Moin,
die Synonymie „Mittag - Süden“ gab’s im Deutschen auch mal, aber die Sprachentwicklung hat sie plattgewalzt und verscharrt. Nur in älteren Texten kann man diese Bedeutung noch ausbuddeln, sozusagen als spracharchäologische Fundstücke.
Mittag
„2. /ohne Pl./ dicht. Süden: die Sonne steht hoch im M.; gen M. ziehen; Und diese Wolken, die nach Mittag jagen Schiller Stuart III 1“
http://www.dwds.de/?kompakt=1&sh=1&qu=Mittag
Mittag im Grimm:
"4) mittag, von dem stand der sonne, den sie zu dieser tageszeit hat:
die sun stet auf dem mitag grat.
H. SACHS hürn. Seifr. 23, 644;
es eilen die stunden, im mittag steht
die sonne.
SCHILLER bürgschaft v. 53,
schmollt der mann und grillt die frau,
so faszt sie nur behende,
führt mir nach dem mittag sie,
und ihn an nordens ende.
12, 224;
und diese wolken, die nach mittag jagen,
sie suchen Frankreichs fernen ocean.
SCHILLER Maria Stuart 3, 1;
dann aber auch ohne präposition:
wenn sie (die geister) der mittag aus der wüste schickt,
die gluth auf gluth um deinen scheitel häufen,
so bringt der west den schwarm, der erst erquickt,
um dich und feld und aue zu ersäufen.
GÖTHE 12, 61;
sie kömmt – sie kömmt, des mittags stolze flotte.
SCHILLER die unüberwindliche flotte
http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu…
Vormittägliche Grüße
Pit