Mietbürgschaft übernommen und will sie nun beenden

Hallo,

Ich habe nirgendwo entdecken können, dass die Zahlungen
bereits direkt erfolgen.

ja eben, darum besteht ja kein Grund zur Besorgnis.

ich stolperte einfach über diese Bemerkung von dir:
Btw., wenn seit vier Jahren die Miete vom Amt kommt, würde ich anstelle des Vermieters auch auf keine Bürgschaft verzichten,

Vielleicht habe ich da zu viel reininterpretiert. Aber das klingt so nach dem allgegenwärtigen Vorurteil, dass man bei Hilfeempfängern vorsichtiger sein muss, als bei Leuten in Lohn und Brot. Bei all der Hetze gg. die Hartzer und meinem „Job“ bin ich da wohl etwas sensibilisiert oder viell. auch überempfindlich.

Und was passiert in der
Übergangszeit, wenn die Miete plötzlich nicht mehr gezahlt
wird bis zur Direktüberweisung? Ich wüsste nicht, dass das Amt
dann nachzahlt. Genau für diesen Fall wäre ein Bürgschaft doch
eine nette Sache für den Vermieter.

Eine (sichere, die hier nicht gegeben scheint) Bürgschaft ist immer eine nette Sache und da verzichtet wohl kaum jmd. freiwillig darauf. Erst recht nicht in der heutigen Zeit, wo es ruck zuck gehen kann, dass man seinen Job verliert und sich nach einem Jahr der „Hetze“ aussetzen muss.

Bei jemanden der in Arbeit ist, aber mit seinen Finanzen oder
Konsumzwang nicht klar kommt und sich deswegen hoch
verschuldet, ist das Risiko höher.

Ja. Da würde ich dann gar nicht erst vermieten, wenn sich’s
vermeiden lässt.

Also doch lieber an Hilfeempfänger?
Vermieten wird mehr und mehr zum Risiko.
Für „Kleinimmobilienbesitzer“ (die womöglich noch von Banken o.ä. da hin getrieben wurden) ein Problem, für professionelle Vermieterhaie und -spekulanten habe ich allerdings kein Mitleid.

TM

Hallo That’s me,

also normalerweise lasse ich mich ja nicht auf solche Diskussionen ein, da es aber vielleicht eine etwas andere Perspektive auf „Vermieter - Leistungsempfänger und deren Schwirigkeiten am Wohnungsmarkt“ darstellt, möchte ich zu dem von dir gesagten doch ein paar Anmerkungen geben.

Aber das
klingt so nach dem allgegenwärtigen Vorurteil, dass man bei
Hilfeempfängern vorsichtiger sein muss, als bei Leuten in Lohn
und Brot.

Dieses Vorurteil wirst du selten bei Vermietern finden, wenigstens nicht denen, die bereits an Leistungsempfänger vermieten. Dabei sind die so beschimpften Vermieterhaie noch unkritischer gegenüber Leistungsempfänger als kleine private Vermieter.

Die Erklärung ist ganz einfach: Bei Leistungsempfängern ist die Miete im Prinzip eine gesicherte Sache, bessere Mieter sind auf dem Wohnungsmarkt nicht zu finden. Daher ist (fast) jeder Vermieter glücklich über solche Mieter.

Eine (sichere, die hier nicht gegeben scheint) Bürgschaft ist
immer eine nette Sache und da verzichtet wohl kaum jmd.
freiwillig darauf.

Naja, nette Sache ist auch ein weit gefasster Begriff. Es sichert halt zusätzlich ab. Man muß es jedoch auch mal von einer anderen Seite sehen. Mit der Vermietung überlässt man einer (noch unbekannten) Person Werte die im hohen 5 stelligen bzw. niedrigem 6 stelligen Eurobereich liegen. Da ist eine Bürgschaft oder eine Barkaution von 500 - 2000 € nicht gerade viel (und wohlgemerkt, es ist nur eine Absicherung).

Erst recht nicht in der heutigen Zeit, wo
es ruck zuck gehen kann, dass man seinen Job verliert und sich
nach einem Jahr der „Hetze“ aussetzen muss.

Das Problem ist meines Erachtens hausgemacht. Wer als Leisungsempfänger nicht fordert bleibt sozusagen auf der Strecke, weil ihm (nötige) Leistungen verwehrt werden. Dadurch ist aber bei Leistungsempfängern vermehrt ein Anspruchsdenken vorzufinden. Wenn jemand für seine Leistungen entlohnt wird, ist dies nicht so ausgeprägt (Ich arbeite und dafür bekomme ich eine Gegenleistung, also Leistung gegen Leistung) Wenigstens habe ich diese Erfahrung gemacht. Dieses (gemachte) Anspruchsdenken führt dann vermehrt zu der Auffassung „jemand anderes ist in der Pflicht aber nicht ich, egal in welchem Bereich“. Das lässt den Leistungsempfänger gegenüber Dritten als „Schmarotzer“ erscheinen und es kommt zur Hetze.

Also doch lieber an Hilfeempfänger?

Klar, in meinen Augen die bessere Wahl.

Vermieten wird mehr und mehr zum Risiko.

In unserer Gegend steigen die Mieten zum Teil erheblich, wohl auch durch den Umstand, dass das Risiko steigt und die Rechtssprechung dem Vermieter für unklare Klauseln die rote Karte zeigt. Sozusagen wird auf die Miete nun die Endrenovierung aufgeschlagen, da man sich nicht mehr sicher ist, ob heute nach der Rechtsauslegung gültige Klauseln in Zukunft Bestand haben werden. Unter anderem sehe ich darin das erhöhte Risiko.

Für „Kleinimmobilienbesitzer“ (die womöglich noch von Banken
o.ä. da hin getrieben wurden) ein Problem, für professionelle
Vermieterhaie und -spekulanten habe ich allerdings kein
Mitleid.

Hm, was soll man dazu sagen. Ich denke „Kleinimmobilienbesitzer“ sind weitaus schwierigere Vermieter, „ziehen ihre Mieter öfter über den Tisch“ als sogenannte Immobilienhaie, die wenig Interesse an Auseinandersetzungen haben, die Rechtslage besser kennen und denen es mehr auf die Rendite ankommt als sich wegen Kleinstbeträgen (die in ihren Renditeberechnungen bereits berücksichtigt sind) keinen Ärger aufhalsen. Auch zu bedenken ist, dass diese Immobilienhaie halt Wohnraum zur Verfügung stellen, wohlwissend um das Risiko. Das traut sich der „kleine Mann“ heute nur bedingt und lässt Wohnraum lieber leer stehen als zu vermieten.

Gruß

Joschi

Hallo Joschi,

entschuldige, dass ich so spät antworte! Mein Zeitmangement folgt nicht den üblichen Zeiten. Aus der Natur der Sache heraus ergeben sich meine „Tätigkeitsanforderungen“ recht spontan. Mal viel Zeit zu jeder Zeit, mal keine Zeit zu den unmöglichsten Zeiten.

Dieses Vorurteil wirst du selten bei Vermietern finden,
wenigstens nicht denen, die bereits an Leistungsempfänger
vermieten. Dabei sind die so beschimpften Vermieterhaie noch
unkritischer gegenüber Leistungsempfänger als kleine private
Vermieter.

Icj will hier auch keine Grundsazudiskussion vom Zaum brechen, da es immer solche und soclche gibt, man in die Leute nicht reinschauen kann, aber genau so wenig auf Grund ihres Status’ auf eine gewisse Zu- oder Unzuverlässigkeit, oder gar „Gesinnung“ schließen kann. Weder auf Ver- oder Mieterseite.

Die Erklärung ist ganz einfach: Bei Leistungsempfängern ist
die Miete im Prinzip eine gesicherte Sache,

Im Prinzip ja. Aber was ist heutzutage schon sicher :wink:

bessere Mieter
sind auf dem Wohnungsmarkt nicht zu finden. Daher ist (fast)
jeder Vermieter glücklich über solche Mieter.

Wenn da nicht die durch namhafte Politiker und Medien geschürte Verunglimpfung, sprich Misstrauensstimmen wären.

Naja, nette Sache ist auch ein weit gefasster Begriff. Es
sichert halt zusätzlich ab. Man muß es jedoch auch mal von
einer anderen Seite sehen. Mit der Vermietung überlässt man
einer (noch unbekannten) Person Werte die im hohen 5 stelligen
bzw. niedrigem 6 stelligen Eurobereich liegen. Da ist eine
Bürgschaft oder eine Barkaution von 500 - 2000 € nicht gerade
viel (und wohlgemerkt, es ist nur eine Absicherung).

Ich dachte, dass ich deutlich gemacht habe, dass ich es einem VM nicht übel nehme, wenn er Sicherheiten nicht ad hoc aus der Hand gibt. (Z. B. leidiges Thema getrennte Paare, die den Vertrag gemeinsam unterschrieben haben)

Das Problem ist meines Erachtens hausgemacht. Wer als
Leisungsempfänger nicht fordert bleibt sozusagen auf der
Strecke, weil ihm (nötige) Leistungen verwehrt werden. Dadurch
ist aber bei Leistungsempfängern vermehrt ein Anspruchsdenken
vorzufinden.

Bei allem Protektionismus, der durch meine „Mutterinstinkte“ hervorgerufen wird, muss ich feststellen, dass teilweise (situationsbedingt) seitens der Hilfeempfänger auf hohem Niveau gejammert wird. Keine Frage!

Wenn ich das Ganze aber den Rettungsschirmen für die Banken (500 Mrd?) gegenüberstelle, frage ich mich schon, wer mehr Schutz bedarf, zumal durch die MwSt. ja auch die H4-ler die Zeche für die Mächtigen mitzahlen. Nur so, von wegen Steuerzahler, bei denen die Mitnehmer=hilfebedürftige4n ja so gerne aqusgeklammert werden.

Als ob es keine MwSt. gäbe, die für die Hoteliers, aber nicht für die Schulspeißungen ermäßigt wurden. Sorry wenn es jetzt politisch wird und dieses hier evtl. nicht so gerne gesehen wird! Aber diese Aspekte sind bei der Gesamtbetrachtung ja nicht geradfe unerheblich.

Wenn jemand für seine Leistungen entlohnt wird,
ist dies nicht so ausgeprägt (Ich arbeite und dafür bekomme
ich eine Gegenleistung, also Leistung gegen Leistung)

Du meinst also, dass das Leistungsdenken bei Leistungsempfängern stärker ausgeprägt ist, als bei Leuten die das „Glück“ haben noch Arbeit zu haben, obwohl sich ihr Arbeitgeber sich trotz Millionengewinnen aus dem dt. Arbeitmarkt zurückzieht, oder zumindest damit droht, um als „systemimmanenter Wirtschaftszweig“ anerkannt zu werden? http://businesscrime.de/ und http://www.wirtschaftsverbrechen.de/ lässt grüßen.

Wenigstens habe ich diese Erfahrung gemacht. Dieses (gemachte)
Anspruchsdenken führt dann vermehrt zu der Auffassung „jemand
anderes ist in der Pflicht aber nicht ich, egal in welchem
Bereich“. Das lässt den Leistungsempfänger gegenüber Dritten
als „Schmarotzer“ erscheinen und es kommt zur Hetze.

So sieht es aus!
Jede Gesellschaft - um nicht zu sagen korrupte, machtbesessene, raffgierige, machtbesessene und offiziell legitimierte Nebenjobs, unserer ach so unabhängigen Volksvertrer zeigen uns ja Tag für Tag, wie redlich die Welt aussehen kann.

Also doch lieber an Hilfeempfänger?

Unbedingt, denn dafür kommt ja der Steuerzahler auf. Und inzwischen sogar die reuigen- straffrei ausgehenden - (Nicht)Steuerzahler, die durch diverse CDs die im Umlauf sind. evt. etwas zu befürrchten haben, und sich prophylaktisch selbst anzeigen, weil sie dann straffrei davonkommen und nicht als die wahren schmarotzer entlarvt werden. Bleibt ja alles schon geheim. und falls dann ma doch ein übereifriger Steuerfahnder aktiv wird, erteilt man dem mit einem entsprechendem „Jagdschein“ einen Freibrief und dieses „Problem“ ist auch gelöst.

Klar, in meinen Augen die bessere Wahl.

Warum soll es den Banken anders gehen, als den Vermietern? (Einige Vermieter haben es sicher verdient. aber wer schert sich schon um die VM die Mietnomaden aufe4rlegen sind. Die VM sind ja nicht systemimmanent.

Vermieten wird mehr und mehr zum Risiko.

Ja! Aber für die gibt es halt keinen Rettungsschirm. Und das, obwohl Eigentum lt. GG verpflichtet. Pech gehabt, nicht systemimmanent, sofern man nicht Schneider oder Scmieder (der allerdings nur Bohrmaschinen vermietet hat) heißt.

In unserer Gegend steigen die Mieten zum Teil erheblich, wohl
auch durch den Umstand, dass das Risiko steigt und die
Rechtssprechung dem Vermieter für unklare Klauseln die rote
Karte zeigt.

Ja! Das Mietrecht ist in einigen Bereichen recht vermieterunfreundlich. Andererseits raffen viele VM nicht, dass sie Geschäftsleute sind, und Ihr Eigentum gegen Entgelt in den Besitz anderer gegeben haben. …

Sozusagen wird auf die Miete nun die
Endrenovierung aufgeschlagen, da man sich nicht mehr sicher
ist, ob heute nach der Rechtsauslegung gültige Klauseln in
Zukunft Bestand haben werden. Unter anderem sehe ich darin das
erhöhte Risiko.

Ach die armen Hascherl? Jeder kann fachlichen Beistand zu Rate ziehen, oder die Gesetze studieren. Also sorry! Ein unternehmer der Arbeitsplätze schafft ist in wesentlich unsicherer Position. Buisness is Buisness, uns wenn ich davon nichts verstehe, muss ich die Finger davon lassen, oder eben Lehrgeld bezahlen. In unserer Informationsgesellschaft fällt es mir schwer, gewisse „Ausreden“ zu akzeptieren.

Hm, was soll man dazu sagen. Ich denke
„Kleinimmobilienbesitzer“ sind weitaus schwierigere Vermieter,
„ziehen ihre Mieter öfter über den Tisch“ als sogenannte
Immobilienhaie, die wenig Interesse an Auseinandersetzungen
haben, die Rechtslage besser kennen und denen es mehr auf die
Rendite ankommt als sich wegen Kleinstbeträgen (die in ihren
Renditeberechnungen bereits berücksichtigt sind) keinen Ärger
aufhalsen.

Das halte ich durchaus für möglich.

Auch zu bedenken ist, dass diese Immobilienhaie
halt Wohnraum zur Verfügung stellen, wohlwissend um das
Risiko.

Und des Geschäftes :wink:
Sonst würden sie es nicht tun, weil sie auf Grund ihrer Kapitalstärke auch durchaus weniger stressige - und vom Staat protektionierte - Investitionsformen wählen könnten. Spekulieren sie da nicht doch auf einen gewissen Unwissenheitsfaktor. Oder tun sie das wirklich aus reiner Menschenliebe?

Da bin ich mir nicht so sicher. Dem kleinen Immobilienbesitzer gewähre ich einen Unschulds- und Unwissenheitsfaktor. Dem professionellen immobilienhai tendenbziell eher weniger. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Es soll ja auch großkapitalistische Wohltäter geben. (Und das meine ich durchaus ernst, auch wenn ich diese für eine recht seltene Spezie halte)

Das traut sich der „kleine Mann“ heute nur bedingt und
lässt Wohnraum lieber leer stehen als zu vermieten.

Na zum Glück gibt es deshalb in einigen Gemeinden das Zweckentfremdungsgesetz, oder wie auch immer das heißt.

TM

(Keinen Bock, meinen langen Beitrag auf Rechtschreibfehler zu durchforsten. Erst Recht nicht zu dieser Uhrzeit.)