Mietminderung durch Bauarbeiten

Das Miethaushaus wurde verkauft und der Käufer will die Wohnungen als Eigentumswohnung verkaufen. Er hat den Mieten auch schon ein Angebot gemacht, das z.B. für Rentner aber nicht in Frage kommt.
Um den Verkaufspreis zu steigern, finden jetzt umfangreiche Bauarbeiten statt, die eine große Belastung für alle Mieter darstellen und scheinbar auch bewußt in die Länge gezogen werden. So wurde das Gerüst hochgezogen, lange bevor überhaupt irgendwelche Arbeiten stattfanden. Dann wurden alle Fenster zugeklebt, weil die Fassade gestrichen werden soll, wodurch die Bewohner seit 4 Wochen auch nicht mehr Lüften können. Nur die Wohnung in der die Maler sich umziehen und Pause machen wurde nicht verklebt. Maler oder Bauarbeiter sieht man aber fast nie und wenn, dann gerade 3-4, nicht einmal eine handvoll. Seit heute werden auch Kabelschlitze im Treppenhaus gestemmt.
Könnten und sollten die Mieter wenigstens die Miete mindern?

Hallo,

so ein Szenario Altbausanierung ist durchaus auch ein „beliebtes“ Vorgehen um Mieter „freiwillig“ zum Gehen zu bewegen.
Die Mieter sollten sich in einer solchen Situation zusammensetzen und zunächst gemeinsam beratschlagen, was sie unternehmen wollen.
Wenn sich alle Parteien einig sind, sollten sie sich von einem Fachanwalt für Mietrecht beraten lassen. Hier wäre mit großer Wahrscheinlichkeit eine Mietminderung möglich, aber die Parteien sollten dabei bedenken, dass diese die entgangene Wohnqualität nicht wieder herstellt und auch möglicherweise nicht abzusehen ist, wann genau die Bauarbeiten ein Ende finden. Die Unannehmlichkeiten sind durchaus noch steigerungsfähig…und manche Vermieter kalkulieren mitunter ein, dass ihre Mieter die Miete mindern und verfahren trotzdem weiter wie gehabt.
Evtl fällt aber der ein oder andere Bewohner unter die Härtefallregelung
Das Ganze hat nach Abschluss der Modernisierungsmaßnahmen für die verbliebenen Mieter dann ganz sicher eine Mieterhöhung zur Folge.
Das und viele Dinge mehr, sollten dann mit fachkundiger Unterstützung besprochen werden.

Es schadet aber sicher nicht im Vorfeld abzuwägen was hier schwerer wiegt…der etwaige Umzug oder die Auseinandersetzung mit dem Vermieter.

Gruß
M.