ich habe neulich ein (reines) Milliohmmeter mit vier Anschlüssen gesehen. Als Antwort auf meine Frage warum da vier Anschlüsse sind wurde mir gesagt, dass es sich um eine Vierpolmesung handelt. Mit einem schlichten „Aha“ beendete ich die Fragestunde.
Nun, ich habe reichlich an Vierpolen herumgerechnet (ist zwar schon etwas her), aber ich habe noch nichts von einem Vierpol-messendem-Milliohmmeter gehört.
Kann mir von euch jemand erklären wozu das gut ist und wie das funktioniert?
mal sehen, ob mir das so mitten in der Nacht gelingt:
Du speist also in das Objet einen konstanten Strom ein. Dazu 2 Pole. Direkt am Objekt, also fern von den Einstpeisekontakten des Meßstroms mißt Du die Spannung. Dazu auch 2 Pole. Nach dem ohmschen Gestz kannst Du nun den Widerstand ausrechnen.
Das macht man im Bereich von wenigen Miliohm (Kontaktwiderstände an Schaltern und Relais) um den Verlußt an den Anschlüssen der Stromeinspeisung auszuklammern. Anderenfalls würdest Du ja den Spannungsabfall vom ersten Einspeisepunkt, dem Meßkotakt und dem zweiten Einspeisekontakt in Reihe messen.
2 zum Einspeisen des Meßstroms, 2 zum Spannung messen = 4 Pole.
Stell Dir eine Reihenschaltung von 3 Widerständen vor.
von links nach rechts:
Eingang Meßstrom, R1 (Übergangswiderstand zum Meßobjekt), Anschluß 1 der Spannungsmessung und Übergang zum Meßobjekt, R2 (Meßobjekt), Anschluß 2 der Spannungsmessung und Übergang zum Ausgang Meßstrom, R2 (Übergangswiderstand zum Meßobjekt), Ausgang Meßstrom.
Nun, ich habe reichlich an Vierpolen herumgerechnet (ist zwar
schon etwas her), aber ich habe noch nichts von einem
Vierpol-messendem-Milliohmmeter gehört.
Kann mir von euch jemand erklären wozu das gut ist und wie das
funktioniert?
Google mal nach ‚Thompsonbrücke‘. Der erste Eintrag von der Uni Bayreuth bringt ein pdf-File. Auf Seite 4 sind Schaltbilder der Wheatstone- und Thompsonbrücke in Vierleiterschaltung zu sehen (mit Erklärung).
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim
Du speist also in das Objet einen konstanten Strom ein. Dazu 2
Pole. Direkt am Objekt, also fern von den Einstpeisekontakten
des Meßstroms mißt Du die Spannung. Dazu auch 2 Pole.
Ok, ist einleuchtend. Aber warum speist man den Strom fern vom Objekt ein? Ich kann doch ein „normales“ Multimeter nehmen und mit zwei Polen ebenfalls direkt am Objekt messen.
Ok, ist einleuchtend. Aber warum speist man den Strom fern vom
Objekt ein? Ich kann doch ein „normales“ Multimeter nehmen und
mit zwei Polen ebenfalls direkt am Objekt messen.
Dann mißt Du nicht nur den Meßwiderstand sondern auch noch die Kontaktwiderstände des Ohmmeters in Reihe mit. Die sind bei Messungen >1 Ohm uninteressant, aber wenn Du einen Kontaktwiderstand eines Relais beispielsweise von 35 Miliohm messen möchtest, sind die Übergangswiderstände des Ohmmeters von etwa 100 Miliohm total meßverfälschend.
Micha hat vollkommen Recht. Da du es offensichtlich noch nicht 100%ig verstanden hast, will ich versuchen es mit anderen Worten zu erklären.
Das Prinzip der Widerstandsmessung ist folgendes: durch den zu messenden Widerstand wird mit Hilfe einer Konstantstromquelle ein bekannter Strom eingespeist. Dann misst man den Spannungsabfall über dem unbekannten Widerstand.
Stomquelle und Voltmeter sind beides im Messgerät eingebaut. Benutzt man nur 2 Drähte als Verbindung zum Messobjekt, dann misst man zwangsläfig deren Widerstand mit. Da der Kontakt-Übergangswiderstand schwanken kann, je nachdem wie man die Prüfspitzen andrückt, kann man den Widerstand der Messleitungen auch nicht einfach vom Ergebnis subtrahieren.
Die Lösung ist die 4-Draht-Messung (4-Pol ist irreführend). 2 Drähte für die Stromzufuhr und 2 Drähte für die Spannungsmessung. Dabei sind die Leitungs- und Kontaktwiderstände in erster Näherung egal, weil bei der Stomzuführung die Konstantstomquelle den definierten Stromwert einstellt, egal welcher Widerstand da ist, und bei der Spannungsmessung (ideales Voltmeter mit unendlich großem Eingaangswiderstand) gar kein Strom ins Voltmeter fließt. Wo kein Strom fließt, gibts auch kein Spannungsabfall, folglich ist der Widerstand der Messleitungen egal. Ergebnis: eine unverfälschte Spannungs- und damit Widestandsmessung.
Alles klar?
Übrigens, als ich zum ersten mal ein Ohm-Meter mit 4-Draht Messung gesehen habe, habe ich auch eine Weile gebraucht, bis ich das Prinzip richtig geschnallt habe.
Das Prinzip der Widerstandsmessung ist folgendes: durch den zu
messenden Widerstand wird mit Hilfe einer Konstantstromquelle
ein bekannter Strom eingespeist. Dann misst man den
Spannungsabfall über dem unbekannten Widerstand.
Stomquelle und Voltmeter sind beides im Messgerät eingebaut.
Benutzt man nur 2 Drähte als Verbindung zum Messobjekt, dann
misst man zwangsläfig deren Widerstand mit. Da der
Kontakt-Übergangswiderstand schwanken kann, je nachdem wie man
die Prüfspitzen andrückt, kann man den Widerstand der
Messleitungen auch nicht einfach vom Ergebnis subtrahieren.
Die Lösung ist die 4-Draht-Messung (4-Pol ist irreführend). 2
Drähte für die Stromzufuhr und 2 Drähte für die
Spannungsmessung. Dabei sind die Leitungs- und
Kontaktwiderstände in erster Näherung egal, weil bei der
Stomzuführung die Konstantstomquelle den definierten Stromwert
einstellt, egal welcher Widerstand da ist, und bei der
Spannungsmessung (ideales Voltmeter mit unendlich großem
Eingaangswiderstand) gar kein Strom ins Voltmeter fließt. Wo
kein Strom fließt, gibts auch kein Spannungsabfall, folglich
ist der Widerstand der Messleitungen egal. Ergebnis: eine
unverfälschte Spannungs- und damit Widestandsmessung.