- In Sachen ?Erwärmung von Wasser durch
Mikrowellen? habe ich etwas von
dielektrischen Verlusten mitbekommen,
Also bei Wasser ist es so: Das Wassermolekül ist ja ein Dipol (Da ich nicht weiß, was Du schon alles weißt, machs ich erstmal kurz und Du stellst dann alle zwischenfragen.)
Wenn dieser elektrische Dipol sich in einem elektrischen Feld befindet, wird er entlang der Feldlinien ausgerichtet (ungleichnamige Ladungen ziehen sich an). Das braucht ein bischen Zeit, denn das Wassermolekül hat ja auch eine Masse, die erstmal beschleunigt werden muss. Wenn das Molekül ausgerichtet ist, muss es auch wieder abgebremst werden. Stell Dir nun mal vor, dass das elektrische Feld genau in dem Moment umgepolt wird, wenn das Wassermolekül sich gerade erst ausgerichtet hat. Es muss sich erneut ausrichten und nun zwar gerade umgekehrt. Ist das erfolgt, wird das Feld wieder umgepolt. Durch ständiges Umpolen gerät also das Wassermolekül ganz schön ins Rotieren. Weil die rotierenden Moleküle aneinander anecken, kommt Bewegung in die ganze Sache, das heißt, die Temperatur steigt.
Wichtig dabei ist, das das Feld mit der fürs Wassermolekül passenden Frequenz umgepolt wird. Oder anders ausgedrückt. Alle Mikrowellenherde arbeiten mit einer Frequenz von 12 GHz (Angabe so ungefähr, Du hast sicher schon genauere Angaben.)
Bei Metallen hast Du natürlich keine Dipole, sondern freie Elektronen, die sich im elektrischen Feld der Mikrowellen auch bewegen, mal hin, mal her, je nachdem, wie das elektrische Feld der Welle gerade gepolt ist. Das hat verschiedene Effekte zur Folge:
- Bewegte Ladungsträger sind natürlich ein Strom, der hier ständig hin und her fließt und dieser Strom erwärmt das Metall. (Das aber nur sehr nahe an der Oberfläche)
- Diese bewegten Ladungen sind nun selber wieder die Quelle für eine elektromagnetische Welle. Oder anders ausgedrückt: Trifft eine Mikrowelle auf eine leitende Oberfläche, dann wird sie reflektiert. (Gilt nicht nur für Mikrowellen, sondern auch für Licht. Metalloberflächen spiegeln also.)
Zur Polarisierung:
Stelle Dir mal diese sich hin und herbewegten Elektronen in dem Metall vor. Da gibt es zwei Möglichkeiten für hin und her:
A: rauf und runter (also senkrecht)
B: nüber und rüber (also waagrecht)
C: nein, weder senkrecht zur Metalloberfläche, noch in Richtung der Ausbreitungsrichtung der Welle.
Je nachdem, wie sich die Elektronen, die die Welle erzeugen senkrecht oder waagrecht bewegen, ist die entstehende Welle auch senkrecht bzw waagrecht polarisiert.
Weiter mit den Gedankenexperimenten:
Stell Dir nun mal vor, Du hättest ein Material, dass in der einen Richtung Strom leiten kann und in der anderen Richtung nicht. (Du kannst da zum Beispiel eine Menge Kupferdrähte mit Gummischnüren zusammenbinden, so dass die Kupferdrähte voneinander isoliert sind.)
Jetzt lass mal in Gedanken eine Mikrowelle auf solche paralleleln Gitterstäbe fallen. und zwar einmal so, dass das elektrische Feld parallel zu den Gitterstäben ausgerichtet ist. Die Elektronen werden sich entlang der Gitterstäbe hin und her bewegen und selber wieder eine Welle erzeugen, die sich hinter dem Gitter so mit der einfallenden Welle überlagert, dass sich die beiden Wellen gegenseitig auslöschen. Vor dem Gitter tritt eine reflektierte Welle auf.
Jetzt nimm eine Welle, die das elektrische Feld senkrecht zu den Gitterstäben hat. Die Elektronen „wollen“ sich zwar in diesem Feld bewege, können aber nicht, also keine Sekundärwelle, keine destruktive Interferenz. Die Welle geht einfach durch das Gitter durch.
Danke vielmals!
Bitte, bitte.
Viele Grüße von
Stefan