Ich möchte hier mal eine Frage einstellen, die mich seit einiger Zeit beschäftigt.
Bei der Suche nach effektiven Reinigungsmethoden für alte Münzen wird immer wieder „Elektrolyse“ empfohlen. Wenn ich also die zu reinigende Münze in ein Elektrolyt (Kaisernatron) hänge und mit der Anode (-) verbinde und auch die Kathode reinhänge fließt bei angelegter Gleichspannung ein Strom von der Münze zu Kathode. Dieser Strom reißt auch die Dreckschicht von der Oberfläche. Allerdings löst sich auch Material aus der Münze und schlägt sich an der Kathode nieder. Wenn nun Wechselspannung angelegt wird, was geschieht dann? Münzmaterial Kupfer, Messing, Bronze, Silber, Gold… eigentlich egal.
Danke für euer Bemühen
Stefan
Hallo
Wenn nun Wechselspannung angelegt wird, was geschieht dann?
Dann hat man keine Anode/Kathode mehr… Die Elektrolyse funktioniert (meines Wissens) nur mit Gleichstrom.
Danke für euer Bemühen
Dank Wikipedia
(http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrolyse unter „Prinzip“ nachschauen)
Bernd
Klar geht „Elektrolyse“ nicht mit Wechselstrom! Das wusste ich schon, aber die Reinigung?
Schließlich wandern Elektronen bei Wechselstrom hin und zurück. Dadurch wird (hoffentlich) die Verunreinigung aufgebrochen, ohne! dass ein Materialabtrag stattfindet. Darauf bezieht sich meine Frage.
mfg Stefan
Lieber Stefan Heck!
Eine alte Münze würde ich zuerst mal versuchen ohne Elektrolyse-Verfahren zu reinigen.
Wenn ich weiß ja nicht was genau sie von einer alten Münze entfernen wollen. Die Palina? Den Rost? oder andere spezifische oxidationsprodukte?
Es gibt dafür eine Reihe von Reinigern, nicht nur Säuren und Laugen.
Wenn man ein Wasserbad mit einer Münze darin unter Wechselspannung setzt, (ich denke Sie möchten das jetzt mit normaler Netzspannung machen) dann geschieht folgendes:
Bei Wechselspannung wechseln Anode und Kathode ständig, je nach frequenz.
Bei Wechselspannung muss man erst mal folgendes beachten:
Frequenzabhängig kann die Elektrolyse tatsächlich fast vollständig zum Stillstand kommen, denn zur Entladung eines Ions muss dieses ja wirklich Kontakt mit der Elektrode haben. Sobald die Ionen bei denen das der Fall ist entladen sind müssen aus der Lösung welche nachwandern. Diese Ionen werden elektrostatisch aus der Lösung angezogen. Ihre Wanderungsgeschwindigkeit ist begrenzt.
Wechselt die Polarität bevor das Ion entladen wurde wird es wieder abgestossen. Das heisst: Die Ionen schwingen nur noch zwischen Anode und Kathode, bei entsprechender Frequenz kommt die Elektrolyse praktisch zum Stillstand obwohl weiterhin ein Strom fliesst!
Und ich brauche glaube ich nicht zu erwähnen, dass 230V~ aus der steckdose und dann auch noch mit wasser tödlich sein können.
Danke für die ausführliche Antwort!
Zur Sicherheit: Mein Arbeitsplatz ist durch einen 10 mA Fehlerstromschutzschalter geschützt, und der Aufbau nochmals über einen Trenntrafo.
Ich hatte nicht vor mit der Netzwechselspannung zu arbeiten, ist mir zu gefährlich, ich bin mit den Gefahren des elektrischen Stromes vertraut
Zum Problem:
Der reinigende Effekt der Elektrolyse beruht doch darauf, dass Metallionen aus der Münze durch die Verkrustung austreten und so diese lösen. Dazu müssen sie nicht zur Kathode, sondern „nur“ durch die „Dreckschicht“ Welche Strecke legt denn ein Ion bei 50 HZ bzw bei einer niedrigeren Frequenz zurück? Angenommen seien 50 Volt.
Reicht das für die Lockerung der Verkrustung aus? So würde nämlich kein Material die Münze verlassen und die noch vorhandene Struktur bliebe erhalten, oder?
Die Patina möchte ich erhalten, aber die Prägung möchte ich erkennen können. Zur Zeit arbeite ich mit Olivenöl und Zahnbürste mit mäßigem Erfolg.
Lieben Gruß
Stefan