hi,
Wenn ein Erwachsener, der nur Deutsch kann, nach England zieht
und
dort nichts zu seinem Spracherwerb tut, sondern nur von der
Sprache
umgeben ist, nie ein Wort nachschlaegt oder erklaert bekommt,
dann
aehnelt seine Situation ja sehr der eines Kindes gegenueber
seiner
Muttersprache.
da ist ein denkfehler. ein kind das so aufwächst wie du es beschreibst (isoliert), würde ebenfalls keine sprache lernen. ein kind lernt dadurch, daß menschen um es herum sind! dsa IST der spracherwerb! es beobachtet und imitiert. und wenn es älter wird, dann fragt es konkret: „was ist das? warum is das so, warum sagt man das so? wann sagt man dies, wann sagt man das?“. da sehe ich keinen unterschied zu einem erwachsenen.
Dieser unsystematische Zugang ist um
Groessenordnungen
ineffektiver als der uebliche mit Lehrbuch und Vokabellisten.
ich sehe das genau anders herum. die grammatik, lesen und die richtige schreibung - die alphabetisierung - kommt NACH dem spracherwerb und nicht vorher. sie ist das sahnehäubchen und macht einen menschen zu einem gebildeten mitglied der schriftkultur. das ist aber nicht *nötig*, um eine sprache sprechen zu können. viele leute können echt super englische grammatikregeln aufsagen, die sie jahrelang in der schule gepaukt haben, sind aber nicht fähig, einem film zu folgen oder ein gespräch über alltagsbanalitäten zu führen.
Dieser Erwachsene, der die Sprache wie ein Baby lernen will,
wird bei
jeder Gelegenheit auf seine Muttersprache Deutsch
zurueckgreifen
wie ein baby ist etwas sehr gewagt, aber auch das soll vorgekommen sein. ich bin mir sicher, daß auch ein erwachsener ohne lehrer durch reines zuhören eine sprache erlernen kann. es dauert nur äußerst lange - ist also wenig effektiv. es gibt sogar den fall von einem italienischen jungen, der in frankreich einen unfall hatte und jahrelang in einem französischen krankenaus im koma lag. als er erwachte, sprach er französisch.
sehr zweifelhaft, ob er ueberhaupt Woerter ausmachen kann,
denn er
hoert ja immer nur ein Kontinuum von Schallwellen
ja anfangs hört man nur geräusch. dann erklären einem menschen (im idealfall ein lehrer, muß aber nicht sein) immer mehr einzelne wörter. dann erkennst du bereits einzelne wörter aus dem schwall heraus. gleichzeitig sollte man anfangen lesen und schreiben zu lernen. im idealfall mit einem lehrer. und nach einigen jahren werden aus den wörtern vollständige sätze - bis du ALLES verstehst, sogar gemurmeltes, verschlucktes, gerufenes usw. gleichzeitig lernst du auch das sprechen. zuerst langsam und falsch, dann immer schneller und besser. du imitierst deine umgebung so gut du kannst, damit du gut verstanden wirst. was in schlauen büchern steht, ist erst dann relevant, wenn du einen brief oder aufsatz schreiben sollst. dann brauchst du einen richtigen lehrer, der dir die grammatik auch erklärt. das haben wir als kinder alle mit 6-10 jahren hinter uns gebracht, als wir alle schon perfekt sprachen. warum sollte eine weitere sprache anders sein?
meiner meinung nach ist jeder typische sprachunterricht in einer schulklasse völlig verkehrt, sinnlos und widernatürlich.
So wird table wohl Tisch heissen.
so ist es im prinzip. „wenn einer bei der einer kreuzung aussteigen will, dann sagt er XYZ zu dem fahrer, also sage ich das jetzt auch, wenn ich bei der nächsten aussteigen will.“ so funktioniert sprache und nicht „ich gucke mal im wörterbuch nach was das heißt“.
als beispiel aus dem englischen: das sind dann die leute die zb. fragen „what is your job“ anstatt „what do u do do for a living“ weil sie den satz in wirklichkeit nievon menschen gehört haben, aber das vokabel „job“ für „arbeit“ gelernt haben.
gruß
dataf0x