Bin 41 Jahre und eigentlich kann ich mich an nichts mehr freuen. Alles ist so gräßlich langweilig und jeder Tag läuft gleich ab. Meine Zeit rennt und nichts läßt mich so richtig zufriedensein. Versteht mich nicht falsch. Ich geh schwimmen, ich geh ins Fitnesscenter, ich hab 2 Kinder, einen Mann und einen kleinen Job an der Schule, in dem ich mit den Grundschülern zu tun habe. Nichts von alledem möchte ich missen, aber es halt auch alles Alltag. Ich kann mit nichts vorstellen, was irgendwie zu ändern wäre und zum Besseren führen könnte. Mich interssiert viel, aber es ist alles irgendwie nicht faszinierend. Ich kann mich für nichts begeistern. Ich mache halt. Träume und Vorstellungen für meine Zukunft habe ich schon lange keine mehr- eigentlich seit die Kinder auf der Welt sind.
Ich finde das eigentlich nicht normal, weil ich irgendwie immer mehr nur funktioniere und meiner Umwelt ziemlich emotionslos auch gegenüberstehe.
Es muss doch irgendwo einen Schalter geben, der Freude und Stolz wieder etwas aktiviert. Alles scheint irgendwie so sinnlos und das mittlerweile im ca. fünften Jahr.
Hallo,
Schwierige Sache.
In deinem Leben scheint irgendetwas zu fehlen, was du bis vor ca. 5 Jahren noch hattest.
Die meisten Leben laufen ganz ähnlich ab.
Irgendwann hat man den Wunsch nach einer Beziehung, gleichzeitig versucht man sich im Beruf zu etablieren, alles mit dem Ziel erst einmal ein gemeinsames Leben in geordnete Bahnen zu bringen. Gemeinsame Wohnung, die Beziehung vielleicht durch Heirat bestätigen und dann evtl. Kinder. Man hat also 10 bis 20 Jahre mehr oder weniger gekämpft um diese Strategie (oder ähnliche) umzusetzen und ist dann scheinbar am Ziel. Doch was kommt jetzt?
Das ist so ungefähr wie wenn ein Gärtner ein großes Blumenbeet betreut. Man hat das ganze Frühjahr geplant, zusammengetragen, gepflanzt, ausgesäat, gehegt und gepflegt. Das Beet erstrahlt in seiner ganzen Pracht, doch der Gärtner kommt sich auf einmal überflüssig vor.
Es gibt 3 typische Wege:
- Der Gärtner kann sich immer wieder an seinem wunderschönen Beet erfreuen, bewundert täglich die kleinsten Veränderungen in seinem Beet.
- Der Gärtner bessert täglich nach, versucht hier und da durch kleine Veränderungen und Umstellungen noch mehr aus seinem Beet herauszuholen.
- Der Gärtner Pflügt das ganze Beet um und fängt ganz von vorne an.
Übrigens, ein Gärtner hat es in dem Zusammenhang gut. Die Natur und der Jahreswechsel zerstört ihm alles und gibt ihm dadurch die Möglichkeit sich schon auf die nächste Aufgabe zu freuen.
Gruß D.K.
hallo Claudia,
ich denke, Du mußt zuerst einmal zu einem guten Psychiater gehen. Denn zuerst muß herausgefunden werden, ob Du mehr und mehr in eine Depression hineingerätst.
Wenn nicht, sind alle Optionen wieder offen - wenn ja, sofort anfangen mit einer gemischt medikamentösen/ Psychotherapie (anfangs mehr medikamentös gewichtet, fortfolgend Umlagerung des Akzents auf Psychotherapie - richtige - bei Krankenkasse beantragte, von ihr genehmigte).
Wenn nein, ändere Dein Leben. Wie? Das kannst nur Du wissen. Keine Angst vor Fehlern, Irrtümern, Sackgassen - es sind Deine. Das bist Du selbst. Von nichts kannst Du für Dich mehr lernen als von Deinen eigenen Umwegen. Selbst wenn Du mit dem Töpfern von Aschenbechern anfangen solltest …
Schreib Deine Träume auf - wenn möglich, male sie! schreib den Traum selbst auf die Rückseite des Bildes; schreib das Datun, Deine gerade aktuelle Lebenssituation und Deine wichtigsten Gefühle dazu und schau Dir die Bilder aller halben Jahre mal an.
Gruß und viel Glück unterwegs, I.
Hi Claudia,
Dein Kernsatz ist m. E.:
. . . Nichts von alledem möchte ich
missen, aber es halt auch alles Alltag. Ich kann mit nichts
vorstellen, was irgendwie zu ändern wäre und zum Besseren
führen könnte. . . .
Es heißt, was man auf keinen Fall verlieren will, habe man bereits verloren. U. U. ist der Preis, den Du für Dein vermeintlich „beneidenswertes“ Leben zahlst, (zu) hoch.
Du schreibst „Versteht mich nicht falsch“ - gilt das auch für Dich selbst? Offenbar versteht Du (Dich auch) nicht richtig. Dein Verstand sagt „alles bestens“, aber in Dir „stimmt das einfach so nicht“. Vielleicht bist Du in Deiner Funktion als Ehefrau oder Mutter einfach nicht glücklich, trotz Efh, Spülmaschine und Musikschule für die Kinder. Sowas soll es schon gegeben haben. Warum vielleicht nicht auch bei Dir?
Ggf. kannst Du Dich dem Kern Deiner „Unzufriedenheit“ in intensiven Gesprächen mit einer wirklich sehr guten und absolut vertrauenswürdigen Freundin nähern, ansonsten könnte eine Gesprächstherapie Dir vielleicht helfen.
Hallo
Es kann sein, dass du ausgebrannt oder sogar leicht depressiv bist.
Dann waere der Gang zum Arzt und zum Therapeuten sinnvoll.
Oedet dein Leben dich aber einfach nur an, dann solltest du etwas
aendern.
Oftmals hilft es, neue Menschen kennenzulernen, d.h. sich sozial zu
engagieren oder einen Volkshochschulkurs zu besuchen.
Oder unternimm allein oder mit einer Freundin eine mehrwoechige
Reise.
Vielleicht ist dein Leben auch einfach zu ruhig. Bring’ Stress
hinein, indem du dir irgendwelche interessanten Aufgaben auflaedst.
Das laesst sich mit sozialem Engagement sehr gut verbinden.
Gruss, Tychi
Hi
Ich glaube nicht, dass du einen Therapeuten brauchst auch wenn ich die ca. 5 Jahre für sehr lang halte. Auch glaube ich, dass es nicht nur an einem selbst liegt sondern auch an den Menschen die einen umgeben. Weiß deine Familie, deine Freunde, deine Arbeitskollegen wie es um die bestellt ist oder funktionierst du nur? Ich persönlich kann mich sehr gut von anderen „anstecken“ lassen, mich mitreisen oder motivieren lassen. Manchmal langt es schon kleine Zeichen zu setzen damit das Umfeld darauf reagieren kann, nur wissen müssen sie es halt.
Viele Grüße
Me
PS: Mein persönlicher und bester Erfolgstipp, sich in ein Cafe setzen und die Leute beobachten, sehen welchen es besser und welchen es schlechter geht, flirten und angeflirtet werden
liebe namensgenossin,
ich hatte kurz vor meinem vierzigsten geburtstag ein ähnliches problem. zuerst eine hochstimmung nach einer trennung dann normales leben uns schliesslich ein jobverlust. jetzt wieder im job…
mich hat die vorstellung deprimiert, dass das leben immer so weiter wie jetzt laufen wird, dass nichts neues mehr kommt (ich hatte einen guten job - aber zu wenig arbeit und zu viel zeit)
schliesslich hab ich mich entschlossen, mich zu versuchen…und zwar gehe ich seit einiger zeit neben meinem normaljob auf märkte und verkaufe dort produkte, die ich selber erfunden hab. jetzt ist es so, dass mich interessiert, wie diese sache weiter gehen wird, bzw. ob ich erfolg haben werde…
lange rede - kurzer sinn: geh irgendetwas an, was dir nicht wirklich leichtfällt, was du aber immer schon bewundert hast…und versuche, ob du es schaffst, du hast nichts zu verlieren…ich glaube, das geheimnis liegt darin, das zu tun, was man wirklich gerne macht…ahja…zum thema depressionen…wenn du sie jetzt zum ersten mal hast, werden sie auch wieder vergehen (ich glaube, das spielen hormone bzw. schwankungen eine starke rolle)…also - geduld - und trau dich, was zu machen, wovon du bis jetzt gedacht hast, dass du es nie können wirst…
alles liebe
claudia
Bin 41 Jahre und eigentlich kann ich mich an nichts mehr
freuen. Alles ist so gräßlich langweilig und jeder Tag läuft
gleich ab. Meine Zeit rennt und nichts läßt mich so richtig
zufriedensein. Versteht mich nicht falsch. Ich geh schwimmen,
ich geh ins Fitnesscenter, ich hab 2 Kinder, einen Mann und
einen kleinen Job an der Schule, in dem ich mit den
Grundschülern zu tun habe. Nichts von alledem möchte ich
missen, aber es halt auch alles Alltag. Ich kann mit nichts
vorstellen, was irgendwie zu ändern wäre und zum Besseren
führen könnte. Mich interssiert viel, aber es ist alles
irgendwie nicht faszinierend. Ich kann mich für nichts
begeistern. Ich mache halt. Träume und Vorstellungen für meine
Zukunft habe ich schon lange keine mehr- eigentlich seit die
Kinder auf der Welt sind.
Ich finde das eigentlich nicht normal, weil ich irgendwie
immer mehr nur funktioniere und meiner Umwelt ziemlich
emotionslos auch gegenüberstehe.
Es muss doch irgendwo einen Schalter geben, der Freude und
Stolz wieder etwas aktiviert. Alles scheint irgendwie so
sinnlos und das mittlerweile im ca. fünften Jahr.
Danke Euch allen für die guten Ansätze. Wenn so viele innerhalb kurzer Zeit antworten fühlt man sich schon etwas besser. Ich denke ich werde einiges ausprobieren, vor allem werde ich versuchen etwas für mich zu finden und da hab ich einiges gefunden, was mich auf diesen Weg bringen könnte.
hi zensi,
nun könnte man dir evtl div. bücher empfehlen, damit du angeregt wirst für dich die spreu vom weizen zu trennen, dich von dingen zu lösen, die dir nicht mehr wirklich etwas bedeuten, aber „zum leben“ automatisch dazugehören und dann in folge dir helfen heruaszufinden, was dich neues reizen würde, also eine gewisse orientierungslosigkeit „aufheben“.
aber wenn es nun schon 5 jahre so geht, weiss ich nicht ob es so klug ist mit den büchern, da liest man sich dann auch wieder lange zeit zu tode. denn welches wann welche erkenntnis auslöst, ist ja von mensch zu mensch verschieden - und ausserdem heisst dies nicht, dass man nun weiss - WIE man was ändert.
vielleicht wäre es insofern „das einfachste“ eine therapie anzugehen.
ich glaube nicht, das es eine langzeittherapie wäre sondern zeitlich doch recht begrenzt. herauszufinden was einen wirklich stört oder nichts mehr gibt im leben, eigene interessen neu zu betrachten, sich selbst intensiver wahrzunehmen und wege zur veränderung des eigenen lebens zu finden - wie eine art coach in dem falle - zumindest stelle ich es mir so vor gerade.
sollten ausserdem noch bisher verdrängte punkte auftauchen, wärst du dort auch gleich an der richtigen stelle.
5 jahre zufrieden zu sein und nichts ändern zu können sollten reichen um sich hilfe zu suchen. bücher etc. wären aus meiner sicht an der stelle für die gegenwart nur ein weiteres aufschieben.
viele menschen haben angst vor dem leben und lassen es lieber wie es ist, das ist zumindest vertraut. vielleicht bist du ja jetzt an dem punkt, es nicht mehr lassen zu wollen. das bedeutet ja nicht, das sich alles ändern wird (also es bedeutet keine gefahr für alles, was du dir erhalten willst) und das was anders werden kann/soll, wäre auch keine gefahr für das alte letztlich - weil die aussicht auf „besser“ besteht und damit auf ein selbsterfüllteres reicheres leben.
klingt etwas geschwollen, ist mir klar, aber die rechten worte zu finden ist da ohnehin nicht so einfach.
doch ich glaube was ich da schreibe und auch daran, das es funktioniert. herauszufinden was nun balast ist und was nicht und wie und überhaupt…finde ich nicht so leicht, da brauchts eben oft einfach auf diesem weg.
finde auch nichts dabei, ist kein mangel, kein versagen (weils ohnehin kaum wer je gelernt hat) viele verdrängen was du für dich siehst und ändern nie etwas, gehen es nie an. das halte ich dann letztlich eher für eine art scheitern, auchwenn man nat. sagen muss, wann wer soweit ist, ist von aussen nicht bestimmbar und damit nicht bewertbar.
wie auch immer, ich finde die idee mit der therapie ne sehr gute.
LG
nina
Hallo Claudia,
mir „gefällt“ dein Posting, weil ich denke, viele Leute leben im Alltagstrott vor sich hin und haben an das Leben keine weiteren Ansprüche. Du willst mehr vom Leben, und das ist doch schonmal ein guter Ansatz.
Ich glaube, das Problem ist, dass du kein Ziel und keine wichtige Aufgabe hast: Die Kinder sind vermutlich schon recht selbständig. Ich denke es ist kein Zufall, dass Frauen ab 40 oft anfangen, sich ehrenamtlich irgendwo zu engagieren. Such dir was, was dir wirklich am Herzen liegt - nicht einfach „irgendwas soziales“ - und mache einen neuen Lebensinhalt daraus. Ich glaube, du hast einfach verpasst, nach der Phase „Ich lebe für die Kinder“ eine neue Richtung zu suchen und einzuschlagen, aber das ist glaube ich für jede Mutter irgendwann nötig.
Herzliche Grüße,
Matilda (die das in wenigen Jahren auch vor sich hat).
Hai, Claudia,
ich denke, Dir geht es, wie sehr vielen Menschen in unserer Gesellschaft: Du hast ein Leben zu viel…
Vor zweihundert Jahren würdest Du Dein Leben als abgeschlossen ansehen, damit rechnen, daß Du Dich noch 3-4 Jahre vielleicht um Enkel kümmern könntest, aber eben nicht mehr viel Leben übrig ist (siehe durchschnittliche Lebenserwartung für Frauen vor 200 Jahren).
Heute ist das eben anders - Du hast sozusagen eine komplette Runde fertig - aber noch dreißig bis vierzig Jahre „über“. Das ist ein bischen viel, um sich auf’s Enkel-kümmern und auf auf’s-Ende-warten zurückzuziehen.
Aber, hey, Du hast es warm und trocken und satt - Du kannst jetzt Risiken eingehen, die Du vor 20-25 Jahren nicht eingehen konntest… Du hättest damals soo gerne Archäologie studiert, konntest es Dir aber nicht leisten / das Risiko der brotlosen Kunst nicht eingehen? Jetzt kannst Du… Dir fehlt noch das Abi? Mach’s halt! Was kann Dir denn passieren?
Such Dir ruhig was aus, was Dich fordert - Langeweile hat keine Chance, wenn Du Dich auf 'ne Prüfung vorbereitest, selbst dann, wenn nicht-Bestehen keine echten Konsequenzen hat (eine abgebrochene Ausbildung „tut“ Dir ja nichts mehr)
Geh ins Berufsinformationszentrum, such Dir was Schönes aus und erlern einen neuen Beruf.
Gruß
Sibylle
39 Jahre, 2. Semester *yeah!*