages die so etwas vermitteln?

Das Dudentaschenbuch
„wie verfaßt man wissenschaftliche Arbeiten“

hat MIR in dieser Hinsicht ÜBERHAUPT nichts gebracht.

Meine Fragen sind:

Wie umfangreich ist eine gute Literaturrecherche?

Wie ausfürlich - oder knapp sind Begründungen und Erläuterungen
warum man es gerade so und nciht anders gemacht hat?

Wieviel Fachwissen kann man vorraussetzen?
(Addition erklären ist sicherlich zu weit gegangen,
Formel „vom Himmel fallen lassen“ ist zuwenig)

Meine Einschätzung ist, das das eine recht anspruchvolle
Frage ist - und vielleicht gerade deswegen reizvoll

Bin für Hinweise jeder Art dankbar.

Vielen Dank schon im Voraus

viele Grüße

Stefan Ludwig

Hängt davon ab
Hallo Stefan,

ich habe Deine Erklärungen mal rausgeschnitten, weil sie für Deine Fragen irrelevant sind.

Also dann:

Wie umfangreich ist eine gute Literaturrecherche?

So umfangreich wie nötig. Im Ernst, das hängt ganz von der Art der Arbeit und den verfügbaren Quellen ab. In einer Literaturrecherche geht das Verzeichnis üblicherweise in die Dutzende, bei einer technischen Arbeit kann man auch schon mal mit nur fuünf Quellen auskommen. Je nachdem, was Du suchst und brauchst, kannst Du für die Recherche einen Nachmittag oder vier Wochen aufwenden. So pauschal ist das daher nicht zu beantworten.

Wie ausfürlich - oder knapp sind Begründungen und
Erläuterungen
warum man es gerade so und nciht anders gemacht hat?

Da gilt das gleiche wie oben: Das hängt davon ab, was erklärt werden muß. Eine DA wird in der Regel von Fachkollegen gelesen, also dürfen alle Grundbegriffe vorausgesetzt werden. Wie genau man das „neue“ beschreiben muß, hängt davon ab, was es ist, wie radikal es bestehende Ansätze überschreitet usw usf.

Wieviel Fachwissen kann man vorraussetzen?
(Addition erklären ist sicherlich zu weit gegangen,
Formel „vom Himmel fallen lassen“ ist zuwenig)

Wie gesagt: Leserkreis ist in der Regel Fachpersonal. Grundlagen können vorausgesetzt werden, allgemeine Formeln des Fachgebietes auch. Erklärt werden müssen neu eingeführte oder anders als üblich benutzte Variablen, alle selbst entwickelten Formeln und eventuell benutzte Formeln aus fremden Fachbegriffen. Im Einzelnen muß auch hier das Gefühl entscheiden.

Meine Einschätzung ist, das das eine recht anspruchvolle
Frage ist - und vielleicht gerade deswegen reizvoll

Tja, trotz Deiner netten Einleitung über ein Verkaufsgespräch muß ich bei Deinen konkreten Fragen sagen, daß Du pauschale Fragen stellst, die so nicht beantwortbar sind. Tut mir leid, wenn Dir das jetzt auch nichts gebracht haben sollte, aber so ist es nunmal.

Noch etwas: Frag’ doch einfach mal Deinen Betreuer nach seinen Ansichten. Der kennt das Thema, das Fachgebiet und hat Erfahrung.

Gruß,

Kubi

Hallo Stefan,

ich habe Deine Erklärungen mal rausgeschnitten, weil sie für
Deine Fragen irrelevant sind.

da bin ich anderer Meinung

Erklärt werden müssen neu eingeführte oder

anders als üblich benutzte Variablen, alle selbst entwickelten
Formeln und eventuell benutzte Formeln aus fremden
Fachbegriffen. Im Einzelnen muß auch hier das Gefühl
entscheiden.

Ich bin mir 100%tig sicher

Ein NLP-Experte kann das was Du mit „Gefühl“ beschreibst
analysieren ein sogenanntes Modell davon machen
(im NLP spricht man von modellieren)

und dann gibt es eine verbale Beschreibung von dem
was Du „Gefühl“ nennst.

Es ist mir klar das man keine exakten Aussagen machen kann.
Aber Aussagen die Bereiche UNGEFÄHR abstecken kann man sicherlich noch mehr machen.

Hast Du ja auch gemacht.
„anders als üblich benutzte Variablen“ ist keine exakte Aussage.
Die Entscheidung im Einzelfall ist immer noch offen, aber man kann sich daran orientieren. Und solche Aussagen lassen sich
bestimmt noch mehr machen

Noch etwas: Frag’ doch einfach mal Deinen Betreuer nach seinen
Ansichten. Der kennt das Thema, das Fachgebiet und hat
Erfahrung.

hab ich schon

  • der kann es schon ganz und garnicht erklären. :frowning:(

viele Grüße

Stefan Ludwig

Hi Stefan

In welchem Themenbereich liegt denn deine Diplomarbeit. Technik ist schon ein bisschen weitläufig.
Ich habe mal meine Schwarte (Geologie) rausgezogen und nochmal reingeschaut.

Wie umfangreich ist eine gute Literaturrecherche?

Nun, das kommt natürlich drauf an. Mein Literaturverzeichniss umfasste zum Schluss 110 Zitate.
Die relevanten Lehrbücher (logisch) möglichst die gesamte relevante neuere Literatur (so 20 Jahre zurück bei ganz wichtigen Sachen noch weiter) und falls es sich um ein regional begrenztes Thema handelt natürlich noch weiter zurück. Letzteres dürfte aber auf dich nicht zutreffen.

Wie ausfürlich - oder knapp sind Begründungen und
Erläuterungen warum man es gerade so und nciht anders gemacht :hat?

Wenn es Standard ist kurz, wenn es was Neues ist ausführlich, wenn du es selbst verbrochen hast sehr ausführlich.

Wieviel Fachwissen kann man vorraussetzen?
(Addition erklären ist sicherlich zu weit gegangen,
Formel „vom Himmel fallen lassen“ ist zuwenig)

Schulbuchwissen ist Standard
Alles Lehrbuchwissen kann vorausgesetzt werden, da reicht ein kurzer Verweis/Zitat. Bei Zeitschriften kommt es drauf an, aber eine kurze Erläuterung kann nicht schaden. Wichtig ist, dass ein Fachmann, der aber nicht unbedingt Spezialist ist, das Ding lesen kann, ohne dauernd in der Bibliothek nachzuschlagen.
Selbst hergeleitete Formeln natürlich sehr ausführlich erläutern.
Tip: Die Arbeit vorher von Komilitonen gegenlesen lassen
wenn es die kapieren…

Ganz allgemein: Fasse dich kurz, und um Gotteswillen keine Schachtelsätze. Hauptsatz, Komma, Nebensatz, Punkt. Vermeide geschwollene Ausdrucksweise. Unter keinen Umständen Erzählungen im Stil „mein schönstes Ferienerlebniss“, das wirkt sehr unprofessionell. (Das ist alles nicht selbstverständlich)
Last, but not least: Ein gutes Bild oder eine schöne Skizze sagt mehr als tausend Worte.

Schau mal in einige Diplomarbeiten rein, die bei deinem Betreuer verfasst wurden, am besten die mit guten Noten. Dann sieht man auch, wie er es gerne hätte, insbesonder von der Länge.

Viel Erfolg

Mike (derauchmalne120seitenschwarteverfassthat)

Na, dann mach mal

ich habe Deine Erklärungen mal rausgeschnitten, weil sie für
Deine Fragen irrelevant sind.

da bin ich anderer Meinung

Ist Dein gutse Recht :smile:

Erklärt werden müssen neu eingeführte oder

anders als üblich benutzte Variablen, alle selbst entwickelten
Formeln und eventuell benutzte Formeln aus fremden
Fachbegriffen. Im Einzelnen muß auch hier das Gefühl
entscheiden.

Ich bin mir 100%tig sicher

Wessen?

Ein NLP-Experte kann das was Du mit „Gefühl“ beschreibst
analysieren ein sogenanntes Modell davon machen
(im NLP spricht man von modellieren)

NLP sagt mir jetzt nichts, aber bei solchen Modellierungen (ich rate mal mit Fuzzy-Logik) bin ich immer etwas skeptisch. Besonders wenn das zu Modellierende eben sehr variabel ist. Du müßtest als Parameter, damit das Modell etwas Sinnvolles ergibt, ja z.B. die gängigen Symbole etc. bereits eingeben. Aber dann hast Du die eigentliche Arbeit bereits erledigt.

und dann gibt es eine verbale Beschreibung von dem
was Du „Gefühl“ nennst.

Die aber auch nicht präziser ist.

Es ist mir klar das man keine exakten Aussagen machen kann.
Aber Aussagen die Bereiche UNGEFÄHR abstecken kann man
sicherlich noch mehr machen.

Nur wenn man Details über Fachbereich und Thema kennt. Garantiert nicht allgemein, und da bin ich mir sicher. Gebe mir ein beliebiges Modell, und ich werde mit Freude eine Arbeit finden, auf die es nicht paßt.

Hast Du ja auch gemacht.

Natürlich.

„anders als üblich benutzte Variablen“ ist keine exakte
Aussage.

Eben.

Die Entscheidung im Einzelfall ist immer noch offen, aber man
kann sich daran orientieren. Und solche Aussagen lassen sich
bestimmt noch mehr machen

Das hat aber nichts mit allgemeinen Anleitungen zu tun, sondern nur mit gesundem Menschenverstand. Ob Du eine Arbeit in Sozialkunde oder Festkörperphysik machst, wird die Antwort sehr stark beeinflussen.

Noch etwas: Frag’ doch einfach mal Deinen Betreuer nach seinen
Ansichten. Der kennt das Thema, das Fachgebiet und hat
Erfahrung.

hab ich schon

  • der kann es schon ganz und garnicht erklären. :frowning:(

Traurig, traurig…

Gruß, Kubi

Wie umfangreich ist eine gute Literaturrecherche?

Das frage ich mich auch gerade. Ich denke, es kommt hierbei
auf die Qualitaet Deiner Informationsquelle an. Ich unterscheide
sie deshalb danach, ob mir eine Info-quelle effektiv was gebracht
hat oder nicht.

Die Literaturrecherche ist dann beendet, wenn Du zu dem Fachgebiet, fuer das Du recherchiert hat, den fuer Deine Arbeit notwendigen Wissensstand erreicht hast :wink:

Wie ausfürlich - oder knapp sind Begründungen und
Erläuterungen
warum man es gerade so und nciht anders gemacht hat?

Ich habe da meine Gliederung genommen und die einzelnen Kapitel
mit einer Wertigkeit in Prozent versehen. Je nachdem wie viele
Seiten Du schreiben willst/musst, kannst Du dann ungefaehr sagen,
wie umfangreich der entsprechende Punkt werden soll.

Wieviel Fachwissen kann man vorraussetzen?
(Addition erklären ist sicherlich zu weit gegangen,
Formel „vom Himmel fallen lassen“ ist zuwenig)

Genau dass, was Dein Prof. zu diesem Thema in der Vorlesung
erwaehnt hat und/oder den Wissensstand, den Du Deinen Studienkollegen zutraust.

Meine Einschätzung ist, das das eine recht anspruchvolle
Frage ist - und vielleicht gerade deswegen reizvoll

Ja, ich glaube, diese Fragen stellt sich jeder, der so ein
Ding verfassen muss.

Gruesse
Chris

hi stefan!

[offtopic:

Ein NLP-Experte

was ist NLP?]

Es ist mir klar das man keine exakten Aussagen machen kann.
Aber Aussagen die Bereiche UNGEFÄHR abstecken kann man
sicherlich noch mehr machen.

ja und nein. ich bin mir ziemlich sicher, dass eine facharbeit je nach korrektor/betreuer etc. sehr unterschiedlich beurteilt wird. ich würde deshalb im rahmen eines internet-forums überhaupt nix spezielles sagen - und wenn, dann nur mit dem hinweis: das war bei mir in dem und dem jahr, dem und dem ort bei dem und dem prof so und so. geringe hilfe…

also eher solche tips wie weiter oben: von kommilitonen lesen und kommentieren lassen. oder: selber in DAs von anderen (möglichst beim selben prof) reinschauen.

wenn dein betreuer dir kein meta-wissen alá kundengespräch liefern kann, dann stell ihm konkrete fragen: ist eine bibliographie von 50 titeln bei meinem thema zu groß oder zu klein? gib ihm doch zwei seiten zu lesen und frag ihn, ob das zu ausführlich ist? oder gibs dem assistenten… oder einem andern prof, zu dem du n bisschen kontakt hast.

in gewisser weise sollen ja auch die hausarbeiten etc., die du im lauf des studiums anfertigst, wichtiges wissen bereits vermitteln. wobei ich mit „wissen“ eben kein verbales meta-wissen meine - weil das im speziellen falle eben auch nicht immer weiterhelfen kann - sondern die nötige erfahrung, um so etwas einfach zu TUN. und nicht drüber zu reden :wink:

viele grüße
jonas

Wie umfangreich ist eine gute Literaturrecherche?

Ich denke mal, das kommt immer ein bisschen auf das Gebiet drauf an, das Du bearbeitest, aber was wohl mehr oder weniger "uberall gleich ist, ist, dass es wohl eine Reihe von Standard-Papers zu einem bestimmten Thema gibt - die solltest Du am Anfang Deiner Arbeit von Deinem Betreuer bekommen haben, vielleicht so f"unf, sechs St"uck. Dazu solltest Du die Referenzen gelesen haben, und da Standards ja meistens etwas "alter sind (etwa in der Art ‚‚The Realm of the Nebulae‘‘, Hubble E., 1935), solltest Du auch die neueren Erscheinungen auf Deinem Sektor kennen. Hierbei halte ich es f"ur wichtig, dass Du irgendwann selektieren lernst, was die wirklich wichtigen Sachen sind, und was wirres Zeug von unwichtigen Pipis ist. Ich w"are Vorsichtig mit unreferierten Preprints, wenn die allerdings von einigermassen bekannten Leuten sind, w"urde ich sie schon f"ur zitationsf"ahig halten. Bei Proceedings w"are ich ebenfalls vorsichtig, nur zitieren, wenn es Review-talks waren. Lehr"ucher w"urde ich "uberhaupt nicht zitieren. Das, was Du in der Uni mal gelernt hast (in irgendwelchen Grundvorlesungen), darfst Du getrost als bekannt voraussetzen.

Wie ausfürlich - oder knapp sind Begründungen und
Erläuterungen
warum man es gerade so und nciht anders gemacht hat?

Das kommt einfach drauf an, was bei Euch so "ublich ist - meine Diplomarbeit (Astrophysik) umfasste knapp 90 Seiten (Note 1.0). Die einer Freundin von mir (Geographie) war ein 150 Seiten-W"altzer (Note 1.0). Ein Kollege von mir ist mit 60 Seiten ausgekommen (Note 1.0). Wenn Du in der Lage bist, ohne ewig lange Schachtels"atze trotzdem genau klar zu machen, was Du gemacht hast, kann’s gern etwas k"urzer sein, finde ich.
Guck Dir halt mal ein paar Diplomarbeiten von Kollegen an, meistens steht sowas dann ja auch in der Bibliothek Deines Instituts rum, und verschaff’ Dir einen Eindruck.
Mach Dir vorher eine Gliederung, was geh"ort in die Einleitung (da kann bei uns z.B. allgemeines historisch-philosophisches Gelaber rein), was geh"ort zu Grundlagen, Datenanlyse, Methodik, Ergebnisse, Diskussion und Zusammenfassung. Anh"ange nur, wenn’s anders wirklich nicht geht, also ewig lange Tabellen u.s.w.
Viel Erfolg!