Metastasen in der Wirbelsäule

Hallo!
Bei unserer Oma wurden mehrere Metastasen an der Wirbelsäule gefunden. Ich würde gerne Wissen auf was man sich bei so einer Diagnose einstellen muss? Wie hoch sind hier die Chancen einer Behandlung? Ich weiß das man es nie genau sagen kann. Aber wie kann der Krankheitsverlauf weitergehen und wie hoch ist in etwa die restliche Lebenserwartung? Sie ist 76 Jahre und hat zudem noch 7 Bandscheibenvorfälle! Evtl. ist auch die Leber betroffen!

Vielen Dank für die Mühe

LG

liebe Dita09,

einige Rückfragen ohne die keine qualifizierte Antwort gegeben werden kann.
a) :Bei unserer Oma wurden mehrere Metastasen an der Wirbelsäule gefunden.
=> Metastasen von was? Brustkrebs (Mamma-CA), Niere, Bronchialcarnimom, Schilddrüse, Hautkrebs?
Damit kann man schätzen ob

  1. man direkt was tun muss
  2. was man tun kann
  3. wer was tun muss
  4. wie die Chancen stehen
    Bsp: Brustkrebs (gute Chancen mit Bestrahlung und Bisphosphonattherapie ggf. auch minimal-OP oder Korsett)

b) Ich würde gerne Wissen auf was man sich bei so einer
Diagnose einstellen muss? Wie hoch sind hier die Chancen einer Behandlung?
=> man kann es ziemlich genau sagen wenn folgende Parameter bekannt sind

  1. wo liegen die Metastasen in der Wirbelsäule (Hals oder LWS)
  2. wie gross sind die (mehr als 2/3 des Wirbelkörpers ausmachend)
  3. haben die die Wirbelsäule verlassen (nach vorne oder hinten in den Rückenmarkskanal)
  4. sind die eher wie löcher (osteolytisch) oder eher sogar mit mehr Knochen (osteoblastisch)
  5. sind Brüche an den Metastasen aufgetreten
  6. sind belastungsabhängige Schmerzen, Ruheschmerzen oder neurologischen Symptome in Zusammenhang damit aufgetreten
  7. wie siet die bisherige Therapie des Primärtumors aus
  8. gibt es außerhalb der Wirbelsäule gesicherte Metastasen (was ist genau mit der Leber und anderen Organen)
  9. Falls es weitere Untersuchungen abweichend von Röntgen oder MRT gibt (PET; Szinti) wie sind die Befunde dort beschrieben
  10. wie lange hat es gedauert, bis die Metastasen das erste mal aufgetreten sind, und wie lange ist die Grunderkrankung her, oder ist beides zusammen aufgetreten.

Damit kann man ausrechnen wieviele Menschen mit gleicher Situation binnen einem halben Jahr, in diesem Jahr, im naechsten Jahr, in 5 und 10 JAhren noch am Leben sind. Ansonsten ist es tatsächlich völlig ungewiss. Im Einzelfall ergeben sich aber nur statistische Wahrscheinlichkeiten (wie beim Poker).

"Aber wie kann der Krankheitsverlauf weitergehen und wie hoch ist in etwa die restliche Lebenserwartung?
=> siehe oben

„Sie ist 76 Jahre und hat zudem noch 7 Bandscheibenvorfälle!“
=> Die Bandscheibenvorfälle haben mit der Tumorerkrankung erstmal nichts zu tun, 2/3 völlig gesunder Menschen in diesem Alter haben das auch ohne Beschwerden zu haben, das MRT war hier einfach zu genau. Ein Neurologe kann testen, ob es Ausfälle gibt und ob die mit den Metastasen oder mit den Bandscheibnvorfällen in zusammenhang stehen. Er kann bei Schmerzen (über die wir bisher gar nichts wissen) auch Rückschlüsse über die Ursache (nachts und in Ruhe eher Tumor) auch Medikamente zur Verbesserung vorschlagen.

Fazit:
Mehr Befunde sammeln und suchen und ggf. wenn Hausarzt und Onkologe nicht helfen können einen Tumororthopäden aufsuchen. Wenn ich die Stadt weiss, kann ich Dir eine Liste mit ausreichend erfahrenen Tumororthopäden in der Umgebung mailen.

Vielen lieben Dank für ihre Antwort. Leider bin ich nicht in der Position diese ganzen Einzelheiten zu erfahren zumal die Mühlen in der Klinik sehr langsam mahlen! Ihr wurde nun gesagt das sie nicht mehr aufstehen darf da sie sonst Querschnittsgelähmt wäre/könnte passieren. Das Hüftgelenk ist kaputt!!!

Es wurde bisher kein großer Tumor gefunden von dem alles audgeht. Die Metastasen sitzen im Rückenmark. Sie wird wohl nun einer Strahlentherapie unterzogen! Wir glauben allerdings nicht an eine Heilung und genießen nun die Zeit die wir noch haben. Sie liegt in der Uniklinik Homburg / Saar!

Nochmals lieben Dank für ihre Mühe und die ausführliche Antwort!