Meteorologie: Was bedeutet 'Hochdruck' wirklich?

Hi !

Ich habe eine Frage zur Meteorologie:
Kalte Luft ist doch schwerer als warme; der Druck ist höher. Bei aufkommenden Schlechtwetter (Kaltfront) müsste es also einen Druckanstieg geben. Doch hoher Druck wird ja immer mit Schönwetter in Verbindung gebracht. Und umgekehrt: Im sommerlichen Hoch ist es doch warm. Warme luft steigt auf. Das müsste doch auf Tiefdruck hinweisen. Doch es herrscht ein Hoch. (K)ein Widerspruch?
Wer kann mir das am besten erklären ?

Pierre

Hi!

Du darfst vor allem die Sonne nicht ganz vergessen. Die sorgt mit Hitze->Erwaermung->Druckerhoehung fuers Wetter.

Kalte Luft ist doch schwerer als warme;
der Druck ist höher. Bei aufkommenden
Schlechtwetter (Kaltfront) müsste es also

…einen tiefen Druck zugrunde liegen haben, der das Schlechte Wetter angezogen hat.

Druck wird ja immer mit Schönwetter in
Verbindung gebracht. Und umgekehrt: Im
sommerlichen Hoch ist es doch warm. Warme
luft steigt auf. Das müsste doch auf

…Hochdruck beruhen. Der drueckt alle Wolken einfach weg.

Dazu kommen natuerlich noch die grossen Winde, die fuers Durchmischen sorgen, denn sonst waere ja nach meinem obigem Schema das Wetter total stabil, und das ist es ja nur kurz.

sonnige Gruesse, Wendel

Im

sommerlichen Hoch ist es doch warm. Warme
luft steigt auf. Das müsste doch auf

…Hochdruck beruhen. Der drueckt alle
Wolken einfach weg.

sonnige Gruesse, Wendel

Das heißt also, dass im Hoch der Druck von oben nach unten einfach viel größer ist als der durch Wärmeabstrahlung bedingte Aufwind. Korrekt?
Und wenn der Aufwind größer ist, also tieferer Druck herrscht, kommt der Wetterumschlag!?
Und heißt das drittens, dass „hoher Luftdruck“ zweierlei bedeuten kann: Sonniges Wetter, aber auch kaltes Wetter?
Und noch eine Frage: Ist der hohe Luftdruck im Hoch durch absinkende KALTE Luft bedingt; oder einfach durch absinkende Luft aufgrund einer Art Sogwirkung, unabhängig von der Temp.?

Danke im voraus.
Pierre

ho pierre!

hochs und tiefs gibts sowohl bei allgemein hohen wie tiefen temperaturen. hochdruck bedeutet soviel wie „absteigende Luftmassen“: steigen luftmassen ab, erwärmen sich diese mit ca. 0.56°C pro 100m höhendifferenz; wärmere luft kann mehr wasser aufnehmen, das wetter wird sonnig (aber nicht unbedingt wärmer!). tiefdruck ist das gegenteil: aufsteigende Luftmassen, die sich mehr und mehr abkühlen; ab einer gewissen höhe (und temp.) ist dann der sättigungspunkt für luftmassen dieser temp. erreicht, es bilden sich wolken: schlechtes wetter also und wenn möglich auch noch regen oder so. aber: nicht unbedingt tiefe temp.!
cu tom

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Kalte Luft ist doch schwerer als warme;

O.K.

der Druck ist höher.

Der Druck wird auch von anderen Faktoren
bestimmt, und diese sind nicht auf den Ort
beschraenkt, den Du gerade betrachtest.

Bei aufkommenden
Schlechtwetter (Kaltfront) müsste es also
einen Druckanstieg geben.

Diese Schlussfolgerung ist seltsam.
Eine Kaltfront zieht in der Regel
Druckanstieg nach sich. Sie verbessert aber
das Wetter (Verbesserung im Sinne von immer
weniger Wolken). Typisch fuer eine Kaltfront
ist Schauertaetigkeit.

Doch hoher
Druck wird ja immer mit Schönwetter in
Verbindung gebracht.

In der Regel wird das Wetter durch
Kaltfrontdurchzug auch besser.

Und umgekehrt: Im
sommerlichen Hoch ist es doch warm. Warme
luft steigt auf. Das müsste doch auf
Tiefdruck hinweisen.

Aenderungen betrachten!
Ein Hoch herrscht. Sonne scheint. Luft wird
erwaermt und steigt auf. Der Druck faellt.
Das Hoch verschwindet. Diese pauschale
Darstellung ist zwar O.K., aber sie beruecksichtigt keinerlei Stroemungen,
keinerlei Verlagerung von Luftmassen.
Letztenendes sind es doch die, die unserem
Wetter den entscheidenden Wandel geben.

Die Unterscheidung warm bedeutet tief
und kalt bedeutet hoch laesst sich nur
global vernuenftig anwenden. In den Tropen
ist die Erwaermung durch die Sonne am
staerksten. Die Luft steigt dort staendig
auf, der Druck ist im wesentlichen gering.
Vorsicht aber, es kann immer lokale
Druckunterschiede geben, die nach wie vor
als Hochs und Tiefs bezeichnet werden.

MEB