Milz vergrößert - Infekt oder Rezidiv?

Hi,

also, ich habe mal eine Frage zu meiner persönlichen Geschichte. Vor 4 Jahren hatte ich die Diagnose hochmalignes Non Hodgkin B-Zell Lymphom Grad IV bekommen.

Der Primärtumor lag im Beckenbereich und drückte eine ganze Weile auf meine Harnwege. Daraus resultierte ein Harnstau. Langezeit auch eine Behandlung mit Kathetern.
Der rechte Harnweg läuft gut, der linke erschwert, dennoch läuft er.
Mein Blutbild von vor 4 Wochen ist auch super, besonders das Hämoglobin (das bei mir bei Diagnosestellung übelst schlecht war, weshalb ich knapp ein halbes Jahr gebrochen habe und mir IMMER schlecht war - es lag irgendwie bei 6 und der Normalwert bei Frauen sollte glaube ich so um 12 mindestens liegen).
Das Blutbild vor 4 Wochen wurde gemacht, weil mir zu dem Zeitpunkt ab und an so schwindelig und komisch war und ich an chronischer Anämie leide. Aber mein Häma liegt sogar bei stolzen 13,6.
Jedenfalls war ich vor ca. 2 Wochen im Kino und auf dem Weg nach Hause wurde im Auto plötzlich irgendwie übel… es war mehr so eine subtile Übelkeit.
Nicht wirklich schlecht das ich brechen müsste oder so, nur übel. Seit dem, ist diese Übelkeit latent vorhanden. Sie kommt so in Wellen… 2, 3x am Tag.
Ich muss nicht brechen und habe auch normalen Appetit, also selbst wenn mir übel ist, könnte ich essen ohne das ich brechen müsste.
Ich habe normalen Appetit, normale Verdauung, kein Durchfall etc. nur diese Übelkeit ab und an, oft morgens wenn ich aufstehe. Aber sie hält nie lange an.
Seit ca. 4, 5 Tagen habe ich plötzlich Schmerzen in der linken Flanke. Die Schmerzen strahlen in den gesamten Torso linker Hand aus. Auch ein wenig nach rechts rüber. Also weiß, dass es auf der Höhe der Niere liegt. Es strahlt aber auch runter in die Richtung der Gebärmutter, dort habe ich auch eine große OP Narbe.
Mein behandelnder Gyn in der Uni meinte, es kann immer wieder anfangen zu schmerze, wegen der Verwachsungen und dem „toten“ Tumorgewebe etc., es hat halt nur bisher nicht mehr wehgetan.

Jedenfalls… lange Rede kurzer Sinn.

Ich habe eben die Schmerzen auf Nierenhöhe und ein Druckgefühl im oberen linken Bauchraum. Weil ich jetzt nicht mehr warten wollte, bin ich gestern zu meinem Hausarzt und habe ihn mal meine Niere beschallen lassen. Weil ich eben Angst hatte, dass der Harnweg doch staut. Aber dem war nicht so. Dann schaute er sich doch noch einmal meine Milz an und meinte, die Milz wäre „grenzwertig“
vergrößert. Bei Diagnosestellung damals war die Milz ebenfalls im oberen Normbereich.

Der Arzt meinte aber, dass sich die Milz auch bei Infekten etc. vergößert. Ich habe natürlich jetzt ein ziemlich scheiß Wochenende, weil ich keinen blassen Schimmer habe, woher sich das plötzlich ergeben hat. Er fragte mich auch, ob es die ganze Zeit schon so sei. Er hätte jetzt keinen Vergleichswert von der Uni und es könnte sein, dass die Milz sich gar nicht komplett zurück gebildet hätte bzw. von Haus aus schon im oberen Normbereich liegt. Jedenfalls war er
NICHT besorgt. Ich aber schon. Bei mir ist seit gestern nur noch Kopfkino im Hirn.

Eine Urinprobe zeigte Entzündungswerte auf. Ich hätte einen aufsteigenden Infekt im linken Harnweg und Niere. Aber ich muss sagen, seit der Krebs/Chemogeschichte sind bei mir IMMER Leukos und Eiweiß im Urin gewesen.
Bin mir jetzt eben unsicher ob es tatsächlich damit zu tun haben könnte, da ich davon ausgehen muss, dass ich ohnehin immer irgendeinen Infekt dort habe der unbemerkt bleibt. Mich wundern eben nur diese Schmerzen. Ich frage mich woher der so plötzlich kommt. Damals, kurz vor der Diagnose. Und dass meine Milz vergrößert war habe ich gar nicht gemerkt. Jetzt aber tut es drücken und
es schmerzt einfach in der Flanke… wobei ich eben nicht weiß was zur Hölle dort schmerzt. Ob es die Milz tatsächlich per se ist oder es wirklich von dem Infekt kommt oder beides zusammen.
Na ja, ansonsten (bis auf die leichte Übelkeit) geht es mir wirklich gut. Ich fühle mich nicht erschöpft oder so. Mein Blutbild ist ja auch super und ich frage mich eben, ob es jetzt wirklich nur eine Vergrößerung der Milz durch einen Infekt ist oder auf ein „heimliches“ Rezidiv hindeutet… ich hab echt schiss!!!
Ich weiß ist jetzt eine lange Story, aber ich wollte alles Relevante erwähnt haben. Danke für jede Antwort im Voraus!!!

[Team] Beitrag editiert

Hallo,

Das tut mir echt leid dass Du so krank bist. Umso wichtiger ist es, dass du in die Hände eines Facharztes kommst, bei dem Du dich so gut aufgehoben fühlst, dass Du nicht mehr im Internet versuchst, Antworten auf Deine Fragen zu bekommen.

Viel Kraft und Erfolg.

Liebe Grüsse

Anja

Ich bin ja gar nicht mehr krank, dass ist ja die Sache. Ich bin seit 2 Jahren gesund und eigentlich das blühende Leben. Ich habe auch in ein paar Tagen wieder meine vierteljährige Krebsuntersuchung. Ich bin also in fachlichen Händen, aber mein Problem ist einfach nur, dass ich jetzt am Wochenende total planlos da sitze und einfach schiss habe. Denn noch einmal… ich weiß nicht ob ich diese Sache durchstehe!

Ich muss sagen, meine Milz lag damals sowie heute in oben Normbereich, also kann es auch durchaus sein, dass sie einfach immer schon so groß war. Denn ein akutes Anzeichen über meine Milz gab es damals schon nicht auf NHL. Ich hatte eher ein schlechtes Blutbild (besonders extrem schlecht war das Hämoglobin). Mir geht es soweit eben gut, bis auf die Schmerzen in der Flanke und die Übelkeit ab und an, wobei sie auch im Augenblick immer weniger wird. Dabei aber die Schmerzen heute Abend immer mehr. Mein Arzt meinte es könnte auf eine Nierebeckenentzündung hinauslaufen, das würde ja dann die Schmerzen und die "vergrößerte Milz in einem Wisch erklären. Ich kann mir einfach vorstellen, dass sich ein Zustand innerhalb von 2, 3 Monaten so verschlechtern kann… ich hab kein Plan!!! Meine Untersuchung (CT vor 3 Monaten) war SUPER (nicht einmal den leisesten Verdacht), mein Blutbild von vor 4 Wochen SUPER, ich glaube einfach nicht, dass innerhalb von so kurzer Zeit ein Monsterlymphom wachsen könnte, dass mir so Schmerzen bereitet.

Ich will einfach nur wissen, ob die Möglichkeit tatsächlich besteht, dass die Milz wirklich wegen einer reinen Entzündung etwas gewachsen ist… ich bin so unsicher!!!

Danke trotzdem für deine Antwort!

hallo,

gerade das ist die Aufgabe des Kollegen, die in der Zeit der du beschwerdefrei bist, richtig zu führen.
Es kann vieles und nix dahinterstecken, darum macht es wenig Sinn hier Vermutungen zu schreiben. Dazu braucht man in Deinem Fall zu einem deutlich mehr Infos.

liebe Gruesse

Anja

Hallo,

ich fragte mich beim Lesen Deiner Krankengeschichte und Deines Problems, ob Du wohl weißt, daß gerade in den letzten Jahren sehr intensiv (und sehr effektiv) im Bereich der Lymphomerkrankungen geforscht wird, deren es ja ca. 20 oder so gibt, u.a. auch Deine. Bei manchen findet man inzwischen eine Antikörpertherapie sehr hilfreich, die meist nebenwirkungsarm (wirklich!) verläuft, obwohl eine Chemotherapie - auch wohl eine milde Form derselben! - parallel durchgeführt wird. Ob diese die Niere belastet, weiß ich nicht.

Kontaktadresse und kostenlose Zusendung von Infomaterial:
Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.
Universitätsklinikum Köln
Tel.0221 478-7400
e-mail [email protected]
www.lymphome.de
Geschäftsstelle: Dr. Birgit Fath
Tel. 0221 478-7403
e-mail [email protected]

Dort sammelt man die Forschungsergebnisse aus den verschiedenen Lymphom-Arbeitsgruppen der Unis in der Bundesrepublik, veranstaltet regelmäßige Kongresse zum Informationsabgleich und veranstaltet mindestens 1 x/ Jahr einen Telefon-Tag, an dem jeder anrufen und um Rat bitten kann.
Vielleicht kannst Du Kontakt mit der Stelle dort aufnehmen, Dir mehr Informationen verschaffen und nach der nächstgelegenen Lymphom-Forschungsgruppe fragen, um Deine Nachuntersuchung noch einmal von dortigen Mitarbeitern durchführen bzw. Dich beraten zu lassen.

Viel Glück und guten Erfolg! S.I.