auch eine frage der moralentwicklung
Denn … Schreie, Hilferufe und Flehen des (vermeintlichen)
Opfers sollten doch stärker wirken als ein weißer Kittel und
dessen Anweisungen?
Oder?
hi,
das tun sie auch, wenn im verlauf der individuellen moralentwicklung des menschen eine stufe der reifung erreicht wird, die den einzelnen verlanlassen, EIGENE handlungsprinzipien auch in extremen herausforderungen, wie sie bei anordnungen von autoritäten z.b. in einer firma oder im krieg vorkommen, über die von anderen zu stellen. jemand, der in der lage ist, den konflikt zwischen der inneren überzeugung „ich darf niemanden verletzen!“ und der autoritären anordnung „los, töte, foltere!“ zugunsten seiner eigenen handlungprinzipien zu lösen, (und es somit nicht zu tun!)hat ein sehr hohes reifungsniveau.
dieses sehr hohe reifungsniveau wird aber in staatlichen zusammenhängen bewusst und systematisch kleingehalten oder nachträglich wieder zurückgeführt, in dem z.b. politische oder religiöse oder wirtschaftliche ober-regeln, die „immer richtig“ sind, indoktriniert werden. ein soldat muss dazu erzogen werden, dass der feind wert ist, getötet zu werden. ein manager muss auf der hochschule und in firmeninternen seminaren dazu erzogen werden, dass geld immer wichtiger ist, als der mensch. ein selbstmordattentäter muss dazu erzogen werden, dass das eigene leben und das anderer nichts wert ist gegenüber einer einzig wahren gottheit.
so kann es gelingen, dass handlungsprinzipien, die wahnsinnig erscheinen, übernommen werden, und über die eigenen prinzipien gestellt werden. das entlastet von der (hoffentlich) vorher wahrgenommenen verantwortung, die den handlungsimpuls wirkungvoll unterdrückt.
kriege in aller welt beweisen das und auch das unfassbare leid der soldaten nach den kriegen, die mit posttraumatischen belastungsstörungen heimkehren und nie wieder schlafen können, weil der konflikt eben oft nicht gelöst werde KANN, sondern nur unterdrückt wird. solange brav geschossen wird, ist das nur recht, später ist´s egal, sollen sie doch alle leiden, die mächtigen haben sich dann auf kosten der menschen militätrisch durchgesetzt. ein erwachen gibt es auch bei den soldaten des irak-krieges, aber die sind zu jung und zu wenig entwickelt gewesen, um es zu antizipieren, was es im leben ausmacht, andere zu massakrieren.
DESWEGEN sind frontsoldaten auch immer ganz ganz jung! entwicklungspsychologisch kann man im alter von 17-20 nur sehr schwer eine stufe der moralentwicklung haben, die es einem tatsächlich ermöglicht, sich gegen staatlich und oft gleizeitig religiöse autoritäten ohne gewissensbiss durchzusetzen.
merkste was?