Mieses Deutsch

Guten Tag miteinander,

diese beiden Sätze fand ich eben in EINER Ausgabe von SPIEGEL online:

Rührt Innenminister Schäuble am Rechtsstaat?

Zu seiner Pressekonferenz brachte der WBA-Champ mehrere Zeugen mit, die der Öffentlichkeit glauben machen sollten, er habe bei seiner Niederlage gegen Henry Maske mit einer Knieverletzung gekämpft.

Und damit niemand behaupten kann, dies sei nur eine Feststellung, will ich mit einer Frage aufhören: Glaubt Ihr, daß dies signifikant ist?

Gruß - Rolf

Glaubt Ihr, daß dies signifikant ist?

Signifikant ist, dass zu viel über »mieses Deutsch« – oder was gerade dafür gilt – diskutiert wird. Signifikant sind die Ermüdungserscheinungen dieses Thema betreffend, die auch bei linguistisch Interessierten auftreten. Zu einer fundierten Debatte kommt es ohnehin nicht, weil für den Vergleich der Rechtschreib- und Grammatikfehlerhäufigkeit bei »SPIEGEL online« bedauerlicherweise die Festplatten mit Artikeln von vor 1994 verloren gegangen sind. Stattdessen immergleiches kulturpessimistisches Gebrabbel, das zu nichts führt.

Wie wäre es mit: »Neuer Tag, neues Thema«? Ab morgen. Klimakatastrophe, Knut, nur mal so als Anregung.

Gruß
Christopher

Hi!

Auch wenn ich mich jetzt zum Idioten mache, aber was passt am zweiten Satz nicht?

Grüße
Dusan
PW: Nukolar, es heisst Nukolar!

Tach Dusan,

Rührt Innenminister Schäuble am Rechtsstaat?

ist Ruhrgebietsdeutsch - nicht partout falsch, aber gewöhnungsbedürftig.

An etwas rühren - Akkusativobjekt

Am … rühren - Dativ, der - wie gesagt - im Ruhrgebiet im Schwange ist.

Gruß - Rolf

Hi!

Ich fragte nach dem 2ten Satz, welcher lautet

Zu seiner Pressekonferenz brachte der WBA-Champ mehrere Zeugen mit, die der Öffentlichkeit glauben machen sollten, er habe bei seiner Niederlage gegen Henry Maske mit einer Knieverletzung gekämpft.

Grüße
Dusan

Moin, Rolf,

Rührt Innenminister Schäuble am Rechtsstaat?

muss heißen im Rechtsstaat.

Zu seiner Pressekonferenz brachte der WBA-Champ mehrere Zeugen
mit, die der Öffentlichkeit glauben machen sollten, er habe
bei seiner Niederlage gegen Henry Maske mit einer
Knieverletzung gekämpft.

Richtig wäre zwar „die die Öffentlichkeit“, aber zwei „die“ hintereinander geht doch nicht. Elegant umschifft, fällt kaum jemandem auf :smile:

Gruß Ralf

Hallo Dusan,

Zu seiner Pressekonferenz brachte der WBA-Champ mehrere Zeugen mit,
die der Öffentlichkeit glauben machen sollten, er habe bei seiner
Niederlage gegen Henry Maske mit einer Knieverletzung gekämpft.

es muß natürlich heißen: „…die die Öffentlichkeit glauben machen sollten…“
‚glauben machen‘ verlangt den Akkusativ, wenn ich nicht irre.

LG,
MrsSippi

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Moin Ralf,

Richtig wäre zwar „die die Öffentlichkeit“, aber zwei „die“
hintereinander geht doch nicht. Elegant umschifft, fällt kaum
jemandem auf :smile:

Oh doch! Und elegant kann ich daran nichts finden.
Nix für ungood.
MrsSippi

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Zu seiner Pressekonferenz brachte der WBA-Champ mehrere Zeugen mit,
die der Öffentlichkeit glauben machen sollten, er habe bei seiner
Niederlage gegen Henry Maske mit einer Knieverletzung gekämpft.

es muß natürlich heißen: „…die die Öffentlichkeit glauben
machen sollten…“

… oder aber „… die der Öffentlichkeit weismachen sollten …“. Jornalistenpoesie …
Für so etwas gibt es im Spiegel eigentlich die beliebte Rubrik Hohlspiegel - aber die ist anscheinend für Zitate aus Fremderzeugnissen reserviert. Offensichtlich sucht man, diesem Mangel abzuhelfen - gewissermaßen durch eine schleichende Aushöhlung.

Gruß,
Ralf

Das,

lieber Ralf,

die der Öffentlichkeit weismachen sollten

verlangte zuviel Aufrichtigkeit; daß der Öffentlichkeit in aller Regel etwas weisgemacht wird, bindet die Journaille derselben doch lieber nicht so deutlich auf die Nase.

LG,
MrsSippi

Mönsch MrsSippi,

geht denn gar nix mehr ohne die -Tags?

Gruß Ralf

Hi,

Für so etwas gibt es im Spiegel eigentlich die beliebte Rubrik
Hohlspiegel - aber die ist anscheinend für Zitate aus
Fremderzeugnissen reserviert.

Da stehen durchaus auch SPIEGEL-Zitate drin.

Viele Grüße
WoDi

Hallo MrsSippi

Zu seiner Pressekonferenz brachte der WBA-Champ mehrere Zeugen mit,
die die Öffentlichkeit glauben machen sollten, er habe bei seiner
Niederlage gegen Henry Maske mit einer Knieverletzung gekämpft.

Auch nach Deiner sinnvollen Korrektur frage ich mich, wie man gegen
Henry Maske verlieren kann, wenn man mit einer Knieverletzung kämpft.

Gruss
Heinz

OT Ironie

geht denn gar nix mehr ohne die -Tags?

Hi, Ralf,
bei diesem Menschen, der im Ministeramt seine biographiebedingte (und von daher durchaus verständliche) Verfolgungsangst in die Bürgerfreiheit strangulierende Gesetze umsetzen will, vergeht mir jegliche Ironie!
Grüße
Eckard

Sölber Mönsch, Ralf,

es geht mir da wie Eckard.

Aber mir hätte schon am smiley auffallen müssen, daß Du’s nicht ernst meinst, tschuldigung, bin oft so ein Spätmerker.

LG,
MrsSippi

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Moin, Eckard,

bei diesem Menschen, der im Ministeramt seine
biographiebedingte (und von daher durchaus verständliche)
Verfolgungsangst in die Bürgerfreiheit strangulierende Gesetze
umsetzen will, vergeht mir jegliche Ironie!

meinen Zorn auf den Herrn wollte ich nicht gerade im Deutschbrett abladen.

Gruß Ralf

Muss doch …
„… am Rechtsstaat“ heißen! „an etwas rühren“ ist eine feststehende Formulierung und bedeutet im ideellen Sinn etwas zu unterhöhlen, was immer fix war. „in etwas rühren“ kannst Du verwenden, wenn Du eine Suppe umrührst.

Gruß, Artefakt

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:"… am Rechtsstaat" heißen!
„… an den Rechtsstaat rühren“ heißen. Und zwar deswegen:

„an etwas rühren“ ist eine
feststehende Formulierung und bedeutet im ideellen Sinn etwas
zu unterhöhlen, was immer fix war. „in etwas rühren“ kannst Du
verwenden, wenn Du eine Suppe umrührst.

und man kann „am Herd rühren“ - d.h. am Herd stehen und dabei seine Suppe umrühren. Genau darauf sollte das „im“ offensichtlich verweisen. Waren halt mal wieder keine Ironie-Tags gesetzt …

Gruß,
(der andere) Ralf

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