Mikrofonaufstellung bei Stereo-Orchester-Aufnahme

Hallo !
Ich möchte den Auftritt eines Blasorchesters mitschneiden, weiß aber nicht genau, wie ich die Mikros am besten aufstelle.
Ich habe vor, mir zwei identische Mikros auszuleihen - welche sind da besonders geeignet (Kondensator/Dynamisch) ?
Diese möchte ich über ein kleines Mischpult (hat auch Phantom-Power) mit nem MiniDisc-Recorder dran betreiben.
Das Konzert findet auf einer erhöhten Bühne statt, auf der sich dann noch Podeste befinden, damit die Musiker halt gut sichtbar sind. Der Saal faßt ca. 500 Personen.
Ist der vordere Bühnenrand dafür ok ? Ich möchte nicht zu weit in den Saal, da ich befürchte, der Hall wird da zu stark bzw. die Hintergrundgeräusche des Publikums.
Wie richte ich die Mikros am besten aus ? Auf das Orchester ? Da dort Trompeten in der ersten Reihe sitzen, dachte ich, daß eine Ausrichtung leicht nach oben ganz ok ist, oder ? Oder hänge ich die Mikros vielleicht von Bühnendecke runter ? Da fürchte ich, daß die Bässe (Tuben haben ihren Schalltrichter nach oben) überbetont werden.
Fragen über Fragen …
Über jede Anregung bin ich dankbar, Grüße,
Herby_A.

  1. Nur Kondensatormikrophone

  2. OSS-Aufbau ist heute für den kleinen Stereo-Mitschnitt zwischendurch der Stand der Technik. Also Mikrophone mit nierenförmiger Richtcharakteristik ca. 30 cm auseinander, ca. 90° zueinander gewinkelt ausgerichtet, evtl. mit der Dämmscheibe dazwischen für mehr Abschattung.

Diese möchte ich über ein kleines Mischpult (hat auch
Phantom-Power) mit nem MiniDisc-Recorder dran betreiben.

Mache ich auch als. Die Datenreduktion des MD nimmt ein wenig von der Räumlichkeit weg.

  1. Für die beste Klangbalance wäre dennoch der Ort ca. 1 m über dem Dirigenten und wegen der Richtwirkung der Mikrophone ca. 1 - 2 m hinter ihm (in Richtung Zuhörer) ganz brauchbar => Extra hohe Chorständer leihen oder von der Decke mit sicherer Ausrichtung auf die Kapelle abhängen.

Täusch dich nicht, die Klarinetten klingen richtiger, wenn man sie schräg von oben vorne abnimmt und nicht unten aus dem Trichter.

Gruß

Stefan

Hi Stefan !
Danke erstmal für die schnelle Antwort.
Bei unserem (ich spiele auch in dem Orchester mit) Probenwochenende habe ich uns mit nem kleinen Stereo-Mikro von Sony direkt in den MiniDisc gestöpselt aufgenommen und hinterher am Rechner ein bischen Höhen und ein bischen mehr Bässe reingedreht, ein wenig Hall dazu und das Ergabnis war schon recht passabel.
Das kleine Problem bei der Aufstellung der Mikros ist, daß der Platz hinter dem Dirigenten (ca. 3m bis Bühnenrand) zeitweise von anderen Mitwirkenden (u.a. eine Tanzgruppe) benötigt wird und ich daher auch wegen Trittschall so meine Bedenken habe. Meinst Du, der - nicht verstellbare - Trittschallfilter der Mikro-Eingänge des Mischpults (Behringer Eurorack) nützt da was (Trittschallfilter ist ja nicht gleich Trittschallfilter…)
Ich glaube neben dem „Experiment“ (hab sowas ja „so professionell“ :wink: noch nie gemacht) lasse ich einen zweiten MiniDisc-Recorder mit eben diesem Stereo-Mikro parallel dazu aufnehmen und werd mal sehen, was besser ist.
Viele Grüße,
HerbyA (auch Stefan).

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Ist doch schon mal OK

Probenwochenende habe ich uns mit nem kleinen Stereo-Mikro von
Sony direkt in den MiniDisc gestöpselt aufgenommen und

Ich glaube ich kenne das Ding. Gar nicht schlecht, auch das Stereobild ist brauchbar und die Aufnahmen sind weitestgehend Mono-kompatibel.

Das kleine Problem bei der Aufstellung der Mikros ist, daß der
Platz hinter dem Dirigenten (ca. 3m bis Bühnenrand) zeitweise
von anderen Mitwirkenden (u.a. eine Tanzgruppe) benötigt wird
und ich daher auch wegen Trittschall so meine Bedenken habe.

Es gibt Ständer mit Schwingfüßen dafür und in ca. 2 - 3 m Höhe ist dann ziemlich Ruhe. Auch sind die Kondensatormikrophone für Körperschall (außer Griffgeräusch) nicht so empfindlich. Für den absoluten Luxus kann es auch mit Spinnenhalterung sein.

Meinst Du, der - nicht verstellbare - Trittschallfilter der
Mikro-Eingänge des Mischpults (Behringer Eurorack) nützt da
was (Trittschallfilter ist ja nicht gleich
Trittschallfilter…)

Hmm. Die setzen bei 100 Hz an, wäre mir für Musik zu viel was da weggeht. Dann lieber nachher in der Software steilflankig unterhalb von ca. 50 Hz abschneiden und danach den Pegel angleichen.

Ich glaube neben dem „Experiment“ (hab sowas ja „so
professionell“ :wink: noch nie gemacht) lasse ich einen zweiten
MiniDisc-Recorder mit eben diesem Stereo-Mikro parallel dazu
aufnehmen und werd mal sehen, was besser ist.

Yeah, be sure to have a backup copy always.

Viel Erfolg

Stefan

Hi Stefan !

So, erstes Konzert erfolgreich bewältigt. Meine Erfahrungen:

Im Musikladen haben sie mir 3 Mikros mitgegeben (gehörten zum „Paket“ dazu). Alles Dynamische Sennheiser-Mikros - identischer Typ.
Ich habe sie links, rechts und in der Mitte aufgestellt und die Pan-Regler entsprechend ganz nach links, mittig und ganz nach rechts gedreht. Den Eingangs-Gain mußte ich entsprechend hoch einstellen, aber der Sound war echt gut.

Aber:
Da das Orchester im Halbkreis aufgestellt (bzw. gesetzt) war, war das mittlere Mikro weiter von den Musikern entfernt, als die anderen. Dementsprechend ist auf der Aufnahme deutlich die Tenorhorn-Sektion (links) und die Trompeten/Flügelhörner (rechts) zu hören. Die Mitte (Tuben, Schlagzeug, Klarinetten, Posaunen) ist recht weit im Hintergrund zu hören. Das werde ich nächstes Wochenende noch ändern.

Meinst Du, es ist besser, den Eingangs-Gain des mittleren Mikros hochzudrehen oder den Pegel seines Kanals ? Oder sollte ich das Mikro genauso nah wie die anderen beiden an die Musiker stellen (was natürlich optimal wäre, weiß aber nicht ob ich das aus bühnentechnischen Gründen) hinkriege.

Am Rechner hab ich dann wie gehabt die Bässe etwas angehoben , so daß ein gescheites Fundament da ist. Die Aufnahme des Minidisc konnte ich noch nicht begutachten, da wir mit einem neueren Recorder als ich ihn habe aufgenommen haben und mein altes Gerät konnte die Disc nicht abspielen (ich nehme an, anderer (älterer) Kompressionsalgoritmus oder sowas)

Mit Trittschall hatte ich überhaupt keine Probleme.

Die PAN-Regler werde ich nächste Woche nicht ganz nach außen drehen, sondern nur ca. 75%. Sonst sind meiner Meinung nach die Instrumente zu weit außen zu hören.

Viele Grüße,
Stefan.

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So, erstes Konzert erfolgreich bewältigt. Meine Erfahrungen:

Im Musikladen haben sie mir 3 Mikros mitgegeben (gehörten zum
„Paket“ dazu). Alles Dynamische Sennheiser-Mikros -
identischer Typ.

Würde ich mal auf die MD 421 oder MD411 bzw. 521/541 tippen - groß und unglaublich schwer? Sonst würde ich grundsätzlich für den Zweck NUR Kondensatormikrophone nutzen. Aber egal, wenn es gut klingt.

Ich habe sie links, rechts und in der Mitte aufgestellt und
die Pan-Regler entsprechend ganz nach links, mittig und ganz
nach rechts gedreht. Den Eingangs-Gain mußte ich entsprechend
hoch einstellen, aber der Sound war echt gut.

Klar, bei 2 mV Empfindlichkeit für 94 dB Schallpegel! Da fangen manche Mischpulte an zu rauschen.

Aber:
Da das Orchester im Halbkreis aufgestellt (bzw. gesetzt) war,
war das mittlere Mikro weiter von den Musikern entfernt, als
die anderen. Dementsprechend ist auf der Aufnahme deutlich die
Tenorhorn-Sektion (links) und die Trompeten/Flügelhörner
(rechts) zu hören. Die Mitte (Tuben, Schlagzeug, Klarinetten,
Posaunen) ist recht weit im Hintergrund zu hören. Das werde
ich nächstes Wochenende noch ändern.

Meinst Du, es ist besser, den Eingangs-Gain des mittleren
Mikros hochzudrehen oder den Pegel seines Kanals ? Oder sollte
ich das Mikro genauso nah wie die anderen beiden an die
Musiker stellen (was natürlich optimal wäre, weiß aber nicht
ob ich das aus bühnentechnischen Gründen) hinkriege.

Der GAIN sollte vielleicht zuerst passen (PFL).

Es ist natürlich auch so, dass durch die Abstandsunterschiede ein kleiner Laufzeit-Effekt auftritt, aber bei nur 1 m ist das wohl nicht so tragisch.

Das Problem ist natürlich immer in der Aufnahmesituation vernünftig HÖREN zu können, wie das Verhältnis der Mikrophone ist. Und Kopfhörer ist leider nicht ganz ehrlich. Oder zu ehrlich. Ist natürlich auch Übungs- und Erfahrungssache.

Am Rechner hab ich dann wie gehabt die Bässe etwas angehoben ,
so daß ein gescheites Fundament da ist. Die Aufnahme des
Minidisc konnte ich noch nicht begutachten, da wir mit einem
neueren Recorder als ich ihn habe aufgenommen haben und mein
altes Gerät konnte die Disc nicht abspielen (ich nehme an,
anderer (älterer) Kompressionsalgoritmus oder sowas)

Atrac ist Atrac, aber vielleicht ist das so ein Mehrspur-MD ist (Data-MD). Dann hast Du etwas Pech gehabt und brauchst Das Gerät wieder zum abspielen.

Gehst Du eigentlich direkt digital in den Rechner?

Mit Trittschall hatte ich überhaupt keine Probleme.

Die PAN-Regler werde ich nächste Woche nicht ganz nach außen
drehen, sondern nur ca. 75%. Sonst sind meiner Meinung nach
die Instrumente zu weit außen zu hören.

Das würde ich nicht bei der Aufnahme machen! Das kannst Du in der Software immer noch nachträglich machen (Mix-Funktion). Außerdem wirkt das nur im Kopfhörer so getrennt, über Lautsprecher ist das schon OK!

Viel Spaß

Stefan

Hi Stefan !

Morgen isses ja wieder so weit. Gestern hatten wir nochmal Probe und unser ehemaliger musikalischer Leiter, der mittlerweile (gottseidank) von einem jüngeren Kollegen abgelöst worden ist, der gestern aber nicht konnte, hat mich beiseite genommen, ob ich denn wieder eine Aufnahme machen möchte. Ihm hat nämlich nicht gefallen, daß das Publikum Miro-Ständer mit Mikros gesehen hat - „da denken die doch gleich wieder, daß wir irgendwas verstärken“ etc… Jedenfalls bauen wir heute Nachmittag auf und ich werde versuchen, die Mikros an den Scheinwerfertraversen über der Bühne zu befestigen, diese entsprechend etwas abzusenken, daß ich wenigstens einigermaßen den frontseitig abgehenden Schall mitbekomme.
Zu Deiner Frage: Nein, ich gehe über die Cinch-Eingänge meiner Terratek 6Fire in den PC, hab aber noch keine gravierenden Qualitätsabstriche rausgehört - für meine Zwecke reicht das voll und ganz (ehrlich gesagt habe ich mir daher auch nicht die Mühe gemacht, das zu vergleichen - man muß halt sehen, wo am ehesten der Qualitäts-Flaschenhals bei der ganzen Geschichte liegt, und ich denke, nicht erst dort).

Danke für Deine Tips und viele Grüße,
Stefan.

P.S.: Stehst Du auf konzertante Musik von Bläserchören, dann könnte ich Dir ja mal ein Stück vom Endergebnis zusenden - halt nochmals komprimiert auf MP3-Format. Davon abgesehen höre ich solche Musik in meiner Freizeit auch nicht, aber das Musik machen macht schon Spaß, schon wegen der gemütlichen Abende nach den Proben :wink:)

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Aber gerne

abgelöst worden ist, der gestern aber nicht konnte, hat mich
beiseite genommen, ob ich denn wieder eine Aufnahme machen
möchte. Ihm hat nämlich nicht gefallen, daß das Publikum
Miro-Ständer mit Mikros gesehen hat - „da denken die doch
gleich wieder, daß wir irgendwas verstärken“ etc…

Ja, das Thema kenne ich auch. Ich denke aber, dass die Leute z.B. durch Gospelkonzerte mittlerweile daran gewöhnt sind und sich nicht mehr daran stören. Und dann hilft natürlich auch eine passende Farbe für den Mikrophonständer und die kleinen unauffälligen Kondensatormikrophone, die ich benutze und natürlich auch ein passend unauffälliges Kabel. Dann gehen silberfarbene Mikrophonständer mit grauer Leitung in der Blaskapelle optisch unter.

P.S.: Stehst Du auf konzertante Musik von Bläserchören, dann
könnte ich Dir ja mal ein Stück vom Endergebnis zusenden -
halt nochmals komprimiert auf MP3-Format. Davon abgesehen höre
ich solche Musik in meiner Freizeit auch nicht, aber das Musik
machen macht schon Spaß, schon wegen der gemütlichen Abende
nach den Proben :wink:)

Jou, dann schicke ich Dir eine andere E-Mailadresse. Da ist viel Platz und kein Filter.

Gruß

Stefan