Hallo,
Hallo Martin,
Wohnrecht auf Lebenszeit hat sie nicht, im Prinzip hat sie
auch verminderten Kündigungsschutz weil es sich ja um ein
selbstbewohntes Zwei-Familien-Haus handelt.
Ob das ein Richter im Ernstfall jedoch so sehen würde, oder
einen Umzug wegen der langen Wohndauer (seit sie 22 ist) und
des hohen Alters als nicht sozialverträglich einstufen würde,
ist allerdings fraglich.
Ich befürchte, du wirst sie nicht loswerden können, allein die Kündigungszeit bei einer so langen Wohnzeit wird Jahre dauern. Aber da kann ich nur aus Erfahrung meiner Fast-Schwester sprechen. Die alte Dame dort im Haus hat mit Kot etc. die von ihr „bewohnte“ Wohnung beschmiert, sie verwahrloste zusehens und es war sehr schwierig, sie davon zu überzeugen, dass sie endlich gepflegt werden durfte. Alte Menschen meinen oft, sie könnten grundsätzlich alles so gut wie zu Jugendzeiten. Und dass du ihr nichts recht und richtig machen kannst ist doch wohl klar. :o). Ende vom Lied, es mußten nacheinander beide Beine amputiert werden und sie ist irgendwann in der Wohnung gestorben.
Sicherlich wäre am besten, wenn sie auszieht, da auch das
ganze Haus komplett saniert werden muß und das nunmal
schwierig ist, wenn dort jemand drin wohnt. Außerdem wäre es
für sie auch einfacher, da sie hier nur Ofenheizung und
Plumpsklo hat. Aber die alten Leute wollen halt nicht weg, so
ist es nunmal. Die Miete für uns ist eh nicht der Rede wert.
Tja, sie wird einige eurer sicher notwendigen Maßnahmen einfach als Schikane verstehen (wo doch alles noch gut ist, was soll denn der Quatsch mit der Rumreißerei …hat ja schließlich die letzten 60 Jahre auch gut funktioniert, warum also ändern). Alte Leute haben schlicht Angst vor Veränderungen. Und ich denke, dass sie das auch hat, sie weiß ja gar nicht, was da so um sie rum passiert. Wenn sie immer an Ort und Stelle war und nichts anderes kennt, wirst du ihr mit jeder Aktion nur noch mehr Angst machen und sie wird darauf wie gehabt reagieren.
Aber prinzipiell hatte ich nicht vor, mich da rumzuärgern,
soll sie wohnen, so lange sie will und kann (sooo lange wird
es wohl kaum dauern).
Unser Oma ist jetzt (glücklicherweise) zickige 95! und wir hoffen, dass sie weitere noch zickigere 5 schafft! Alte sind schon ganz besondere Pflänzchen!
Ich will doch nur eins - in Ruhe leben.
Aber zu ihrem Gemecker - denn nichts was wir tun ist natürlich
richtig -
Thats life *g* leb einfach damit, du hast bessere Nerven und ne jugendliche Denke, also: keep cool ;o)
kommt nun das Hundeproblem dazu.
Andererseits sind wir im Dorf bestimmt unten durch, wenn wir
sie kündigen (…die arme alte Frau…) - ich will sie auch
gar nicht kündigen, ich will nur meine Ruhe!
Wenn das eine gewachsene Dorfstruktur ist, versuch doch mal herasuzufinden, mit wem sie Kontakt hat, und von-hinten-durch-die-blume-ins-auge jemanden auf deine Seite zu ziehen, dem sie zuhört und auch glaubt. Denn nur solch einer Person wird sie auch nachgeben und nur solche Person wird etwas bewirken!
Da tut und macht man für sie - auch über seine
Vermieterpflichten hinaus, repariert ihre Radios etc. - aber
die Dankbarkeit dafür ist zwar immer vorhanden, hält aber
anscheinend nicht lange vor.
Jaja, so ist das mit der Dankbarkeit :o)
Tu´doch einfach nur dann etwas für sie, wenn du es gern tust und KEINE Dankbarkeit von ihr erwartest … denn dann brauchst du nicht deine Erwartungen an die alte Dame enttäuschen. ;o)
Und zum Hundeproblem: frag`sie mal, wie früher mit Tieren umgegangen wurde. Du kannst schnell feststellen, dass Tiere grundsätzlich nur Aufgaben zu erfüllen hatten. Taugten sie dafür nicht mehr, mußten sie weg und jüngeren, besseren,schnelleren Platz machen ( Hört sich fast an wie im wahren Leben …)
Tiere wurden nicht geliebt und waren auch keine Schmuseverwöhnteile wie heute. Frag sie mal, ob sie mal erlebt hatte, dass es Tieren, gerade auf dem Lande so gut ging wie heute. Sie wird dich anschauen, als wärest du vom Mars, denn das kann sie nicht verstehen! Sie kann es einfach nicht verstehen, da sie solches Verhalten Tieren gegenüber nie gelernt hat und auch vermutlich nie Liebe oder sowas dazu entwickelt hat. Darum ist es ihr absolut nicht möglich, eurem „Köter“, der doch in den Zwinger gehört und aufpassen soll, Abfälle und gestorbene Ferkel oder ander Viecher zu fressen kriegt, dass so einer im Hause lebt, beschützt wird und (ein Stückchen vielleicht???) auch über sie gestellt wird in aller Fürsorge.
Tja, ich befürchte, dass ist das Grundproblem, sie läßt den Frust am Hund aus, weil sie sonst überflüssig ist ???
Sie hat bestimmt ihr ganzes Leben schwer gearbeitet und hat nix mehr zu tun und läßt auch diese Langeweile am Tierchen aus.
Gib ihr was zu tun ( Habt ihr keine Obstbäume, Kirschen vorbereiten zum Einmachen, Kuchen backen oder alte Rezepte rausrücken für solche. Erdbeeren müssen gewaschen werden etc. Ein Stück Selbstgebackenes nach altem Rezept wirkt besser als blöde Racheakte, die nur die eigenen Nerven belasten und auch noch keinen Spaß machen)
Manchmal funktioniert auch schlicht und einfach : ein Verbot! Verbietet ihr, sich dem Hund zu nähern oder Kontakt dazu aufzunehmen.
Alte Menschen sind wie kleine Kinder, und die machen auch manchmal merkwürdige Sachen um Aufmerksamkeit zu kriegen. Auch mit der Konsequenz, dass es negative Aufmerksamkeit ist.
Von meiner Freundin (Besitzerin Mastino neapolitano) die Schwiegermutter mußte arme alte Susi immer ärgern. Irgendwann hatte die die Schnauze voll und hat in die Hand gekniffen. Ende vom Lied: Oma ging nicht zum Doktor, wühlte weiter im Dreck rum ( auch ein Landei) und der Daumen mußte ab)Jetzt isse tot.
Ich wünsche dir viel Gelassenheit, eine gehörige Portion Humor und laß`die Oma arbeiten, dass sie keine Lust mehr hat, den Zwerg zu ärgern! Und mach keinen Scheiß, bringt dich nicht weiter (posting s.o. Bohren etc) nur Nervenraub auf allen Seiten, vor allem deiner!
Aufmunternde Grüße
Sabine
Gruß,
Martin