Hat einer Kenntnis darüber, ob der Gebrauch vom Paracetamol durch junge Frauen bei leichten bis mittelstarken Migräneanfällen eine Gewöhnung bzw. einen Wirkverlust induzieren kann?
Literaturangaben etc. würden mich natürlich sehr freuen
Paracetamol macht nicht abhängig (Abhägigkeit bedeutet, der Körper gewöhnt sich an den Stoff und reagiert nicht mehr darauf, man muss also für den gleichen effekt eine höhere Dosis verwenden), es wirkt also immer - oder es wirkt nicht, daa gibt es auch viele leute. (die info hatte ich mal hier http://de.wikipedia.org/wiki/Paracetamol#Gegenanzeig… gefunden, habe sie jetzt ber nicht wiederentdeckt - vielleicht wirst du ja fündig)
Was ich bei mir bemerkt habe, dafür habe ich aber keine Quelle: bevor ich die Pille genommen habe, wirkte bei mir Paracetamol. Seit ich die Pille nahm, wirkt es nicht mehr, obwohl ich die Pille schon lange abgresetzt habe.
Danke für die Antwort.
Mir war bisher auch kein Wirkverlust bekannt.
Die betreffende Person hat von naher Verwandtschaft mit Migräne erzählt, die irgendwann wegen Wirkverlusts auf stärkere Mittel umsteigen musste. Und ich hatte mich gefragt, ob das wirklich an der Medikation mit Paracetamol gelegen haben könnte oder einfach an einer Veränderung der Krankheit.
Es ist halt schwer, einen Beleg für einen nicht vorhandenen Effekt zu finden. Sowas wird ja auch eher nicht publiziert im Vergleich zu vorhandenen Effekten.
Dann werde ich in den nächsten Tagen mal auf Literaturrecherche gehen, wenn ich wieder ne Uni IP habe.
Orale Kontrazeption spielt bei der betreffenden Person keine Rolle.
Dennoch Danke für Deine persönliche Beobachtung.
Wirkverlust bedeutet wie gesagt, dass der Körper sich daran gewöhnt und man eine höhere dosis braucht. Das ist das, was mit der Gefahr der Abhängigkeit (= Sucht) gemeint ist. Wenn das bei Paracetamol der Fall wäre, würde es unter das Betäubungsmittelgesetz fallen und wäre auch in kleinsten Mengen verschreibungspflichtig.
Entsprechende Informationen bekommst du auch vom Apotheker (falls der als Quelle reicht, weil ich keine bieten kann). Es ist immer schwer, zu beweisen, dass etwas nicht existiert. Es ist wesentlich leichter, zu beweisen, dass etwas existiert. Hier findest du eine Liste der BTM, die verschrieben werden dürfen http://www.vetion.de/gesetze/Gesetzestexte/Btm_Versc…
Daneben gibt es noch solche, die weder verschrieben, noch benutzt oder abgegeben oder irgendwas dürfen - und solche, die in bestimmten Dosen sogar rezeptfrei sind. Hab jetzt aber auf die Schnelle keinen Link gefunden, wo explizit dabeisteht, dass Paracetamol nicht süchtig macht.
Hallo Stefan,
vom Wirkverlust kann man im Fall von PCM nicht sprechen.
Es ist wahrscheinlicher, daß das Medikament ungeeignet ist,
weil die Migräne zu stark ist.
Der Mutschler empfiehlt PCM und andere nichtopioide Analgetika nur im Falle von „leichten und kurzdauernden Migräneattacken“* zusammen mit einem motilitätssteigernden Antiemetikum (Medik. gegen Erbrechen)
und dunkler, ruhiger Umgebung, v.a. letzteres ist Dir wahrscheinlich nichts Neues.
Der Mutschler schreibt auch, daß das Schmerzmedikament,
wenn man es n a c h dem motilitätsteigernden Antiemetikum
(Metoclopramid[MCP] u. Domperidon) einnimmt, besser aufgenommen wird.
Vielleicht ist die zeitversetzte Einnahme einen Versuch wert.
PCM sollte aber auch nicht zu häufig eingenommen werden, weil es die Leber besonders belastet.
Gruß
Achterwasser
ich kann zur Ausgangsfrage eigentlich auch nichts sagen, außer das Paracetamol bei Migräne generell so ziemlich das Unwirksamste Schmerzmittel ist, das ich mir vorstellen kann. Ich leide unter Migräne und Paracetamol hilft da nun wirklich nicht.
ich leide mehrmals im Monat unter starker Migräne, daher sind meine Kommentare vielleicht nicht uneingeschränkt übertragbar.
Erst einmal die Frage, ob die Migräne mit Kopfschmerzen einhergeht. Ja, es gibt auch Migräne ohne Kopfschmerzen. Hatte ich erst einmal, kam mir sehr seltsam vor.
Dann sind die normalen Schmerzmittel wie Paracetamol, ASS und Ibuprofen so ziemlich ungeeignet. Wem die Mittelchen bei einer Migräne helfen, der hat meiner Meinung nach keine Migräne sondern nur Kopfschmerzen. Das einzige was hilft, sind verschreibungspflichtige Medikamente (Triptane).
Kann es vielleicht sein, daß die Migräne durch die Schmerztabletten ausgelöst wird? Ich sollte mal 2 Wochen Ibuprofen schlucken um eine Entzündung abzubauen. Durchgehalten habe ich es nur eine Woche da ich in der Zeit unter Dauerkopfschmerz litt, der sich mit dem Ibu-Einnahmestop dann langsam auflöste.
Ist denn schon mal explizit auf Migräne untersucht worden? Gibt es evtl. Trigger, die vermieden werden können?
Glaub mir, es ist keine gute Idee die Migräne nur mit Medis zu bekämpfen, bei mir wurde es dadurch noch schlimmer. Auch eine Änderung des Lebensstils ist leider recht erfolglos, auf den kleinsten Stress reagiere ich inzwischen mit extremen Kopfschmerzen. Ich bin jetzt in einer Prophylaxe-Phase und hoffe, daß dadurch meine Migräne weniger schlimm wird und die Stress-Toleranz-Schwelle wieder ein wenig angehoben wird.
Bei Migräne mit Kopfschmerzen sind die normalen Schmerzmittel wie
Paracetamol, ASS und Ibuprofen so ziemlich ungeeignet.
Was soll ich dazu sagen? In allen Pharmakologievorlesungen und den Lehrbüchern die wir im Studium gehört und gelesen haben, wird eine Therapie leichter Migräneanfälle mit Antipyretischen Analgetika (v.a. Paracetamol) oder Nicht Steroidalen Antiphlogistika (ASS, Ibuprofen etc.) empfohlen.
Wem die Mittelchen bei einer
Migräne helfen, der hat meiner Meinung nach keine Migräne
sondern nur Kopfschmerzen. Das einzige was hilft, sind
verschreibungspflichtige Medikamente (Triptane).
Mhmm. Triptane stehen unter dem Verdacht potentiell herzschädigend zu sein. Deshalb sollen die nur gegeben werden, wenn die leichteren Mittel eher nicht mehr gehen. Hab ich zumindest so gelernt.
Und sie ist konservativ, was Pharmaka angeht, die noch keine 20 Jahre zugelassen sind.
Kann es vielleicht sein, daß die Migräne durch die
Schmerztabletten ausgelöst wird?
Nein. Das ist unmöglich.
Ich wollte mich halt mal umschauen, ob es echte Unbedenklichkeitsbeweise gibt. Bisher hab ich sie noch nicht finden können. Eine Studie habe ich gefunden. Muss ich mir aber erst nochmal durchlesen. Da werden verschiedene Pharmakotherapien (Barbiturate, Opiate, nicht steroidale Antiphlogistika und Triptane) mit Paracetamoltherapie verglichen und mit die Korrelationen mit den Veränderungen der Kopfschmerzen untersucht. http://dx.doi.org/10.1111/j.1526-4610.2008.01217.x
Ich dachte halt, wenn eine nachgewiesenermaßen unbedenkliche symptomatische Pharmakotherapie möglich wäre, dass man diese dann vielleicht auch ausschöpfen könne.
Und Paracetamol werden ja normalerweise bei entsprechender Dosierung und Einnahmehäufigkeit nur ganz geringe unerwünschte Arzneimittelwirkungen zugeschrieben.
Naja, trotzdem Danke an alle für die Antworten.
generell gilt:
Schmerzmittel bekämpfen nur die Symptome nicht die Ursache. Die Ursache von Migräne ist eine Übersäuerung des Körpers (wo diese herkommt ist sehr unterschiedlich). Also mußt Du dafür sorgen, dass Du nicht ständig im übersäuerten Zustand bist. Die durch zu viel Säure im Körper nicht abzuführenden „Schlackestoffe“ sind ein weiterer Grund auch für Migräne.