Military Look

Hallo @all,

der Trend ist Euch beim Shoppen sicher auch schon aufgefallen:

Überall khaki & olivgrüne Töne im Fenster, Stoffe aus Baumwoll & Drill, „funktionale“ Elemente wie aufgesetzte Taschen, Schnallen am Ende der Hosenbeine etc.

Mode ist selten unpolitisch, sie reagierte schon immer auf gesellschaftlichen und kulturellen Wandel, ist Teil dieses Wandels. Vorgestern noch überschwemmte der Abklatsch neuer, femininer Romantik die Schaufenster mit verspielten Rüschen, Chiffon, Raffungen und Gipsylook, heute sieht man Army & Survival-Style, wohin das Auge blickt.

Hier noch ein Artikel zum Thema: http://www.merkur-online.de/nachrichten/vermischtes/…

Wie nehmt Ihr das wahr? Wie empfindet und bewertet Ihr speziell diesen Trend?

Vielen Dank & viele Grüße
Diana

Hallo Diana,

Mode ist selten unpolitisch, sie reagierte schon immer auf
gesellschaftlichen und kulturellen Wandel, ist Teil dieses
Wandels. Vorgestern noch überschwemmte der Abklatsch neuer,
femininer Romantik die Schaufenster mit verspielten Rüschen,
Chiffon, Raffungen und Gipsylook, heute sieht man Army &
Survival-Style, wohin das Auge blickt.

Also meine Meinung hierzu ist wie folgt:
Zum einen ist das ein bereits mehrere Jahre alter Trend, der IMHO wie üblich aus Amerika kommt, wo das Militär sowieso eine ganz andere Akzeptanz hat als hier. Der Trend wird jetzt von den Designern (und den Europäern) gecovert, die halt immer ein bisschen länger brauchen, als die Kids in den USA.

Zum anderen ist für mich im allgemeinen kein politisches statement vorhanden, da die Mode erstmal nur cool und gefährlich sein muss und durchaus von Leuten getragen wird, die Militär in seiner Funktion ablehnen.

Das macht für mich auch den besonderen „Charme“ dieser Mode aus, dass die selben Leute, die mich vor 10 Jahren in der Münchener U-Bahn als Wehrdienstleistender in Uniform für mein nettes „Karnevalskostüm“ „gelobt“ haben, jetzt in oliv rumlaufen. Ziemlich peinlich und bescheuert, sorry…

Grüße
Jürgen *derfürnichtsaufderweltfreiwilligolivtragenwürde*

Bewegt, nicht bewegend
Hallo Jürgen,

danke erstmal für Deine Antwort :smile:

Der Trend wird jetzt von den Designern (und den Europäern) gecovert, die halt immer ein bisschen länger brauchen, als die Kids in den USA.

klar, der Trend ist nicht brandnew, Military Elemente gibt es schon seit längerem. Bisher war dieser Look nur noch nie so massiv in der Konfektion vertreten, in den Schaufenstern überwiegen die genannten Farben und Schnitte.

Zum anderen ist für mich im allgemeinen kein politisches statement vorhanden, da die Mode erstmal nur cool und gefährlich sein muss und durchaus von Leuten getragen wird, die Militär in seiner Funktion ablehnen.

Modemacher reagieren auf Themen, die die Gesellschaft bewegen, nutzen die Mode aber eher selten als Vehikel für gesellschaftspolitische Statements - die Träger der Mode vermutlich erst recht nicht.

Kleidung, die als politisches Statement dienen soll, entsteht ja meistens im Untergrund, in der „Szene“ - sobald die internationale Modeszene diese Kennzeichen auf den Laufstieg stellt, ist es bestenfalls noch spielerisches Zitat…

Viele Grüße
Diana

Hi Diana,

danke erstmal für Deine Antwort :smile:

:wink:

klar, der Trend ist nicht brandnew, Military Elemente gibt es
schon seit längerem. Bisher war dieser Look nur noch nie so
massiv in der Konfektion vertreten, in den Schaufenstern
überwiegen die genannten Farben und Schnitte.

ich weiß nicht, ich persönlich habe mich bereits vor 5 Jahren über das vermehrte Tragen von Militär-Designs „aufgeregt“, deshalb finde ich das jetzt nicht gar so massiv.

Modemacher reagieren auf Themen, die die Gesellschaft bewegen,
nutzen die Mode aber eher selten als Vehikel für
gesellschaftspolitische Statements - die Träger der Mode
vermutlich erst recht nicht.

Kleidung, die als politisches Statement dienen soll, entsteht
ja meistens im Untergrund, in der „Szene“ - sobald die
internationale Modeszene diese Kennzeichen auf den Laufstieg
stellt, ist es bestenfalls noch spielerisches Zitat…

Ich glaube ehrlich gesagt auch recht selten bei Mode an (gesellschafts-)politische Statements. Im allgemeinen ist es eher ein Ausdruck von Gruppenzugehörigkeit bzw. Separation vom Rest und soll die Persönlichkeit mit Attributen unterlegen, die durch die Kleidung (und meist nur dadurch) ergänzt werden.

So habe ich mich z.B. in der Ukraine totgelacht, als ich vor 8 Jahren tatsächlich Pseudo-„Ghetto-Kids“ gesehen habe, mit Baggy-Pants etc., die ja z.B. zunächst ein Zeichen für Armut waren (wir tragen die Hosen unseres großen Bruders…) Nur dass man damals in der Ukraine eben zu den reichen gehören mußte, um solche Markenwestmode tragen zu können.

Und so ist das auch mit den Militärklamotten. Man will auf irgendeine Art und Weise an dem positiv belegten „Abenteuer“ Militär (Attribute: Gefahr, Mut, Risiko, Gewaltbereitschaft im pos. Sinne, Unbesiegbarkeit…) teilhaben, ohne damit auch gleich ein statement bezgl. der erbärmlichen Wirklichkeit des Militärs (Tod, Tötung, Todesangst…) zu machen.

Und das ist es auch, was das ganze für mich so ärgerlich macht, die zunehmende Trivialisierung des Militärischen.

Grüße
Jürgen

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