Migrantenkinder - können Sie auch gut Deutsch

…lernen wenn die Mutter selbszt nicht gut deutsch spricht?

Ein befreundetes Paar: Sie ist Afrikanerin und Hausfrau, er deutsch und den ganzen Tag bei der Arbeit.

Somit kümmert sie sich hauptsächlich um das Kind.
Sie spricht zwar auch deutsch mit dem Mädchen, aber meist falsch und mit starkem Akzent.

Jetzt habe ich gehört daß das nicht so schlimm sein soll da die Kinder im Kindergarten die Defizite aufholen könnten.

Stimmt das oder MUSS die Mutter entsprechende Kurse besuchen (die dann ja auch dementsprechend Geld kosten) um eine Benachteiligung des Kindes zu verhoindern?

Liebe Grüße,

Ralf

Hallo

Jetzt habe ich gehört daß das nicht so schlimm sein soll da
die Kinder im Kindergarten die Defizite aufholen könnten.

Stimmt das oder MUSS die Mutter entsprechende Kurse besuchen
(die dann ja auch dementsprechend Geld kosten) um eine
Benachteiligung des Kindes zu verhoindern?

Meiner Meinung nach macht es einen Unterschied, ob man als Kleinkind / Baby die Sprache von jemandem vorgemacht bekommt, der sie richtig begriffen hat und auch die Grammatik richtig begriffen hat (dafür muss man nicht zwingend die Grammatikregeln und deren Fachausdrücke beherrschen).

Kann aber gut sein, dass es reicht, wenn es der Vater regelmäßig tut. Schießlich ist der doch auch täglich mal ein paar Stunden zu Hause.

Die Mutter sollte aber unbedingt auch in ihrer Muttersprache mit dem Kind reden, und da drauf achten, dass sie sie richtig spricht.

Ein Kurs würde natürlich sowieso nicht schaden, insbesondere der Mutter selber nicht. Sie fühlt sich dann bestimmt viel wohler, wenn sie mal im Geschäft was fragen muss oder so. Außerdem wird sie ja vielleicht nicht bis in alle Ewigkeiten Hausfrau sein wollen.

Dass der Kindergarten sehr viel ausgleichen kann, glaube ich eher nicht. Da müsste schon der Betreuungsschlüssel etwas anders sein.

Viele Grüße
Simsy

Also meiner Erfahrung nach sollte die Mutter in ihrer Sprache mit dem Kind sprechen, damit das Kind
nicht statt bilingual, ähm, mir fällt grad der Begriff nicht ein… damit das Kind eben zumindest eine
Sprache richtig lernt. Wenn sie mit dem Kind (ich hoffe, es ist noch nicht zu alt!!) nur falsches Deutsch
spricht, wird es vermutlich auch nur falsches Deutsch lernen, weil es kein richtiges Sprachgefühl
entwickeln kann.
Traurige Beispiele höre ich fast täglich zu Hauf: „ich bin heute mit ohne Jacke gekommt“, „ich hab schon
fertig geesst“, „meine Bruder hat mit mir in das Zoo gegeht“ usw.
Wenn das Kind die Muttersprache der Mutter richtig lernt, hat es eine Basis, auf der es später aufbauen
kann. Vielleicht lernt es deutsch vom Vater oder im Kindergarten, vielleicht tut es sich sogar ganz leicht
damit, aber wenn keine Grundlage da ist, wird es wahrscheinlich nie ein Gefühl für Grammatik etc. Und
das wäre wirklich schade!
Wenn es finanziell möglich ist, sollte die Mutter schon einen Kurs machen, und wenn das nicht geht,
dann zumindest in ihrer Sprache mit dem Kind sprechen.
Es ist leichter, wenn das Kind im Kindergarten eine relativ neue Sprache lernen muß, als wenn es
dauernd verbessert wird und überhaupt keine Struktur hat.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Muß?
Hallo,

ein Muß wäre mir neu. Ist doch in Ordnung, wenn ein Kind in zwei Sprachen aufwächst. Kinder lernen spielend Sprachen bis zu einem gewissen Alter. Mein Sohn setzt sich mit Latein auseinander und es gefällt Ihm. Zweisprachig aufzuwachsen ist ein Vorteil, also würde ich mir keine Sorgen machen.

Gruß
Michael

hallo,

ich habe durch nachbarn und im kindergarten deutsch gelernt. hat am ende für eine 1 minus im abi gereicht.

mit meinen eltern habe ich aber als kind nie deutsch gesprochen. das fing erst während der pubertät an. sie haben deutschkurse besucht, aber konnten mir dennoch nie im deutschunterricht helfen. die hausaufgaben des deutschunterrichtes hat eine nachbarin kontrolliert und auch mit mir geübt, obwohl ich immer gute leistungen erbracht habe. ich denke jedoch, dass meine eltern nicht wollten, dass ich nachteile dadurch erleide, dass sie mir nicht helfen konnten.
zudem haben sie darauf geachtet, dass wir viel auf deutsch lesen, damit wir lernen uns auf deutsch auszudrücken.
heute fällt mir nur auf, dass ich einige sprichwörter nicht kenne, die man eher im elternhaus erlernt als in der schule oder durch die umgebung.

daher mein vorschlag für die freundin:

  • deutschkurse für sich selbst zu besuchen
  • mit dem kind konsequent die eigene muttersprache sprechen
  • lesen fördern sobald das kind lesen kann bzw. lernt
  • darauf achten, dass in der schulzeit der vater mit dem kind deutschhausaufgaben macht
  • der vater sollte am wochenende konsequent mit dem kind deutsch sprechen und helfen bereits entstandene fehler (??) auszumerzen

viele grüße und alles gute,
anita

Hallo,

Traurige Beispiele höre ich fast täglich zu Hauf: „ich bin
heute mit ohne Jacke gekommt“, „ich hab schon
fertig geesst“, „meine Bruder hat mit mir in das Zoo gegeht“
usw.

Diese Sätze höre ich ständig von deutschen 3 Jährigen mit gebildeten Eltern - genau die
„Redewendungen“, die Du genannt hast „mit ohne“ oder „geesst“ halte ich erstmal in einem gewissen
Alter für völlig normal. Mein Sohn sprach bis vor kurzem auch so und das obwohl er schon lesen kann.

Wenn das Kind die Muttersprache der Mutter richtig lernt, hat
es eine Basis, auf der es später aufbauen
kann. Vielleicht lernt es deutsch vom Vater oder im
Kindergarten, vielleicht tut es sich sogar ganz leicht
damit, aber wenn keine Grundlage da ist, wird es
wahrscheinlich nie ein Gefühl für Grammatik etc. Und
das wäre wirklich schade!
Wenn es finanziell möglich ist, sollte die Mutter schon einen
Kurs machen, und wenn das nicht geht,
dann zumindest in ihrer Sprache mit dem Kind sprechen.
Es ist leichter, wenn das Kind im Kindergarten eine relativ
neue Sprache lernen muß, als wenn es
dauernd verbessert wird und überhaupt keine Struktur hat.

Der Meinung bin ich auch.
Optimal wäre es, wenn das Kind ab 2-3 Jahren in den Kindergarten geht, möglichst viele Sozialkontakte
zu deutschsprachigen aufgebaut wird und der Vater viel mit dem Kind spricht und die Mutter mit dem
Kind in ihrer Muttersprache spricht.

Viele Grüße

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…lernen wenn die Mutter selbszt nicht gut deutsch spricht?

Ja.:wink:

Witzigerweise kenn ich gleich drei „Migrantenkinder“ der ersten Generation, die heute Deutschlehrer sind. Und deren Eltern sprechen gar kein bis zu hundsmiserabel Deutsch.

Somit kümmert sie sich hauptsächlich um das Kind.
Sie spricht zwar auch deutsch mit dem Mädchen, aber meist
falsch und mit starkem Akzent.

Also ich würd ja hier raten, daß die Mutter ihre Muttersprache mit dem Kind spricht. Erstens aus ganz egoistischen Gründer seitens der Mutter und dann seh ich jede weitere Sprache mit der ein Kind aufwächst als großen Vorteil an.

Jetzt habe ich gehört daß das nicht so schlimm sein soll da
die Kinder im Kindergarten die Defizite aufholen könnten.

Generell würd ich das unterschreiben. Ein Kind sollte anfangs die (fremde) Muttersprache hören und sprechen - die Landessprache lernt es von alleine. Na und dann ist in Deinem Beispiel ja auch noch der Vater da, der zumindest abends oder am Wochenende seine eigene Sprache mit ihm sprechen kann.

Nur, natürlich kommt es auch auf das soziale Umfeld an. Und dann, wenn in den Kindergarten 90% Migrantenkinder gehen kann es natürlich sein, daß sich das „richtige“ Deutsch sprechen noch etwas verzögert.

Stimmt das oder MUSS die Mutter entsprechende Kurse besuchen
(die dann ja auch dementsprechend Geld kosten) um eine
Benachteiligung des Kindes zu verhoindern?

Also müssen tut sie gar nichts, aber ich denke sie sollte diese Kurse besuchen, damit sie selbst nicht benachteiligt wird. Zudem werden solche Kurse häufig kostenlos angeboten.

Liebe Grüße,
Christiane

Hi,

wo werden die denn kostenlos angeboten?

Z.B. bei uns in Hessen habe ich davon noch nichts gehört.

Vater staat gibt z.B. bei einem 235 Euro VHS Kurs nur 135 Euro dazu, würde heißen 100 Euro müßte der Vater pro Kurseinheit noch zahlen.

Das ist ja nicht gerade kostenlos…

Liebe Grüße,

Ralf

Hallo,

vielleicht nur ein paar Anmerkungen zu den Erfahrungen aus unserer Schule (in Deutschland, Unterrichtsmedium: Englisch).
Manche der Eltern erwarten, dass die Kinder an unserer Schule „automatisch“ zweisprachig werden.
Es bedarf aber eines gewissen Einsatzes der Eltern.
Wird im Elternhaus vornehmlich Englisch gesprochen, reichen die vier Stunden Deutschunterricht bei uns nicht aus. Wir raten den Eltern, den Kindern bewusst ein deutsches Umfeld außerhalb der Schule anzubieten (Freunde, Vereine, deutsches Fernsehen), vielleicht 1 Stunde Deutsch pro Tag als Sprache zuhause (selbst, wenn die Eltern schlecht Deutsch sprechen, für die Kinder ist es auch Motivation - wenn sie nur sehen, dass Deutsch abgelehnt wird/nicht angenommen wird, dann verliert die Sprache an Stellenwert).
Umgekehrt, wird zuhause vornehmlich Deutsch geredet, dann umgekehrt in der gleichen Richtung agieren (Satellit auf englische Kanäle einstellen, englische DVDs statt deutscher Programme, gezielte Privatkontakte mit englischen Freunden - Kinder wie Eltern - usw.).

Gruß
Elke

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Morgen,

wo werden die denn kostenlos angeboten?

Puhh, die Frage hab ich befürchtet. Ich wollt auch eigentlich schreiben je nach Bundesland, obwohl ich nicht sicher bin ob es damit zu tun hat.

Meine aktuellesten Infos könnt ich von einer Irakerin in der Nachbarschaft bekommen, die mehrmals wöchentlich früh morgens zu einem Gratis-Deutschkurs geht, inkl. Kinderbetreuung.

Vater staat gibt z.B. bei einem 235 Euro VHS Kurs nur 135 Euro
dazu, würde heißen 100 Euro müßte der Vater pro Kurseinheit
noch zahlen.

Das ist ja nicht gerade kostenlos…

Nee, wirklich nicht.

Liebe Grüße,
Christiane

Traurige Beispiele höre ich fast täglich zu Hauf: „ich bin
heute mit ohne Jacke gekommt“, „ich hab schon
fertig geesst“, „meine Bruder hat mit mir in das Zoo gegeht“
usw.

Diese Sätze höre ich ständig von deutschen 3 Jährigen mit
gebildeten Eltern - genau die
„Redewendungen“, die Du genannt hast „mit ohne“ oder „geesst“
halte ich erstmal in einem gewissen
Alter für völlig normal. Mein Sohn sprach bis vor kurzem auch
so und das obwohl er schon lesen kann.

Ich höre sie von 7-jährigen… und ich finde es schon schlimm, wenn sich das nicht einrenkt…

Morgen,

Puhh, die Frage hab ich befürchtet.

Sorry, revanchier mich sicher mal mit einer Antwort:wink:

Meine aktuellesten Infos könnt ich von einer Irakerin in der
Nachbarschaft bekommen, die mehrmals wöchentlich früh morgens
zu einem Gratis-Deutschkurs geht, inkl. Kinderbetreuung.

Das wär top:smile:

Liebe Grüße,

Ralf

Hi!

MMn. die für mich konsequenteste, logische und naheligendste Antwort wäre, daß die Mutter einfach ihre Muttersprache mit dem Kind redet!

Ich kann überhaupt nicht verstehen, warum die Mutter dem Kind das vorenthalten soll und ihm ausserdem etwas falsches beibringt (damit gemeint sind die grammatikalischen Fehlern, die sie offenbar macht).

Und noch was: Warum sperrt die Mutter dem Kind die Möglichkeit die Kultur ihres Landes am eigenen Blut und Fleisch weiter zu geben?

Mir, als Kind wäre viel, viel lieber diese ausländische Kultur kennen- und lieben zu lernen als dauernd etwas zu hören, die eindeutig falsch ist und die womöglich auch noch weitreichende Konsequenzen mit sich bringen kann. Und als Mutter, was wäre mir aber näherliegend, als das Kind meine Sprache, meine Kultur beizubringen, die ja auch, als mein Sohn, auch seine ist bzw sein sollte?

Jeder Mensch hat (mindestens) eine Muttersprache. Ich sehe als völlig verkehrt dem Kind eine Sprache einzuimpfen, die mir nicht „angefüttert“ wurde, d.h. schon mir mit der mutterlichen Milch eingesogen wurde.

Wenn das Kind in Deutschland lebt, wird spätestens im KiGa mit deutschsprachigen Kindern zusammen kommen und spätestens dann von denen die Sprache richtig lernen. Nie wird ein Mensch eine Sprache so einfach und leicht lernen wie als Säugling/Neugeboren!

Also nutze die einmalige Möglichkeit!

Schöne Grüße,
Helena *die gerade diese Überlegungen sie dazu brachten, aus meinem Sohn einen zweisprachigen Mensch zu erziehen. Und soweit man es beurteilen kann, auch erfolgreich.*

PS. Denke daran es gibt keine „bessere“ oder „schlechtere“ Sprache und es hat nur Vorteile als Säugling/Kleinkind zwei gleichzeitig zu lernen!

Hallo,

ein Muß wäre mir neu. Ist doch in Ordnung, wenn ein Kind in
zwei Sprachen aufwächst.

Ich glaube das Problem hier liegt daran, daß die Mutter eine ihr fremde Sprache mit dem Kind spricht und das fehlerhaft.

Kinder lernen spielend Sprachen bis
zu einem gewissen Alter.

Auf jeden Fall!

Mein Sohn setzt sich mit Latein
auseinander und es gefällt Ihm. Zweisprachig aufzuwachsen ist
ein Vorteil, also würde ich mir keine Sorgen machen.

Allerdings glaube ich nicht daß man von „Zweisprachigkeit“ reden kann, wenn das Kind sich selbst eine Sprache beibringt. MMn. ist es dafür viel zu spät und diese Zweisprachigkeit kommt von dem Kontakt mit anderen Menschen, nicht von den Büchern (das setzt zB. das Lesen voraus und wir reden ja von Kleinkinder/Säuglinge)

Schöne Grüße,
Helena

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Ich höre sie von 7-jährigen… und ich finde es schon schlimm,
wenn sich das nicht einrenkt…

Ok, ich habe an 3 Jährige gedacht, die gerade anfangen ganze Sätze, Grammatik und Zeiten zu lernen. Mit 7 Jahren gebe ich natürlich uneingeschränkt recht - das ist schon sehr schade wenn sie in dem Alter noch so gravierende sprachliche Fehler machen.

Viele Grüße

Hallo,

die kostenlosen Kurse kenne ich eigentlich nur vom Arbeitsamt. Das würde aber aber voraussetzen, dass sie Arbeitssuchende ist… Vielleicht wäre das eine Option wenn das Kind in den Kindergarten kommt?

Viele Grüße

Kostenlose Deutsch-Kurse
Hallo,
ich glaube auch mal was davon gehört zu haben, aber es ist ewig lange her.
Käme z.B. ein Kurs in die VKS nicht in Frage?
Gruss,
Betty

Hallo,

Ich glaube das Problem hier liegt daran, daß die Mutter eine
ihr fremde Sprache mit dem Kind spricht und das fehlerhaft.

Mag sein, dennoch lernt das Kind zwei Sprachen.

Allerdings glaube ich nicht daß man von „Zweisprachigkeit“
reden kann, wenn das Kind sich selbst eine Sprache beibringt.
MMn. ist es dafür viel zu spät und diese Zweisprachigkeit
kommt von dem Kontakt mit anderen Menschen, nicht von den
Büchern (das setzt zB. das Lesen voraus und wir reden ja von
Kleinkinder/Säuglinge)

Ob sich das Kind selbst eine Sprache beibringt, ist aus dem Beitrag nicht ersichtlich. Und ob es zu spät ist kann ich nicht beurteilen, da das Alter des Kindes nicht vorliegt.

Gruß
Michael

Hallo,

Ich glaube das Problem hier liegt daran, daß die Mutter eine
ihr fremde Sprache mit dem Kind spricht und das fehlerhaft.

Mag sein, dennoch lernt das Kind zwei Sprachen.

Der Meinung bin ich ganz und gar nicht. MMn. es macht einen sehr großen und wichtigen Unterschied ob die Sprache richtig gelernt wird oder nicht. Sozusagen, sind die Weichen falsch gelegt, wird das Kind nie (oder wenn Überhaupt extrem mühevoll) diese Sprache richtig können. Und das fällt bei mir ganz sicher nicht unter „eine Sprache lernen“ denn „das“ was das Kind lernt ist dann doch keine Sprache.

Ob sich das Kind selbst eine Sprache beibringt, ist aus dem
Beitrag nicht ersichtlich.

Stimmt, aber sehr wohl aus Deinem Beitrag. Und darauf bezog ich mich.

Und ob es zu spät ist kann ich
nicht beurteilen, da das Alter des Kindes nicht vorliegt.

Wieder kann ich sagen, daß ich mich auf Deinen beitrag bezog. Und man sagt, das alter wo ein Kind so leicht eine Sprache lernt endet in ca. bei dem 6. bzw. 7. Lebensjahr. Und da fangen die Kinder idR an, zu lesen. Also nix, was ein zweisprachiges Kind sich selbst beibringen könnte.

Gruß
Helena

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Hallo,

ich selbst bin mit Plattdeutsch groß geworden (habe das erste Deutsch per Fernseher gelernt, den wir bekamen, als ich fünf war).
Die ersten Jahre in der Schule waren teils zäh, aber spätestens mit dem selbst Bücher lesen habe ich die meisten Restnachteile aufheben können.
Nur ein paar Haushaltsbegriffe wie z.B. Untertasse´ (platt: Schkölke) oder Kehrblech´ (Platt: Fechselschküpke) habe ich erst sehr spät entdeckt - selten kommen auch jetzt nochmal ausgefallene Wörter vor, die ich nur auf Platt kenne.
Meine Sandkastenfreunde sollten Zuhause deutsch lernen - die ganze Familie konnte kein wirklich richtiges Deutsch. Ergebniss: beide lernten erstmal falsches Deutsch (gib mich mal die Kumme etc.) und haben länger daran rumlaboriert, als ich und viele andere, die Zuhause pur Platt sprachen und Deutsch nur aus Schule, Radio und Fernsehen kannten.

Außerdem: ich kenne zwei türkisch stämmige Kinder, die ab 2 und 3 Jahren einen Kinderladen besuchten, die Mutter konnte kein Deutsch (gar keines), die Kidner zunächst auch nicht. Beide Kinder sprachen nach nur einem Jahr fast genauso gut Deutsch, wie die deutschen Kinder. Ich habe nur gestaunt.

Wenn obendrein, wie in Deinem Beispiel, der Vater deutschsprachig ist, kann eigentlich nicht viel schief gehen. Selbst wenn der Vater tagsüber arbeitet, wird er die Kinder ja schon auch öfter sehen und mit ihnen sprechen. Das allein bringt schon eine Menge.
Ich denke auch, besser die Kinder lernen von der Mutter deren Sprache richtig und vom Vater sowie im Kindergarten Deutsch - wichtig ist, dass sie beide Sprachen trennen können.

Gruß, Anne

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]