Miami Vice - logische Fehler (SPOILER!)

servus,

ich hab mir das wochenende miami vice angeschaut. es war so ziemlich das was ich erwartet hatte, gute samstagabendunterhaltung wenn man nicht zuviel nachdenkt und eigentlich eine ziemlich coole stimmung.
aber mir sind da ein paar logische fragen aufgekommen und jetzt frage ich mich ob ich das nur falsch verstanden hab oder ob der film handlungsmäßig garkeinen sinn macht:

  • die zwei cops schleusen sich in die organisation als lieferanten ein und haben gerade einen (viell. zwei) lieferungen erledigt. die mission wird aber fortgeführt weil sie tiefer drin sind alle alle zuvor - os schwer war das ja nicht, oder?

  • die mission wurde angesetzt um die undichte stelle zu finden, ausser dass sie rausgefunden haben dass sie sich im hq in washington befindet (wo wahrscheinlich tausende leute arbeiten) haben sie aber nichts erreicht!?

  • die geldübergabe gegen die gestohlenen drogen wird angesetzt um den kollegen mit dem schwulen bart festzunehmen, da war klar dass es auf eine eskalation hinausläuft. im endeffekt werden aber alle bösen buben nur abgeknallt, war das der sinn der sache?

  • am schluss wird die supervilla mitten im bolivianischen urwald von diesem oberbösling von spezialeinheiten eingenommen, verlassen natürlich. woher wussten die denn auf einmal wo der sich rumtreibt? um den direkt gings doch garnicht, und mit dem hatten sie ja direkt nichts zu tun?

  • mr. supercool fährt mal eben von florida mit einem speedboat nach cuba. hat mal jemand ausgerechnet wie lange man dafür unterwegs ist, und an wievielen tankstellen der halt machen muss? so ganz ums eck ist das ja nicht gerade.

  • der mit dem schwulibart kann (wahrscheinlich per funk oder was weiß ich) mit einer kamera bei den nazibösewichten in den trailer reinschauen. nachdem die polizistin befreit ist sieht er alle tot und die frau fehlt. da müsste dem aufmerksamen berufsverbrecher doch dämmern dass die zwei kollegen von der lieferfirma vielleicht polizisten sein könnten, oder dass was nicht stimmt. und dann kommt er wegen ein paar mille in die usa und fängt eine mords-ballerei an. hä?

  • WIESO TREFFEN DIE COPS IMMER UND DIE BÖSEN NIE??? das ist wohl ein ehernes gesetz der hollywoold-bibel.

schönen abend noch!
sebastian

abend,

  • die geldübergabe gegen die gestohlenen drogen wird angesetzt
    um den kollegen mit dem schwulen bart festzunehmen, da war
    klar dass es auf eine eskalation hinausläuft.

was issn ein „schwuler bart?“

  • mr. supercool fährt mal eben von florida mit einem speedboat
    nach cuba. hat mal jemand ausgerechnet wie lange man dafür
    unterwegs ist, und an wievielen tankstellen der halt machen
    muss? so ganz ums eck ist das ja nicht gerade.

sind ungefähr 180 km, nach Key West (Florida Keys) sind es wohl nur
140 km

  • WIESO TREFFEN DIE COPS IMMER UND DIE BÖSEN NIE??? das ist
    wohl ein ehernes gesetz der hollywoold-bibel.

ich hab den film nicht gesehen, scheint aber ein richtiger knaller zu
sein.

schönen gruß
fabian

Filmtip für dich
Hallo,

  • WIESO TREFFEN DIE COPS IMMER UND DIE BÖSEN NIE??? das ist
    wohl ein ehernes gesetz der hollywoold-bibel.

Wenn Du mal das Gegenteil sehen willst, dann guck Dir „Con Air“ an, ist zwar einer der miesesten Filme aller Zeiten, aber da treffen Marines (ist ja nur eine der hochausgebildetsten Truppen der Welt) auf 3,50 kein stehendes Ziel…

Grüße,

Anwar

Hi Sebastian

  • mr. supercool fährt mal eben von florida mit einem speedboat
    nach cuba. hat mal jemand ausgerechnet wie lange man dafür
    unterwegs ist, und an wievielen tankstellen der halt machen
    muss? so ganz ums eck ist das ja nicht gerade.

Nee, aber unterschätz mal nicht die Spitzenprodukte im Motorboot-Sektor. Ich hatte mal n Boesch mit 260 PS, war ne flotte Sache und wenn der Tank groß genig ist - bitteschön.
Natürlich hast du grundsätzlich recht mit deinen Anmerkungen, aber so what? Dann kannst du 99 % der Filme schon nach 10 Minuten abschalten.
Gut, im Kino schaltet es sich schwerer ab, aber man könnte rausgehen. Mach ich öfter.
MIAMI VICE hab ich allerdinhs als Welt-Premiere Anfang August bei den Filmfestspielen von Locarno gesehen. Da saßen wir im milden Abendwind auf der Piazza Grande und der Film war noch schöner als in irgendeinem vermufften Kino.
Gruß,
Branden

  • der mit dem schwulibart kann (wahrscheinlich per funk oder
    was weiß ich) mit einer kamera bei den nazibösewichten in den
    trailer reinschauen. nachdem die polizistin befreit ist sieht
    er alle tot und die frau fehlt. da müsste dem aufmerksamen
    berufsverbrecher doch dämmern dass die zwei kollegen von der
    lieferfirma vielleicht polizisten sein könnten, oder dass was
    nicht stimmt. und dann kommt er wegen ein paar mille in die
    usa und fängt eine mords-ballerei an. hä?

  • WIESO TREFFEN DIE COPS IMMER UND DIE BÖSEN NIE??? das ist
    wohl ein ehernes gesetz der hollywoold-bibel.

schönen abend noch!
sebastian

Moinsen!

Habe den Film auch gesehen und kann Dir nur Recht geben. Der Film wurde wohl stark geschnitten. Am besten wartet man auf den Directors Cut. Abgesehen davon und der zu langatmigen Lovestory ist der Film absolut sehenswert.

Folgendes aus einem Review von filmstarts.de zum Schnitt der Kinofassung:
Ein Haar in der Suppe hat allerdings auch „Miami Vice“ - und wie groß dieses ist, lässt sich bislang nur erahnen. Offensichtlich fiel der Film massiv der Schnittschere zum Opfer. Als Grundlage für das Drehbuch diente Mann – ähnlich wie bei Insider – ein Zeitungsartikel, der die Hintergründe der Drogenmafia von Miami beleuchtete. Die von Mann gedrehte Filmfassung war den Produzenten Gerüchten zu Folge mit einer zu starken politischen Note versehen. Von den ursprünglich vom Verleih angekündigten 146 Minuten ist die finale Kinofassung jedenfalls eine ganze Ecke entfernt. Klar ist, dass teils ganze Handlungsstränge rausgeschnitten wurden. So hinterlässt „Miami Vice“ an der einen oder anderen Stelle einen etwas aus dem Zusammenhang gerissenen oder kastrierten Eindruck. Manche Story-Ansätze wirken nur wie ein Torso, manche aufgeworfenen Fragen werden nicht beantwortet.

servus,

Moin,

ich hab den Film erst heute abend gesehen, hab dank des Spoiler Hinweises dein Posting erst jetzt gelesen.

aber mir sind da ein paar logische fragen aufgekommen und
jetzt frage ich mich ob ich das nur falsch verstanden hab oder
ob der film handlungsmäßig garkeinen sinn macht:

  • die zwei cops schleusen sich in die organisation als
    lieferanten ein und haben gerade einen (viell. zwei)
    lieferungen erledigt. die mission wird aber fortgeführt weil
    sie tiefer drin sind alle alle zuvor - os schwer war das ja
    nicht, oder?

Naja, zumindest betreiben sie einen Materialaufwand, der ungewöhnlich ist. Und der Türöffner ist anscheinend, dass sie die erste Lieferung ohne Kosten zurück geben. Die FBI Typen vom Anfang wären ja auch weiter gekommen, wenn sie nicht verraten worden wären.

  • die mission wurde angesetzt um die undichte stelle zu
    finden, ausser dass sie rausgefunden haben dass sie sich im hq
    in washington befindet (wo wahrscheinlich tausende leute
    arbeiten) haben sie aber nichts erreicht!?

Naja, die Anzahl der Leute, die in DC davon gewusst haben, wird sich überschauen lassen. Die Eingrenzung durch diesen Hinweis war schon Gold wert. Wobei, wenn der Mensch nicht Castillo heissen würde, hätte ich ihn ja in Verdacht gehabt.

  • die geldübergabe gegen die gestohlenen drogen wird angesetzt
    um den kollegen mit dem schwulen bart festzunehmen, da war
    klar dass es auf eine eskalation hinausläuft. im endeffekt
    werden aber alle bösen buben nur abgeknallt, war das der sinn
    der sache?

Tote Dealer können nicht mehr dealen?

  • am schluss wird die supervilla mitten im bolivianischen
    urwald von diesem oberbösling von spezialeinheiten
    eingenommen, verlassen natürlich. woher wussten die denn auf
    einmal wo der sich rumtreibt? um den direkt gings doch
    garnicht, und mit dem hatten sie ja direkt nichts zu tun?

Nimmt man die Polizeiserienlogik zur Hilfe, dann fehlten die Beweise, um den Erzengel festzunageln. Die waren nun durch die Aussage von Crockett und Tubbs gegeben. Selbst in Kolumbien.

  • mr. supercool fährt mal eben von florida mit einem speedboat
    nach cuba. hat mal jemand ausgerechnet wie lange man dafür
    unterwegs ist, und an wievielen tankstellen der halt machen
    muss? so ganz ums eck ist das ja nicht gerade.

Es sind, wie wir unten erfahren haben, ca. 140 km. Bei einer vorher genannten Reichweite von 1400 km und einem Tempo, bei diesem Boot mit ca. 50 km/h, was langsam ist, wie ich vor ein paar Wochen vor Travemünde feststellen konnte, dauert das ganze nur etwa 3, max 4 Stunden.

Warum ist die Route von Kuba nach Florida wohl für Flüchtlinge so beliebt.

  • der mit dem schwulibart kann (wahrscheinlich per funk oder
    was weiß ich) mit einer kamera bei den nazibösewichten in den
    trailer reinschauen. nachdem die polizistin befreit ist sieht
    er alle tot und die frau fehlt. da müsste dem aufmerksamen
    berufsverbrecher doch dämmern dass die zwei kollegen von der
    lieferfirma vielleicht polizisten sein könnten, oder dass was
    nicht stimmt. und dann kommt er wegen ein paar mille in die
    usa und fängt eine mords-ballerei an. hä?

Er hat ja vorher schon festgestellt, dass die beiden zu „professionell“ sind. Eine Veranstaltung wie diese kann auch von einer gut organisierten Gangstergruppe durchgeführt werden. Dass Trudy zur Polizei gehört, war ja keinem klar, dass sie entführt wurde, dagegen eindeutig.

  • WIESO TREFFEN DIE COPS IMMER UND DIE BÖSEN NIE??? das ist
    wohl ein ehernes gesetz der hollywoold-bibel.

Wobei das in diesem Fall durchaus realistischer war als in manch anderem.

Es scheint sich ja um eine Spezialeinheit zu handeln, die durchaus regelmäßig den Gebrauch der notwendigen Waffen üben. Somit ist die Ausbildung der eingesetzten Kräfte schon eine besondere (warum kann Tubbs fliegen? Crockett tanzen?). Nch dem gängigen Filmvorurteil haben Gangster keine ausgebildeten Kräfte sondern eher hochgediente Gangster auf der Lohnliste für den Personenschutz. Die sind halt nicht so gut bei Schießereien. Das fand ich sogar gut dargestellt, das Verhalten bie der Schießerei war bei den Gangstern ein komplett anderes, was auf mangelnde Ausbildung bei Personenschutz schließen lässt.

Was mich eher störte, waren folgende Sachen:

Ein professioneller Polizist verliebt sich nicht. Und schon gar nicht auf Gegenseitigkeit. Eine Überraschung des Films bestand darin, dass beide wirklich verliebt waren.

Wir lernen in jedem Krimi, dass Paare nicht zusammen arbeiten dürfen, daher waren Tubbs und Trudy unrealistisch.

Eine derartige Materialschlacht kann ich real kaum glauben? Einen Ferrrari, ok, ein Speedboat, okay; einen Flieger, bedingt, und die sind dann doch so gut, dass sie die gesamten Zoll- und Einwanderungsbehörden austricksen? Woher kam der Flieger, mit dem sie das Radarsignal geteilt haben?
Wie haben sie die geschmuggelten Waren landeinwärts gekriegt, wenn sie keinen einweihen durften?

Aber mir hat der Film dennoch richtig gut gefallen, er war auf einem Coolness Grad wie die Serie in den 80ern.

Aber mal als Frage am Rande? War der weisse ein M6?

Gruß

ALex

Tach auch,

  • WIESO TREFFEN DIE COPS IMMER UND DIE BÖSEN NIE??? das ist
    wohl ein ehernes gesetz der hollywoold-bibel.

Warum? Weil wenn es andersrum währe, niemand den Film emppfehlen würde,
es müssn nunmal die „guten“ gewinnen, klar die leute wollen mal
etwas anderes sehn als immernur happy ends und wie auch du, das die
guten gewinnen, bzw. immer treffen, dürfte ja des gleiche sein
und deswegen gibts nun auchschon eben die filme wo die „guten“ deine cops ^^ auf die andere seite wechseln, wenn auch nur vorübergehend

Mit freundlichen Grüßen, Basti

Aber mal als Frage am Rande? War der weisse ein M6?

Gut hingesehen :wink:
Hast zu 99,9% Recht.
0,1% sind für den Fall, dass wir nicht den gleichen Wagen in Miami Vice meinen angedacht *g*

Viele Grüße

TheOneAndOnly