Metrik: under der linden Walter v. d. Vogelweide

Hallöchen!

Ich suche schon ne ganze Weile nach der Metrik von „Under der linden“ von Walther von der Vogelweide. Natürlich weiß ich, dass das meist Interpretationssache ist. Aber von welcher Metrik geht man am Meisten aus?

Bedanke mich schon mal für Eure Nachricht!

Hallo Minimuff91

Wenn man den Urtext liest, so ist hauptsächlicu zu sehen, dassTrochäen verwendet wurden, verbunden durch ab und an einen Daktylus.

Ob ich die Betonung richtig interpretiere sei dahingestellt, rein aus dem Bauchgefühl heraus würde ich es so sehen …

Hallo Textakrobat,

vielen Dank für Deine Antwort! Die bringt mich schon etwas weiter. Normalerweise würd ich nämlich auch sagen, dass der Text aus Trochäen und einen Datkylus besteht (unser schönes tandaradei), aber irgendwie … meinst Du, man könnte auch davon ausgehen, dass der Text zum größten Teil jambisch ist? Denn ich hab mir schon einige Texte angehört via „youtube“ und ich mein, dass die das anders betonen. Naja… wahrscheinlch ist das wirklich ein Trochäus! :smile:
Bis dann und danke nochmal!
Minimuff91

Hallo Minimuff91,

Ich denke, nicht die Frage nach dem Versmaß steht hier im Vordergrund, sonden die Frage nach dem Takt dieses Minneliedes, das whrscheinlich im Gesang quasi als 4/4 Takt gesungen wurde mit betontem Halbton und folgendem unbetonten Halbton oder zwei unbetonte Vierteltönen, das alles getragen und mit Pausen dazwischen, die durch Lautenspiel ausgefüllt wurden.

Eine Metrik, wie man sie bei Gedichten voraussetzt, ist im Gesang nicht zwingend vorgegeben, man kann einiges „schleifen“ oder auch „komprimieren“.

Minnegesang war ja eher ein Sprechgesang und wie ich beschrieb, kann der sich auf einer Taktung aufgebaut haben, die beim Deklamieren wie eine Aneinanderreihung von Trochäus und Daktylus „herüberkommt“.

Also, wie gesagt, ich sehe hier das Versmaß als zweitrangig an, man müsste das Lied gesungen hören, um es metrisch zu bewerten!

Hallo Textakrobat,

nein, die Frage geht nicht um den Versmaß, ich weiß dass es im 4/4 Takt gesungen wird. :smile:

Meine Frage bleibt immer noch bei der Metrik. Ich möchte, nur die Metrik wissen.

Vielen Dank für die Bemühungen und das Mitüberlegen!

Ich muss jetzt 12 Jahre später doch nochmal was schreiben, weil die Antworten einfach schief sind, aber sich leider wohl von hier und anderen Foren aus im Internet verbreitet haben. Das Versmaß ist keine Interpretationssache, zumindest nicht vollständig. Hier ist es zudem ziemlich klar: „Under der Linden“ von Walther ist vor allem trochäisch, teils daktylisch aufgebaut. Jambisch ist da gar nichts und es lässt sich auch selbst mit viel Mühe und Not nicht jambisch lesen. Man kann natürlich sagen: Jambus, Trochäus, Daktylus und Anapäst sind nicht unbedingt Kategorien der mittelalterlichen Lyrik, aber wenn man es heute damit beschreiben will, dann ist es auf jeden Fall nicht jambisch.

Häufig werden die Verse ja folgendermaßen gesetzt:
Under der linden
an der heide,
dâ unser zweier bette was,
dâ muget ir vinden
schône beide
gebrochen bluomen unde gras.
Vor dem walde in einem tal,
tandaradei,
schône sanc diu nahtegal.

Metrisch sieht das dann so aus:
XxxXx
XxXx
XxxXxXxX
xXxxXx
XxXx
xXxxXxXxX
XxXxXxX
XxxX
XxXxXxX