Hallo Wiz,
Klar, die Bank, bei der der Vermieter ggf. die Finanzierung
des Hauses laufen hat sieht es sicher auch ganz locker, wenn
da regelmäßig die Termine für die Kreditraten überzogen
werden. Schon mal daran gedacht, dass dies die Finanzierung
gefährdet, und auf jeden Fall Verzugszinsen kostet?
Siehe mein Posting an Stiefel. Ich kann mir das einfach nicht vorstellen, dass Vermieter überwiegend Menschen sind, die so eng kalkuliert haben, dass sie das nicht erstmal abfedern können und wie gesagt, mir geht es hier wirklich nur um die Mieter, die zwar immer alles zahlen, nur eben nicht immer am 3. Werktag.
Es mag Vermieter geben, die 50 abbezahlte Wohnungen haben,
irgendwo in der Sonne des Südens leben, und maximal dann eine
Woche länger auf den Einkauf des nächsten dicken Klunkers
warten müssen. Der Großteil der privaten Vermieter ist anders
aufgestellt. Er hat die Wohnungen als Altersvorsorge erworben,
hat sie ggf. teilweise finanziert und ist kein zweiter
Dagobert, sondern ein durchschnittlicher Mittelständler, der
jede Woche einmal im Supermarkt einkaufen geht, und da auch
gleich bar bezahlen muss.
Und auch ein durchschnittlicher Mittelständler wird über ein gewisses Barvermögen verfügen, was es ihm erlaubt, aus dem Eigenkapital die Bankraten abzudecken und dann den verspäteten Mieteingang wieder seinem Eigenkapital hinzuzurechnen.
M.E. muss das ja auch genau so sein, denn es gibt ja auch immer für jeden Vermieter das vorher nie kalkulierbare Risiko einer über auch mal für Monate leerstehenden Wohnung, für die bei der Bank ja auch sämtliche Kosten weiterlaufen und wo der Vermieter aber gar keine Mieteinnahmen hat. Was macht er denn dann, wenn dann eben diese Reserven nicht vorhanden wären und würde eine kreditgebende Bank so jemandem, der über dieses Polster nicht verfügt, überhaupt einen Kredit gewähren? Wohl kaum, oder?
Die Erfahrung lehrt
aber dass es eben nicht bei konstant verspäteter Zahlung
bleibt. Und während man ggf. bei einem Mieter noch mal für
zwei Wochen die Augen zudrücken kann, gibt es auch so etwas
wie Gleichbehandlung. Und ehe man sich versieht, wollen alle
Mieter nicht mehr pünktlich zahlen.
Naja, also woher sollen das denn die anderen Mieter erfahren? Aus meiner Sicht ist doch die Überzahl deutscher Mieter eher so veranlagt, dass sie selbst froh sind, wenn die Miete pünktlich gezahlt ist und sie ruhig schlafen können. Ich glaube also nicht, dass Menschen, die die Miete locker auf ihrem Konto rumliegen haben, diese einfach mal so aus Spaß an der Freude erst irgendwann mal bezahlen, warum auch? Das ist doch Nervenstress pur. Ich denke eher, dass es jedem Mieter -und sei insgeheim- sehr sehr unangenehm und peinlich ist, wenn er am Monatsanfang nicht in der Lage ist, die Miete zu zahlen und dafür muss es immer einen Grund geben.
Und das kann für den
Vermieter dann schnell sehr böse werden. Und der Schaden geht
schnell rapide nach oben, denn da für eine Räumung als
Streitwert die Jahresmiete genommen wird, läppert es sich ganz
schön zusammen. Zudem dauern die Verfahren, und es kommt
dadurch ohnehin zu längerfristigem Mietausfall. Dann noch die
Kosten für den Gerichtsvollzieher vorstrecken, und der Mieter
verdünnisiert sich, …
Ja sicher, damit hast Du ganz bestimmt recht, aber das, was Du beschreibst, trifft eher auf Mietnomaden zu, also Leute, die gar nicht zahlen und um die geht es hier ja gar nicht.
Dann solltest Du dich mal in die Lage eines Vermieters
versetzen, der zum 3. € 5.000,-- an Mieteinnahmen erwartet, am
15. € 4.000,-- an seine Bank zahlen muss, und die restlichen €
1.000,-- fest in seiner privaten Haushaltsführung verplant
hat.
Siehe oben: was ist, wenn durch dumme Umstände mal 7 seiner 10 Wohnungen für etwa 6 Monate leerstehen??? Ohne dass ein Mieter Schuld hat, sondern weil zufällig 7 Parteien innerhalb kurzer Zeiträume einfach ihr Mietverhältnis gekpndigt haben und sich die Neuvermietung der Wohnungen einfach schwierig gestaltet???
Sorry, aber das ist doch Unfug. Der alte Grundsatz gilt
weiterhin: Geld hat man zu haben, sonst darf man eben keine
Verbindlichkeiten eingehen. Der Vermieter ist nicht die
Heilsarmee, und im Supermarkt wird auch nicht nach Lust und
Laune später bezahlt.
Wie schon gesagt glaube ich nicht, dass ein Mieter sowas aus Böswilligkeit tut und vor allem, dass er breits bei Unterzeichnung des Mietvertrages genau wusste, dass er eh immer Schwierigkeiten haben wird, die Miete zu zahlen.
Die muss man sich erlauben können. Viele Vermieter sind auch
durchaus bereit, es auszuprobieren. Leider geht dies in den
seltensten Fällen gut. Der Regelfall sieht so aus, dass dem
Vermieter dann gleich der ganze Arm abgerissen wird, wenn er
mal freundlich den kleinen Finger reicht.
Wenn Deine Erfahrung das so zeigt, dann tut mir das auf alle Fälle sehr leid und das ist nicht ok. Vielleicht sehe ich ja auch doch zu viel Gutes im Menschen, aber ich kann mir das auch immer sehr schwer vorstellen, dass die Leute so eingestellt sind und immer alles ausnutzen.
Wenn ein Mieter mal
ganz konkret ein Problem hat, dann sollte er damit offen
umgehen und dem Vermieter gegenüber eine verlässliche Aussage
machen, wie und was möglich ist.
Auch darin gebe ich Dir zweifellos Recht, sber wie ich schon an Stiefel schrieb, es kann auch gut sein, dass es dem Mieter einfach sehr peinlich ist und er sich nicht traut, mit dem Vermieter offen zu sprechen, so lange die Mieter dann überhaupt noch gezahlt werden kann.
Aber einfach in eigener
Gottherrlichkeit die Miete zahlen, „wenn es gerade passt“ ist
einfach eine ganz üble Sauerei. Und Sprüche wie „nicht zur
Bank gekommen“ sind im Zeitalter von Online-Banking und
Daueraufträgen ohnehin der letzte Hohn.
Das lasse ich mal so stehen.
Viele Grüsse
Icequeen