Hallo,
analoge Schaltungstechnik ist zwar seit je mein Steckenpferd,
allerdings habe ich mit Audio lange Zeit nichts mehr gemacht.
Ich habe mir einen Mikrofonverstärker gebaut. Der macht eine
hübsche Verstärkung, so um die 30.000fach. Das ist genial,
wenn man leise Geräusche verstärken möchte. Aber wenn jemand
etwas lauter spricht, übersteuert der Verstärker natürlich
sofort.
Wie hast Du die Eingangsstufe (rauscharm genug) realisiert?
Deswegen wollte ich mir einen Verstärker bauen, der sich
automatisch an die Umgebungslautstärke anpasst.
Da fallen mir 2 Ansätze ein.
1. Spannungsgesteuerte Verstärker (hast Du ja schon ausprobiert)
Es gibt aber auch paar IC mit solchen Funktionen.
2. Logaryhmischer Verstärker bzw. eine Kombination von linearem
und logarythmischer Verstärkung (im unteren Bereich anähernd
linear und im oberen Bereich logarythmisch).
Auch die kombination der beiden Varianten ist denkbar.
Allerdings werde alle Varianten bei Übersteuerung mehr oder weniger
verzerren und verfälschen.
Meine bisherige Vorgehensweise war so:
Mein Verstärker besteht aus 2 OpAmp-Stufen. Dahinter habe ich
einen sog. „Peak-Detector“ geschaltet, im Grunde nichts
anderes als ein Kondensator hinter eine Diode, und der
Kondensator lädt sich mit der maximalen Spannung auf, die am
Ausgang des Verstärkers liegt.
Ein Mosfet dient als spannungsabhängiger Widerstand und sitzt
in der Rückkopplung einer OpAmp-Schaltung. Der Mosfet wird
indirekt über die Spannung am Peak-Detector gesteuert.
Das Problem ist, daß diese Verschaltung extrem verzerrt und
daher absolut nicht zu gebrauchen ist. Das beste, was ich noch
hinbekommen habe, war eine aufwendige Schaltung, mit der ich
die Verstärkung relativ unverzerrt in einem viel zu kleinem
Bereich nur variieren konnte. Also nichts befriedigendes.
Ich denke, das ist richtig nur in den Griff zu bekommen, wenn
Du die Rückkoplung über alles machst. Sonst bleibt ja nur der
Variantionsbereich der einen Stufe. Das ist bei großer Dynamik
wohl zu wenig.
Dann sehe ich noch folgende mögliche Probleme:
- Nichtlineare Verstärker-Kennlinie durch die FET-Regelung
- Schwingneigung durch Phasendrehung und zu hohe Steilheit des FET
- Zu kleine Zeitkonstante des Peak-Detektors führt zu Modulation
Die konktrete Ursache wäre hier mal zu analysieren.
Nicht undenkbar ist auch eine Rückkopplung vom Ausgang auf den
Eingang durch Übersprechen (stark vom Aufbau anhängig).
Also suche ich weiter nach einer Lösung. Wie kann ich die
Verstärkung abhängig von der Stärke des Eingangssignals
einstellen!?!
In diversen Freisprecheinrichtungen und auch in
Mutingschaltungen sollte solche Schaltungstechnik verwendet werden
(allerdings auch oft mit mäßigem Erfolg).
Außerdem gab und gib’s sowas in Aufnahmegeräten mit automatischer
Pegelaussteuerung (Tonbandgeräte, MD usw.)
Da müste doch auch was für den nachbau zu finden sein.
Gruß Uwi