Hi Diana,
danke erstmal für Deine Antwort 

klar, der Trend ist nicht brandnew, Military Elemente gibt es
schon seit längerem. Bisher war dieser Look nur noch nie so
massiv in der Konfektion vertreten, in den Schaufenstern
überwiegen die genannten Farben und Schnitte.
ich weiß nicht, ich persönlich habe mich bereits vor 5 Jahren über das vermehrte Tragen von Militär-Designs „aufgeregt“, deshalb finde ich das jetzt nicht gar so massiv.
Modemacher reagieren auf Themen, die die Gesellschaft bewegen,
nutzen die Mode aber eher selten als Vehikel für
gesellschaftspolitische Statements - die Träger der Mode
vermutlich erst recht nicht.
Kleidung, die als politisches Statement dienen soll, entsteht
ja meistens im Untergrund, in der „Szene“ - sobald die
internationale Modeszene diese Kennzeichen auf den Laufstieg
stellt, ist es bestenfalls noch spielerisches Zitat…
Ich glaube ehrlich gesagt auch recht selten bei Mode an (gesellschafts-)politische Statements. Im allgemeinen ist es eher ein Ausdruck von Gruppenzugehörigkeit bzw. Separation vom Rest und soll die Persönlichkeit mit Attributen unterlegen, die durch die Kleidung (und meist nur dadurch) ergänzt werden.
So habe ich mich z.B. in der Ukraine totgelacht, als ich vor 8 Jahren tatsächlich Pseudo-„Ghetto-Kids“ gesehen habe, mit Baggy-Pants etc., die ja z.B. zunächst ein Zeichen für Armut waren (wir tragen die Hosen unseres großen Bruders…) Nur dass man damals in der Ukraine eben zu den reichen gehören mußte, um solche Markenwestmode tragen zu können.
Und so ist das auch mit den Militärklamotten. Man will auf irgendeine Art und Weise an dem positiv belegten „Abenteuer“ Militär (Attribute: Gefahr, Mut, Risiko, Gewaltbereitschaft im pos. Sinne, Unbesiegbarkeit…) teilhaben, ohne damit auch gleich ein statement bezgl. der erbärmlichen Wirklichkeit des Militärs (Tod, Tötung, Todesangst…) zu machen.
Und das ist es auch, was das ganze für mich so ärgerlich macht, die zunehmende Trivialisierung des Militärischen.
Grüße
Jürgen