Hallo,
ich wettere ja auch (professionell) immer gegen den gewerblich vermittelten Mietkauf, und meine Seite zu dem Thema hat pro Woche auch immer einige hundert Hits, und ich war auch schon mal in der SZ mit dem Thema und ich kann hiervor nur warnen.
Anders sieht es aber aus, wenn die Sache im privaten Umfeld gemacht werden soll. Dann kann es sich durchaus um eine Win/Win-Situation handeln, muss es aber nicht. D.h. hier braucht man einen Fachmann, der die ganz konkreten Einzelfallbedingungen aushandelt und hieraus einen passenden Vertrag formuliert, der dann notariell geschlossen wird. Um die Sache für beide Seiten wasserdicht zu machen, sind zudem Grundbucheinträge vorzunehmen, d.h. der Abwicklungsaufwand für ein „sicheres“ Modell ist um einiges höher als bei einem normalen Kauf.
Zudem muss man auch ganz deutlich sagen, dass ein ordentlich laufender Mietkauf nicht das Patentrezept für Leute ist, die keine anderweitige Finanzierung bekommen, bzw. eine besonders kostengünstige Variante wäre, Eigentum zu schaffen. Richtig ist, dass man die Bank mit ihren Zinsen ausschaltet, was einen gewissen Spareffekt bedeutet, richtig ist aber auch, dass es sich regelmäßig um Objekte mit hohen laufenden Kosten und hohem Sanierungsbedarf handelt. D.h. zu dem ggf. etwas geringen eigentlichen Erwerbskosten treten z.B. überproportional hohe Kosten für Heizenergie, und denen kann man nur durch teure Isolierungsmaßnahmen entgehen. Dann muss der Heizkessel ausgetauscht werden, dann ist das Dach fällig, …
Sinn macht dies, wenn eine klassische Finanzierung weniger am Einkommen, als an den Rahmenbedingungen scheitert (z.B. Selbständigkeit mit stark schwankendem Einkommen, …) Zum finanziellen Disaster kann ein solches Modell werden, wenn ein normaler Immobilienerwerb - selbst auf die Kante gerechnet und ohne jegliche Reserven - scheitert und man meint, es so trotzdem schaffen zu können.
Ich habe momentan einen Fall, wo sich ein junges Paar eine typische Mietkaufimmobilie (Resthof) genau vor diesem Hintergrund angelacht hat, und jetzt täglich mit neuen Katastrophen konfrontiert ist, und immer noch in zwei Zimmern hausen muss, weil die Bewohnbarmachung der übrigen Räume noch in weiter Ferne steht, dafür aber schon alle für Renovierungen an sich eingeplanten Reserven vor Monaten aufgebraucht wurden.
Wenn Du mit gutem Gewissen Dich näher mit dem Gedanken beschäftigten willst, dann solltest Du also schnellstmöglich einen fachlich qualifizierten Anwaltskollegen hinzuziehen, der dann im konkreten Fall die richtigen Fragen stellt und passenden Vorschläge unterbreitet.
Gruß vom Wiz
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