Hallo Viktor,
Messen kann man Geschwindigkeiten überhaupt nicht.
es setzt voraus, dass man Gleichzeitigkeit definiert hat, d. h. eine Vorschrift zur Uhrensynchronisation hat/anerkennt. Dann kann man Geschwindigkeiten messen: v := Δx / Δt mit Δx = Länge des zurückgelegten Wegs (Maßstäbe anlegen), Δt = dazu benötigte Zeit (Uhr am Weganfangspunkt ablesen, Uhr am Wegendpunkt ablesen, Differenz der Werte bilden). Und die Relativgeschwindigkeit zweier Objekte in einem System ist schlicht w = u – v, d. h. die zeitliche Änderung der Differenz ihrer Koordinaten.
Unter einer Messung verstehe ich nicht nur den Vorgang der Messwerterfassung mittels geeigneter Apparaturen, sondern zähle der Einfachheit halber auch die anschließende Verrechnung der Daten dazu.
Das geht nur in „Gedankenexperimenten“ welche die SRT begleiten.
Jedes Gedankenexperiment muss so angelegt sein, dass man es auch real durchführen könnte.
Man kann Geschwindigkeiten nur berechnen
wie auch immer.Dafür braucht man die klassischen Ansätze
nie verlassen.
Siehe oben.
Das wäre eine Aussage über zwei Bezugssysteme
und setzt die Kenntnis der Koordinatentransformationen voraus.
Die der klassischen Theorie oder die der SRT:
Die der SRT.
Jedenfalls wird die SRT mit „Beweisen“ begleitet und
die Pauker jeder Bildungsstufe versuchen diese Beweise
ihren Lernenden verständlich zu machen.
Die Ärmsten (beide Seiten…
). Naja, man sollte auch nicht vergessen, dass die SRT vollständig aus den Maxwellgleichungen, d. h. den first principles der Elektrodynamik deduziert werden kann. Auch die bezugssystemunabhängige Konstanz der Lichtgeschwindigkeit kann man problemlos daraus herleiten. Andererseits treten die magnetischen Felder (B-Felder) als relativistischer Effekt schon bei nichtrelativistischen Geschwindigkeiten auf, und deren Existenz wird wohl niemand bestreiten wollen.
Außerdem werden (auch begründete) Zweifel an der SRT
von allen mit der vorgenannten Bildung und auch von
qualifizierten Physikern sofort mit dem Hinweis
erschlagen, daß die SRT so gut bewiesen sei wie keine
andere Theorie und jede Querdenkerei (Zweifel) nicht
diskutabel.
Sehe ich etwas anders: Wenn man über die SRT so nachdenkt, wird man immer auf das eine oder andere stoßen, was einem erstmal als Widerspruch erscheint. Das ist fast zwangsläufig zu erwarten, weil unsere Anschauung von der Zeit auf der absoluten Gleichzeitigkeit basiert. Eine relative Gleichzeitigkeit bürstet unser Vorstellungsvermögen gegen den Strich – wir können es nicht denken. Plagen wir uns also mit irgendeinem vermeintlichen Widerspruch herum, dann gibt es zwei Möglichkeiten.
Erstens: Man fragt sich, wie der Widerspruch im Rahmen der Theorie aufzulösen ist. Wenn man es selbst nicht rauskriegt, sucht man Rat bei einem Experten und wenn er gut ist, wird er die richtige Antwort geben können. Man versteht, akzeptiert, ist froh und setzt seinen Weg fort.
Zweitens: Statt den Widerspruch aufzuklären, sucht man weitere – und findet auch welche. Aber nicht, weil die Theorie tatsächlich logisch widersprüchlich ist (sie ist es nicht!), sondern weil wir uns eine relativistische Raum-Zeit-Struktur mangels Erfahrung gedanklich nicht (oder nur schwer) einsichtig machen können. Irgendwann hat man so viele Widersprüche zusammen, dass es für die Überzeugung, die Theorie könne nicht stimmen, reicht. Man ist stolz darauf, eine wichtige Theorie als falsch entlarvt hat. „Wieso hat das nur sonst noch niemand gemerkt? Müssen alles Deppen sein.“
Man urteile selbst über Erstens und Zweitens.
nur widerlegen (sagt Popper).
Na ja, Popper muß man ja nicht glauben.
Sagen wir, er darf als allgemein anerkannt gelten.
Und jemandem, der eine einzige
reproduzierbare Abweichung zur SRT findet, dürfte der
Nobelpreis sicher sein.
Denk ich nicht. Es geht auch ohne SRT.
Wie meinst Du das? Es gibt eine Menge Effekte, die von der SRT sehr gut, aber klassisch nur miserabel bis garnicht erklärt werden können.
Einstein hat ja für die SRT auch keinen Preis bekommen,
nur Staunen - bis heute.(s.Anfangsfrage)
Ja, der Nobelpreis wurde ihm für seine Erklärung des fotoelektrischen Effekts zuerkannt.
Übrigens: Eine Theorie ist nicht bewiesen oder erhärtet
oder wie auch immer wenn (angeblich) keine Gegenbeweise
möglich sind.
Bei der SRT sind sie ja möglich (anders sieht es z. B. bei der Everettschen Viele-Welten-Interpretation der QM aus. Sowas ist dann „problematisch“). Ein real durchführbares Experiment mit einem reproduzierbaren Ergebnis, das nicht „passt“, reicht zur Falsifizierung aus – und wäre eine Sensation.
Gruß
Martin