Hi Gandalf,
erstmals nochmal dein Link
http://www.deutsche-liebeslyrik.de/goet96.htm
Bin leider kein Experte, meine aber zu wissen, dass es sogar drei Gedichte von Mignon gibt. „Kennst du das Land“, „Heiß mich nicht reden“ und „So lasst mich scheinen“.
Mignon ist eine Figur aus Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“.
„Kennst du das Land“ ist dort ein Lied, das Mignon trällert und welches Wilhelm in seinen Notizen versucht wiederzugeben. Daher kommt das Gedicht. Und weil es so schön ist, hat es auch jemand vertont.
Sehr schön ist „Heiß mich nicht reden“:
Heiß mich nicht reden, heiß mich schweigen,
Denn mein Geheimnis ist mir Pflicht;
Ich möchte dir mein ganzes Innre zeigen,
Allein das Schicksal will es nicht.
Zur rechten Zeit vertreibt der Sonne Lauf
Die finstre Nacht, und sie muß sich erhellen;
Der harte Fels schließt seinen Busen auf,
Mißgönnt der Erde nicht die tiefverborgnen Quellen.
Ein jeder sucht im Arm der Freunde Ruh,
Dort kann die Brust in Klagen sich ergießen;
Allein ein Schwur drückt mir die Lippen zu,
Und nur ein Gott vermag sie aufzuschließen.
„So lasst mich scheinen“ ist leider nicht so bekannt, aber auch sehr schön:
So laßt mich scheinen, bis ich werde,
Zieht mir das weiße Kleid nicht aus!
Ich eile von der schönen Erde
Hinab in jenes feste Haus.
Dort ruh ich eine kleine Stille,
Dann öffnet sich der frische Blick;
Ich lasse dann die reine Hülle,
Den Gürtel und den Kranz zurück.
Und jene himmlischen Gestalten,
Sie fragen nicht nach Mann und Weib,
Und keine Kleider, keine Falten
Umgeben den verklärten Leib.
Zwar lebt ich ohne Sorg und Mühe,
Doch fühlt ich tiefen Schmerz genung.
Vor Kummer altert ich zu frühe;
Macht mich auf ewig wieder jung!
`bisschen lang geworden, meine Antwort…
Liebe Grüße
Katharina